«Oft ist das Schreiben ein verdammter Murks»

Sechs Schweizer Autorinnen und Autoren verraten, wo sie arbeiten. Und warum es bis zum ersten Satz Monate dauern kann.

«Schreiben ist ein wenig wie Gott zu spielen»:
Peter Stamm, 56. Foto: Joan Minder

«Schreiben ist ein wenig wie Gott zu spielen»: Peter Stamm, 56. Foto: Joan Minder

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Peter Stamm

Schreibt in seinem Arbeitszimmer zuhause in Winterthur

«Eine Lektorin hat mir einmal gesagt, Herr Stamm, ein Schriftsteller muss beim Schreiben einen Baum sehen können. Seit wir vor 14 Jahren in dieses Haus am Stadtrand von Winterthur gezogen sind, ist mir dieser Ausblick gegönnt: Der Anbau, in dem ich mein Arbeitszimmer eingerichtet habe, hat ein grosses Fenster zum Garten, mein Blick fällt auf einen Apfelbaum.

Ich bin kein Kaffeehausschreiber. Ich brauche die Vertrautheit meiner eigenen Wände. Neuen Orten haftet eine Unruhe an, die mich ablenkt. Manchmal schreibe ich unterwegs, zum Beispiel im Zug, aber es ist dieser Raum hier, der meine Arbeit prägt. Hier sind meine Romane der letzten Jahre entstanden, hier arbeite ich am konzentriertesten.

Das Herzstück meines Arbeitszimmers ist der Schreibtisch. Er stand schon in meiner ersten Mansardenwohnung. Ich erwarb ihn für 20 Franken bei einem Inventarverkauf der Swissair, für die ich während der Studentenzeit als Ramper gearbeitet hatte. Ein Schreibtisch muss schwer und behäbig sein. Ich könnte nicht an einem dieser modernen Pulte arbeiten, die zwar schlank und praktisch sind, weil man sie in der Höhe verstellen kann, aber keine Geschichte haben. Ich brauche meinen alten schweren Tisch, bei dem man das Gefühlt hat, er sei fest mit dem Boden verwachsen – wobei ich auch gern auf diesem Lehnstuhl dort drüben am Fenster sitze, seit die Laptops immer leichter geworden sind.

Jedem neuen Roman gehen lange Spaziergänge im Wald voraus.

Die Bücher im Regal sind nur eine bescheidene Auswahl aus meiner Bibliothek. Hauptsächlich Nachschlagewerke, Theorie, Kunst- und Sachbücher. Was ich grad brauche für meine Arbeit. Obwohl man das Meiste heutzutage ja im Internet nachschaut, habe ich gern Bücher um mich herum. Bücher sind wie Fenster in eine andere Welt.

Mein Büro muss praktisch eingerichtet sein. Das kreative Chaos sucht man hier vergeblich. Bei mir ist alles an seinem Platz. Aber ich bin auch kein Minimalist, bei dem nichts Überflüssiges herumliegen darf. Ich sehe meinen Arbeitsplatz wie eine Werkstatt. Bevor ich Schriftsteller wurde, war ich Journalist. Da lernt man, dass Schreiben auch ein Handwerk ist.

Ich halte mich an klare Arbeitszeiten, gehe morgens um acht ins Büro, wenn die Kinder in der Schule sind, setze mich an den Schreibtisch oder auf meinen Stuhl am Fenster, lese nochmals durch, was ich am Tag zuvor geschrieben habe, und tippe dann weiter. Spätestens um eins höre ich auf, selbst wenn ich das Gefühl habe, ich könnte noch weiterschreiben. Es tut dem Text gut, wenn man ihn ruhen lässt, ihn rechtzeitig zur Seite legt. Das erleichtert den Wiedereinstieg am nächsten Tag. Nach dem Mittagessen kümmere ich mich meistens um Korrespondenzen und Administratives. Meine Arbeitswoche hat fünf Tage, von Montag bis Freitag, an den Wochenenden bin ich für meine Familie da.

Der erste Satz eines Romans ist wie ein Geistesblitz. Man kann ihn nicht erzwingen.

