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Neues Tolkien-Buch nach 100 Jahren veröffentlicht

Die Liebesgeschichte von «Beren und Lúthien» zählt zum Persönlichsten, was der Schöpfer des «Herrn der Ringe» geschrieben hat.

Beren und Lúthien, wie sie auf dem Buchcover abgebildet sind.
Beren und Lúthien, wie sie auf dem Buchcover abgebildet sind.

Es war die grosse Liebesgeschichte seines Lebens. Edith Mary und John Ronald Reuel Tolkien. Eine Liebe, die der Schöpfer des «Herrn der Ringe» auch in der Fiktion ehren wollte. In «Beren und Lúthien» schilderte er die unmögliche Verbindung zwischen einem sterblichen Menschen, Beren, und einer unsterblichen Elbin, Lúthien, eine Art Romeo-und-Julia-Variante aus Mittelerde. Und Tolkiens persönlichste Geschichte.

Auch wenn sie in Teilen bereits aus dem «Silmarillion», einer Sammlung unvollendeter Werke Tolkiens, bekannt ist – veröffentlicht wurde «Beren und Lúthien» noch nie. Nun, 100 Jahre nach ihrer Entstehung, gibt Tolkiens Sohn Christopher erstmals die Urfassung heraus. Illustriert hat das Buch Alan Lee, der für sein Filmdesign von «Herr der Ringe» mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.

J. R. R. Tolkien schrieb die Geschichte von Beren und Lúthien, nachdem er von der Schlacht an der Somme nach Grossbritannien zurückgekehrt war. Er hatte dort zwei enge Freunde verloren; das Schreiben half ihm, den Horror des Krieges zu verarbeiten. «Es war für Tolkien wie ein Exorzismus», sagt Tolkien-Spezialist John Garth.

Garth erzählt ausserdem von einer Szene, die Tolkien nach seiner Heimkehr nach East Yorkshire erlebt habe: Auf einem Spaziergang tanzte Tolkiens Frau Edith auf einer von weissen Blumen überwachsenen Lichtung. Dieser Moment wurde zu einer Schlüsselszene in «Beren und Lúthien». «Tolkien hat da eine Freude verspürt, die er für immer verloren geglaubt hatte», sagt Garth. Und eine, die ihn posthum überdauert: Auf dem gemeinsamen Grabstein des Ehepaares in Oxford sind unter den Namen Edith Mary und John Ronald Reuel zwei weitere Namen eingraviert: Lúthien und Beren.

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