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Mit dem Wissen des Insiders

Das Wunderkind Ronan Farrow hat den Pulitzerpreis erhalten.

Mitverantwortlich für die #MeToo-Bewegung: Der Journalist Ronan Farrow hat den Pulitzerpreis gewonnen. Bild: Reuters/Danny Moloshok
Mitverantwortlich für die #MeToo-Bewegung: Der Journalist Ronan Farrow hat den Pulitzerpreis gewonnen. Bild: Reuters/Danny Moloshok

Ronan Farrow hat in der Schule mehrere Klassen übersprungen, er wurde als 18-Jähriger an der berühmten Yale Law School angenommen, an der unter anderem Hillary und Bill Clinton studiert hatten. Und jetzt ist er, gerade einmal 30 Jahre alt, mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet worden, der höchsten Auszeichnung im amerikanischen Journalismus. Farrow gilt als Wunderkind.

Ronan Farrows Mutter ist die Schauspielerin Mia Farrow, sein Vater der Regisseur und Schauspieler Woody Allen. Mia Farrow hat zwar vor einigen Jahren in einem Interview mit dem Magazin «Vanity Fair» angedeutet, Ronans leiblicher Vater könnte auch ihr Ex-Mann Frank Sinatra sein, doch blieb diese Andeutung ohne Bestätigung. Ronan Farrow merkte zu dem Thema an: «Hey, Frank Sinatra könnte der leibliche Vater von so ziemlich jedem sein.»

So oder so stammt Farrow aus einem äusserst prominenten Elternhaus mit engen Verbindungen nach Hollywood, weshalb es umso interessanter ist, wofür Farrow der Pulitzerpreis verliehen worden ist: für seine Enthüllungen über die sexuellen Übergriffe des Produzenten Harvey Weinstein, die Hollywood in eine Sinnkrise stürzten und mitverantwortlich sind für die #MeToo-Bewegung. Unter dem Hashtag, der in sozialen Medien mittlerweile millionenfach verwendet wurde, berichten Frauen von sexueller Belästigung und sexuellen Übergriffen.

Pulitzer für die Berichterstattung über sexuelle Belästigungen durch Hollywood-Mogul Harvey Weinstein: Megan Twohey (l.) und Jodi Kantor von der «New York Times». (16. April 2018)
Pulitzer für die Berichterstattung über sexuelle Belästigungen durch Hollywood-Mogul Harvey Weinstein: Megan Twohey (l.) und Jodi Kantor von der «New York Times». (16. April 2018)
Hiroko Masuike, Keystone
Sie teilen den Preis mit dem «New Yorker»-Journalisten Ronan Farrow. (Archivbild)
Sie teilen den Preis mit dem «New Yorker»-Journalisten Ronan Farrow. (Archivbild)
Angela Weiss, AFP
Er ist der erste Rapper und der erste Musiker, der nicht aus der Klassik oder dem Jazz kommt, der den Preis erhält. (28. Januar 2018)
Er ist der erste Rapper und der erste Musiker, der nicht aus der Klassik oder dem Jazz kommt, der den Preis erhält. (28. Januar 2018)
timothy A. Clary, AFP
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Farrow teilt den Preis mit zwei Reporterinnen der «New York Times», Jodi Kantor und Megan Twohey. Diese hatten Anfang Oktober vergangenen Jahres erstmals über das System Weinstein berichtet. Wenige Tage später erschien Farrows Reportage zum gleichen Thema im Magazin «New Yorker». Ein Jahr lang hatte er an der Geschichte gearbeitet und mit mehr als 300 Betroffenen gesprochen. Am Ende der Recherchen stand, dass Weinstein sich jahrzehntelang an Frauen vergangen hat und es in Hollywood ein Kartell des Schweigens gab, das ihn deckte.

Mit Missbrauchsvorwürfen hatte Farrow schon früh in seinem engsten Umfeld zu tun. Seine zwei Jahre ältere Schwester Dylan hat Woody Allen beschuldigt, sie sexuell belästigt zu haben, als sie sieben Jahre alt war. Sie hat die Missbrauchsvorwürfe gegen ihren Vater zuletzt bekräftigt. Allen streitet diese ab. Ronan Farrow hat kaum Kontakt zu seinem Vater.

Die Arbeit an der Geschichte über Harvey Weinstein hatte Farrow zunächst für den Fernsehsender NBC begonnen. Dieser wollte die Story jedoch nicht veröffentlichen, weil die Recherchen nicht belastbar genug seien. Farrow trug die Geschichte daraufhin zum «New Yorker», der für rigoroses Faktenchecken bekannt ist. Kantor, Twohey und Farrow haben ihren Pulitzerpreis ausdrücklich für den «Dienst an der Öffentlichkeit» erhalten: Sie haben eine der wichtigsten gesellschaftlichen Debatten seit langem angestossen.

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