Jedem neuen Roman gehen lange Spaziergänge im Wald voraus. Da werden Ideen und Gedanken im Kopf verschoben. Wenn ich so weit bin, dass ich mit dem Schreiben beginnen kann, habe ich eine ungefähre Ahnung davon, was für eine Geschichte ich erzählen möchte. Es ist aber nicht so, dass ich den exakten Verlauf bereits kenne. Da gibt es Tage der Verwirrung, an denen ich keine Ahnung habe, wie es weitergeht. Und plötzlich entdecke ich in dieser Orientierungslosigkeit einen Faden, beginne daran zu ziehen und finde zur Handlung zurück. So entstehen oft die besten Texte: Wenn man sich verirrt und nicht mehr weiss, wies weitergeht.

Der erste Satz eines Romans ist wie ein Geistesblitz. Man kann ihn nicht erzwingen. Er kommt, oder er kommt nicht. Ich hatte Roman-Ideen, die ich nie umsetzen konnte, weil mir der erste Satz fehlte. Wenn der erste Satz dann einmal steht, ist das wie eine Keimzelle, der alle weiteren Sätze entspringen.

Zum Schreiben höre ich gern Musik. Jazz oder Klassik. Ich spielte ja lang Blockflöte, bis ins Erwachsenenalter hinein, vor allem Barockmusik. Ich glaube, dass die Barockmusik mein sprachliches Empfinden, mein Gefühl für Form und Struktur beeinflusst hat. Trotz ihrer Vielschichtigkeit hat sie etwas klar Strukturiertes, Prosaisches. Wer weiss, vielleicht würde ich heute anders schreiben, hätte ich früher Jazz oder Rock gespielt.

Schreiben macht mich glücklich. Ich liebe es mehr als jede andere Beschäftigung. Natürlich gibt es Momente, in denen ich kämpfe, mich verrenne. Gewisse Geschichten sträuben sich mehr als andere. Doch meine Erfahrung hilft mir, das auszuhalten. Mittlerweile habe ich ein Gespür dafür, ob das, was ich gerade schreibe, brauchbar oder ein Fall für den Papierkorb ist. Wer Schriftsteller ist, muss bereit sein, Risiken einzugehen, etwas auszuprobieren, auf die Gefahr hin, dass es nicht funktioniert: Mal sehen, was passiert, wenn es plötzlich an der Tür klopft. Das ist ein wenig wie Gott zu spielen, denn ich bin der Einzige, der über das Schicksal meiner Figuren bestimmt. Willkürlich und ohne mich rechtfertigen zu müssen.»

Von Peter Stamm erschien zuletzt der Roman «Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt» (S.-Fischer-Verlag, 2018).


Laura de Weck

Schreibt in ihrem Arbeitszimmer zuhause in Hamburg

«Ich muss wissen, warum ich etwas schreibe. Vorher setze ich mich nicht an den Schreibtisch. Sich von Emotionen oder einem Bauchgefühl irgendwohin treiben zu lassen, das bin ich nicht. Ich brauche ein klares Ziel: Zack, da will ich hin.

Kürzlich schnappte ich im Zürcher Niederdorf ein Gespräch zwischen zwei älteren Frauen auf. Beide waren ziemlich angetrunken und laut. ‹Jetzt hör doch auf, du wiederholst dich ständig!›, sagte die eine. Die andere widersprach: ‹Nein! Ich wiederhole mich nicht! Ich wiederhole mich nicht! Ich wiederhole mich nicht!› Solche Gesprächsfetzen sind Perlen für mich. Aus diesem kleinen, alkoholtrunkenen Dialog lässt sich auf so viele, grosse Fragen schliessen: Warum wiederholt sich die Geschichte? Warum lernen wir nicht aus der Vergangenheit?

Ich schreibe nur Dialoge: Theaterstücke und szenische Kolumnen. Immer sind es Begegnungen und Beobachtungen aus dem Alltag, die mich inspirieren. Alle meine Texte haben ihre Wurzeln in der Realität. Es gelingt mir selten, einen guten Dialog zu schreiben, der ausschliesslich aus meiner Fantasie kommt. Es braucht immer einen warmen Fetzen Realität. Deswegen muss ich ständig raus aus dem Büro, sonst geht gar nichts. Ich muss ständig mit Menschen reden. Ich glaube, das ist meine Leidenschaft, mit Menschen quatschen.

Vor vier Jahren sind wir in diese Wohnung in Hamburg-Neustadt gezogen. Mir gefällt die hohe Decke mit den grossen Fenstern, weil dann viel von diesem grauen, scharfen Hamburger Licht reinfällt. Dieses Licht hilft mir beim Denken.

Das «graue, scharfe Hamburger Licht» hilft ihr beim Denken: Laura de Weck, 37. Foto: Keystone

Ohne das Storyboard, das ich mit magnetischer Farbe an die Wand über dem Schreibtisch gemalt habe, kann ich schwer arbeiten. Ich muss die Dramaturgie meiner Stücke grafisch vor mir sehen, um den Überblick zu behalten. Manchmal pinne ich auch Dialoge an die Wand. So erkenne ich, wo der Rhythmus holpert. Dialoge müssen tönen, damit sie uns berühren. Ich höre nie Musik, wenn ich schreibe: Das würde den Rhythmus meiner Texte durcheinanderbringen.

Extrem wichtig ist es mir, Dialoge zu schreiben, die man nicht schon hundertmal in Filmen oder Stücken gehört hat. Das ist nicht immer einfach, grad wenn es sich um klassische Situationen handelt, etwa eine Beziehungskrise, wie wir sie in allen möglichen Varianten aus dem Kino kennen. Da muss man um die Ecke denken: Wie könnte der Dialog anders funktionieren? Das ist auch der Grund, warum ich im Moment so gern Stücke und Drehbücher von Frauen lese. Die Frauen überraschen mich grad mehr. Die kommen plötzlich mit Inhalten und Dialogen, wo ich denke, wow, so was kenne ich aus den ganzen letzten Jahrhunderten nicht.

Auf meinem Pult dulde ich nichts, was mich vom Nachdenken ablenken könnte.

Ich bin glücklich, wenn ich schreibe. Ich arbeite furchtbar gern. Wenn ich morgens vor meinem Schreibtisch stehe, weiss ich, dass mir genau sechs kostbare Stunden bleiben, bis ich die Kinder von der Schule abholen muss. Seit wir eine Familie sind, hat die Zeit für mich eine andere Bedeutung. Ich arbeite fokussierter, weil mein Spielraum zum Schreiben begrenzt ist. Kinder sind übrigens eine ergiebige Fundgrube für originelle Dialoge: Meine Tochter hatte kürzlich ihre Puppe verarztet. Als ich sie fragte, was die Arme denn hätte, antwortete sie: ‹Krebs und Husten.›

Früher, wenn ich mit einem Text nicht weiterkam, stand ich auf, um eine Zigarette zu rauchen. Heute hänge ich die Wäsche auf. Das Leben ist immer noch wild und aufregend, aber zum Schreiben brauche ich es aufgeräumt. Auf meinem Pult dulde ich nichts, was mich vom Nachdenken ablenken könnte. Es ist der Jugendtisch meiner Mutter. Ist er nicht schön? Ich hatte ihn bekommen, als ich nach Hamburg zog. Er ist nicht sehr gross, aber mehr brauche ich nicht.

Ich habe ein Gespür dafür, wann ein Dialog funktioniert, wann er ganz und fertig ist. Aber manchmal verlässt mich dieses Gefühl. Dann verzweifle ich. Wenn man den eigenen Text nicht mehr spürt, ist das wie eine Beziehung, die nicht mehr funktioniert. Besonders, wenn man lang an einen Stoff geglaubt hat und plötzlich denkt, dass man sich getäuscht hat. Das kann fast körperlich schmerzhaft sein. Man verliert auf einen Schlag sein ganzes Selbstbewusstsein, bekommt Angstzustände. Damit kenne ich mich aus. Ich kenne die Angst so gut, dass ich inzwischen weiss, wie ich mit ihr umgehe.»

Zuletzt erschien von Laura de Weck «Politik und Liebe machen» (Diogenes-Verlag 2016) mit ausgewählten Dialogen aus ihrer Kolumne im «Tages-Anzeiger»


Lukas Bärfuss

Schreibt in seinem Büro in Zürich

«Früher fand ich meine Arbeitsplätze in Abbruchhäusern. Wenn die Bagger kamen, zügelte ich an einen neuen Ort. Bis heute wechsle ich meine Schreibräume alle paar Jahre, wenn auch freiwillig. Ich habe das Gefühl, dass ich sie verbrauche. Darum suche ich mir immer wieder einen neuen, frischen Ort, am besten, nachdem die Arbeit an einem Buch beendet ist.

Schopenhauer schrieb in ‹Parerga und Paralipomena›, dass es dreierlei Autoren gibt: solche, die schreiben, ohne zu denken. Solche, die vor dem Schreiben denken, und solche, die während des Schreibens denken. Er fand, dass es sich nur lohne, die erste Kategorie zu lesen. Nun, ich zähle mich eher zur zweiten: Wenn ich mit dem Schreiben beginne, ist die Denkarbeit im Wesentlichen schon abgeschlossen. Anders komme ich nicht in Schwung. Ich muss mir alles bis ins Detail vorstellen, jeden Raum, jedes Möbelstück, bevor ich es beschreiben kann.

Eigentlich kann ich überall schreiben, nur nicht zuhause. Vor allem nicht, wenn die Kinder um mich herumschwirren. Kinder sind zum Stören da, das ist in Ordnung. Darum schreibe ich zuhause nur nachts und früh morgens. Ich stehe um 5.30 Uhr auf, trinke einen Kaffee und beginne mit der Arbeit. Schlaftrunken sieht man andere Sachen. Das ist fast magisch. Man hat noch die verrücktesten Bilder im Kopf, die einem im Traum total plausibel erschienen. Im Wachzustand bleiben sie für kurze Zeit hängen und haben eine ähnlich affektive Wirkung auf meine Texte. Das finde ich spannend. Da kommt das Grundfutter her, das ich zum Schreiben brauche: aus dem Rückenmark statt aus dem Grosshirn.

«Ich habe das Gefühl, dass ich meine Schreibräume verbrauche»: Lukas Bärfuss, 47. Foto: Joan Minder

Um acht frühstücke ich mit den Kindern, um neun gehe ich ins Büro. Dort schreibe ich nochmals ein, zwei Stunden, dann ist es vorbei mit der Kreativität. Mehr geht nicht. Am Nachmittag ist Fleissarbeit angesagt: Korrekturen, Telefonate, Planung. Dazwischen versuche ich, so viel wie möglich zu lesen. Dafür habe ich dieses Sofa hier stehen. Ich schleppe ständig kistenweise Bücher mit und nehme Bücher nachhause. Vieles, was hier im Regal steht, ist Fachliteratur, die ich für meine Theaterstücke brauche. Biografien, Nachschlagewerke, Sachbücher. Aber auch anderes, quer durch den Gemüsegarten der Literatur. Wichtig ist die alphabetische Ordnung, damit ich finde, was ich suche. Zum Beispiel Schopenhauer … einen Moment … Hm. Komisch … Kürzlich war der doch noch da.

In diesem Büro bin ich seit gut zwei Jahren. Was mir gefällt, ist die Gottfried-Keller-Landschaft vor meinem Fenster im vierten Stock. Der Blick über die Stadt, auf die Klinik Burghölzli, über den See. Seit 15 Jahren arbeite ich an einem Stehpult. Nicht, weil ich Rückenprobleme hätte, sondern weil ich keine bekommen möchte. Ich muss immer auf den Beinen sein, in Bewegung bleiben, um denken zu können. Wenn ich nicht weiterkomme, tigere ich durch den Wald, der hinter dem Haus beginnt. Oder ich spiele auf meiner elektrischen Gitarre. Tonleitern, Fingerübungen, nichts Ambitioniertes. Das hat etwas Kontemplatives, regt die Gedanken an.

Mein Schreibtisch ist meine Werkbank. Darum liegt hier auch so viel rum. Schreibwerkzeug, Bücher, Notizen. Ich neige weder zum Chaos noch zur peniblen Ordnung, Hauptsache, ich finde, was ich zum Arbeiten brauche. Darum ärgert mich jetzt dieser verschwundene Schopenhauer …

Die Kunst des Schreibens besteht darin, sich fallen zu lassen.

Der erste Satz eines Romans ist wie eine Schleuse. Er definiert, was noch kommt: die Geschichte, die Atmosphäre, die Stimme des Erzählers und seine Haltung. Das ist schon ein brutaler Moment der Wahrheit. Da lese ich lieber noch ein Regal voller Bücher, schiebe den Satz im Kopf ein halbes Jahr lang vor mich hin, bevor ich es wage, ihn aufzuschreiben. Natürlich lasse ich die Zeit nicht ungenutzt verstreichen, aber ich warte auf den richtigen Augenblick. Bis die Spannung so gross ist, dass sie mich mitreisst.

Die Kunst des Schreibens besteht darin, sich fallen zu lassen. In einen Furor zu kommen, der einen antreibt wie ein Motor. Jeder Schriftsteller sucht den perfekten Schreibfluss. Wenn man ihn findet, ist Schreiben wunderbar und cool. Ein revolutionärer Akt. Ein Gefühl der Befreiung. Oft aber ist das Schreiben ein verdammter Murks. Ein täglicher Kampf gegen das Gefühl der Vergeblichkeit und Sinnlosigkeit des eigenen Wirkens. Ein Erstarren vor dem schwarzen Loch. Natürlich freue ich mich, dass ich Erfolg habe. Dass ich vom Schreiben leben kann und viele Leser und Zuschauer habe. Aber der Erfolg ist eine Oberflächlichkeit, der meine Zweifel nicht besänftigt. Damit muss man umgehen können, im Wissen darum, dass ich immer viel kleiner sein werde als die Literatur. Dennoch gefällt es mir, Teil ihres Universums zu sein.

Zu meinen wichtigsten Gegenleserinnen gehört meine Frau, die Dichterin, Künstlerin und Wissenschafterin Muriel Pic. Und natürlich mein Verleger. Er hat das Talent, mit zwei Sätzen einen Knopf zu lösen, und merkt sofort, wo der Text nicht funktioniert. Meistens sind es Passagen, bei denen ich schon während des Schreibens gespürt habe, dass etwas nicht stimmt – meine Eitelkeit mich aber daran hinderte, sie besser zu formulieren.»

Zuletzt erschien von Lukas Bärfuss der Essayband «Krieg und Liebe» (Wallstein-Verlag 2018)


Meral Kureyshi

Schreibt in ihrem Atelier in Bern

«Ich schreibe jeden Tag. Ziemlich viel und ziemlich schnell. Schreiben kann ich überall. Ich brauche einen Raum, klar, aber es müsste nicht zwingend dieses Atelier hier sein. Es kann auch ein Café, die Bibliothek, die Küche oder ein Platz im Zug sein. Schreiben geht, im Gegensatz zu anderen Künsten, mit wenig materiellem Aufwand. Mir reicht eine Idee, in die ich eintauchen kann, ein Stück Papier und ein Stift. Erst viel später, wenn es darum geht, meine schier endlosen handschriftlichen Notizen in den Computer zu übertragen, bin ich froh um diesen Raum hier, in dem ich seit gut zwei Jahren eingemietet bin. Es ist ein Ort der Konzentration, an den ich mich zurückziehen kann wie das Kätzchen zum Sterben.

Ich könnte nicht sagen, dass mir das Schreiben Freude bereitet. Ich schreibe eher aus dem Bedürfnis heraus, etwas mit anderen Menschen zu teilen. Vertrauen in meine Texte habe ich keine. Meine Zweifel sind ständig da. Immer und immer. Vielleicht auch deshalb, weil ich erst mit zwölf Deutsch gelernt habe. Selbst Lesungen sind für mich ein Albtraum. Besonders, wenn das Geschriebene noch frisch ist. Dann stehe ich Todesängste aus. Das Schönste, was mir passieren kann, ist, wenn mir jemand sagt, dass ihn meine Texte berühren. Dann weiss ich wieder, weshalb ich schreibe.

«Ich trinke nur Wasser. Die Leere im Magen und im Kopf hilft mir, konzentriert zu bleiben»: Meral Kureyshi, 36. Foto: Keystone

In meinem Atelier bleibt das Telefon ausgeschaltet. Ich habe auch keinen Internetanschluss. Meine Inspiration kommt ja nicht aus dem Netz, sondern aus mir selbst. Ich gehe von einem Grundgefühl aus, das ich in mir trage und zu beschreiben versuche. Man könnte es mit einem unangenehmen Kitzeln im Bauch vergleichen. Mit diesem Gefühl gehe ich nach draussen. Ich rede mit den Leuten, beobachte die Szenerie, das Wetter. Ich notiere, was ich höre und sehe. Diese Eindrücke werden Teil meines Gefühls und fliessen in die Geschichten ein, die ich später aus meinen Notizen filtere. Wenn man so will, sind meine Texte immer die Übersetzung eines Gefühls, das nicht nachlässt und immer stärker wird, bis daraus ein Buch entsteht, ein Roman.

Das fortwährende Niederschreiben von Eindrücken und Gedanken ist vermutlich der kreativste Teil meiner Arbeit. Wenn ich mich dann daran mache, mein Gekritzel auf den Laptop zu übertragen, hat das vor allem mit Handwerk zu tun. Um die Übersicht nicht zu verlieren, drucke ich die Texte aus und hefte einzelne Passagen an die Wand. Ich lese sie sorgfältig durch, nehme Korrekturen, Kürzungen und Änderungen vor. So entstehen neue Textfragmente, die ich zu einer Geschichte zusammenfüge, von der ich mir erhoffe, dass sie auch jemand versteht, der nicht in meinen wirren Kopf hineinsehen kann.

Das Ganze drucke ich erneut aus, und die Arbeit beginnt von vorn. Ein aufwendiger Prozess, der etwa zwei Jahre dauert. Am Ende bleibt nur ein Bruchteil davon übrig, was ich in meine Notizbücher geschrieben habe. Vielleicht mag ich deshalb Gedichte so gern. Weil Gedichte grosse Gefühle extrem verdichten. Das versuche ich mit meinen Texten zu erreichen.

Sobald ich etwas gegessen habe, werde ich müde. Da bleiben mir noch ein, zwei Stunden.

Mein Schreibtisch begleitet mich, seit ich 15 bin. Ich hatte ihn im Brockenhaus gekauft. Man könnte sagen: Ich hatte mich in ihn verliebt. Ich mag seine raue Oberfläche, die Farbe, die Grösse. Er fühlt sich gut an. Den Stuhl fand ich draussen im Gang mit einem angehefteten Zettel, auf dem ‹gratis› stand. Es heisst ja immer, der Stuhl sei so wichtig, aber auf mich trifft das nicht zu. Vielleicht, weil ich so schlecht still sitzen kann. Ich bewege mich dauernd. Rutsche herum. Stehe auf und setze mich wieder. In meinem Büro habe ich nicht viel. Ich mag es karg und minimal. Auch meine Wohnung ist fast leer. Das hat vermutlich damit zu tun, dass ich das Chaos in mir herumtrage. Darum brauche ich diese Ordnung, diese Leere und Klarheit um mich herum. Die wenigen Bücher auf meinem Schreibtisch sind Gedichtbände. Ein Gedicht muss man immer wieder lesen, um es zu begreifen. Das Repetieren beruhigt mich. Romane lese ich in Phasen intensiven Schreibens keine. Ich hätte Angst, dass sich ihr Stil auf meine Arbeit überträgt.

Ich schreibe am liebsten am Morgen. Um neun gehe ich ins Atelier und arbeite so lang wie möglich, ohne etwas zu essen. Ich trinke keinen Kaffee, nur Wasser. Die Leere im Magen und im Kopf hilft mir, konzentriert zu bleiben. Den Moment der Nahrungsaufnahme zögere ich bis 12, 13 oder 14 Uhr hinaus. Sobald ich etwas gegessen habe, werde ich müde. Da bleiben mir noch ein, zwei Stunden, dann ist mein Arbeitstag vorbei.

Was ich an diesem Ort hier mag, ist der Umstand, dass sich im Gebäude, einem ehemaligen Schulhaus, viele andere Künstler eingemietet haben. Das beruhigt mich. Da muss ich mich nicht die ganze Zeit mit mir selber auseinandersetzen. Man tauscht sich aus oder geht mal auf einen Kaffee mit jemandem aus einem anderen Atelier.

Ich bin allergisch auf das Wort Schreibblockade. Es impliziert eine persönliche Krise. Aber eigentlich hat man doch einfach nichts zu sagen, wenn einem nichts einfällt, was man aufschreiben könnte. Das kommt vor. Statt mich zu grämen, freue ich mich darüber. Dann nehme ich mir Zeit zum Lesen, um ins Kino zu gehen oder Freunde zu treffen. Für mich ist das keine Krise, sondern eine Befreiung. Ich bin das ständige Gefühl los, schreiben zu müssen. Leider passiert mir das viel zu selten.»

Im Mai erscheint Meral Kureyshis zweiter Roman «Fünf Jahreszeiten» (Limmat-Verlag).


Pedro Lenz

Schreibt in einem Gemeinschaftsatelier in Bern

«Einmal erschien ein Artikel über mich in der Zeitung. Auf dem Foto sah man mich an meinem Pult sitzen. Daraufhin meldete sich eine treue Leserin und sagte: Herr Lenz, das geht doch nicht, auf so einem Stuhl kann man doch nicht arbeiten. Es stellte sich heraus, dass ihr Sohn ein Büromöbelgeschäft führt, und sie bestand darauf, mir einen neuen Bürostuhl zu schenken. Ich durfte die Farbe auswählen, also sagte ich: am liebsten in den Farben der BSC Young Boys. Seither steht dieser gelb-schwarze Bürostuhl vor meinem alten Schreibtisch. Mittlerweile hat sich noch ein kleines Stehpult dazu gesellt, dem Rücken zulieb.

Ich bin nicht der nomadische Schreiber. Einer, der sich mit seinem Laptop überall hinsetzen und schreiben kann, egal, wo er grad ist. Ich mag ein vertrautes Umfeld, sitze gern auf meinem eigenen Stuhl, an meinem eigenen Pult, umgeben von meinen Büchern und Nachschlagwerken. Als Kind, wenn wir ein Wort nicht verstanden, sagte der Vater oft: Schauen wir kurz im Brockhaus nach! Das mache ich bis heute so: Ich stehe lieber auf und schlage etwas nach, als am Computer zu googeln.

Früher, als ich etwas verwegener und wilder lebte, schrieb ich oft in die Nacht hinein. Heute schätze ich den Morgen, da arbeite ich am konzentriertesten. Als Gewohnheitstier mag ich strukturierte Tagesabläufe, die sich wiederholen. Um 8 Uhr nehme den Zug von Olten nach Bern, um 9 Uhr bin ich im Büro und fange mit dem Schreiben an. Meistens arbeite ich ohne Pause bis 12.30 Uhr, danach gehe ich rüber ins Café Kairo, esse etwas, oder ich hole mir ein Sandwich in der Migros. Danach schreibe ich weiter bis 16 Uhr. Abends habe ich oft noch eine Lesung, etwa hundert im Jahr.

Es gefällt mir, an einem Ort zu schreiben, an dem auch andere Menschen kreativ sind»: Pedro Lenz, 53. Foto: Joan Minder

Ich habe meinen Arbeitsplatz in einer Ateliergemeinschaft eingerichtet. Es gefällt mir, an einem Ort zu schreiben, an dem auch andere Menschen kreativ und gschaffig sind. Wenn ich ins Büro komme und neben mir eine Illustratorin einen Abgabetermin einzuhalten hat und auf der anderen Seite ein Grafiker macht und tut, dann animiert mich das zum Sitzenbleiben. Ich bin ein Teil von dem, was hier passiert.

Zum Schreiben brauche ich nicht viel. Ich habe keine Talismane oder Fotos von der Liebsten auf dem Schreibtisch. Keine Souvenirs oder Muscheln oder Postkarten. Nur eine Dose mit Stiften. Da ich zum Chaos neige, bemühe ich mich um ein Minimum an Ordnung, sonst verliere ich mich. Trotzdem entsteht auf meinem Schreibtisch mit der Zeit immer ein riesiges Puff. Wenn es gar nicht mehr geht, räume ich radikal auf, werfe Sachen weg und freue mich, wie wunderbar leer mein Schreibtisch wieder ist.

Ich rede mir oft ein, dass ein neuer Text, den ich grad geschrieben habe, gelungen ist.

Für mich ist Schreiben nicht wie Velofahren. Wie etwas, das man lernt und für den Rest seines Lebens kann. Schreiben muss ich immer wieder von Neuem lernen. Manchmal sitze ich zwei Tage vor dem Compi, literarisch ambitioniert, ohne dass etwas Brauchbares dabei herauskommt. Das ist nur auszuhalten, indem man darauf vertraut, dass selbst solche Tage Sinn machen.

Da gehe ich halt rüber ins «Kairo». Trinke einen Kaffee und lese die «Berner Zeitung». Wenn es dann noch immer nicht geht, hole ich einen meiner Helden aus dem Regal, Juan Marsé oder John Steinbeck. Ich setze mich hin und lese ein Kapitel. Nicht, weil ich den Stil kopieren möchte, sondern um aus meiner Sackgasse herauszukommen. Das gehört bei mir zum Schreibprozess: bei den anderen nachschauen, wie die das machen. Auch Schreibübungen sind gut, zum Beispiel, indem ich versuche, ein kleines Gedicht zu verfassen, ohne den Buchstaben E zu verwenden. Oder ich schreibe fünf Minuten lang auf, was mir grad durch den Kopf geht. Oft stellt sich dann heraus, dass ich gedanklich blockiert war und deshalb nicht mehr weiterwusste.

Ich habe die Gabe, mich selbst zu belügen. Ich rede mir oft ein, dass ein neuer Text, den ich grad geschrieben habe, gelungen ist. Doch wenn ich ihn am Abend irgendwo vorlese, puh, dann merke ich, dass es noch viel zu tun gibt. Das hat weniger mit der Reaktion des Publikums zu tun, sondern mit dem Auftritt: Wenn ich meine Text vor Publikum vortrage, fallen mir Schwachstellen auf, die ich am Schreibtisch nicht bemerkt habe.

Mein Zugang zur Schriftstellerei war schon immer die Bühne. Lang bevor etwas von mir gedruckt wurde, bin ich auf der Bühne gestanden und habe meine Texte vorgetragen. Bei den Slams lernte ich, ans Mikrofon zu gehen und abzuliefern, egal, was passiert. Vielleicht hat es deshalb so lang gedauert, bis ich meinen ersten Roman schreiben konnte: Ich musste lernen, den umgekehrten Weg zu gehen. Zuerst das Buch, dann die Lesetour.

Vor dem Roman habe ich noch immer Respekt. Eine Ehrfurcht. Trotz meines Erfolgs mit «Der Goalie bin ig». Oder gerade deshalb: Ich habe so viele Preise dafür gewonnen, er kam ins Theater, wurde verfilmt, übersetzt, hat sich gut verkauft. Da habe ich plötzlich gedacht: Eigentlich kann ich jetzt nur noch verlieren. Darum habe ich möglichst schnell den nächsten Roman geschrieben. Um der Ehrfurcht zu trotzen.»

Zuletzt erschien von Pedro Lenz der Roman «Di schöni Funny» (Verlag Kein + Aber 2017).


Eveline Hasler

Schreibt zuhause in Ronco sopra Ascona

«In unserer Wohnung hängen viele alte Spiegel. Nicht, weil ich eitel bin – man sieht sich in alten Gläsern ja eher verzerrt –, sondern zur Inspiration. Spiegel machen die Räume grösser. Sie öffnen Perspektiven und bringen das Grün aus dem Garten ins Wohnzimmer, auch wenn es nur eine Illusion ist. Das kommt der Schriftstellerei sehr nah, auch ich arbeite oft mit Spiegelungen.

Ich lebe mit meinem Mann seit 24 Jahren in diesem Haus hoch über Ascona. Weil mein Büro sehr klein ist, schreibe ich vor allem am Esstisch oder draussen auf der Terrasse. Unten im Garten steht ein Granittisch unter einer Pergola, an dem ich nachmittags gern mit dem Laptop sitze. Von dort habe ich einen wunderbaren Ausblick über den Lago Maggiore. Wenn ich mit einem Text nicht weiterkomme, genügt es, eine Zeit lang auf diese blanke, leere Fläche zu blicken: der See als Spiegel und Ort der Ideen.

Mein Schreibtisch ist uralt. Ich mag ihn sehr, grad weil er so klein ist und überall Platz hat. Viel kann man nicht draufstellen, aber das ist gut so, denn ich habe die Angewohnheit, keine freie Fläche ungenutzt zu lassen.

Das Tischlein reicht für einen Laptop, Schreibwerkzeug oder diese kleine Kristallpyramide, in der sich das Licht so schön verfängt. Sie strahlt eine gute Energie aus, genauso wie der kleine Buddha, der mich daran erinnert, dass man zum Schreiben eine meditative Tiefe erreichen muss – was nicht ganz einfach ist und mir nicht immer gelingt.

«Am Morgen brauche ich etwa drei Espressi, um in Fahrt zu kommen»: Eveline Hasler – hier auf einem Foto von 1998. Foto: Ayse Yavas/Keystone

Am Anfang eines Buchs steht die Begeisterung für einen Stoff. Inhaltlich ist alles noch sehr vage. Oft ist es ein Sachverhalt, der noch sehr struppig ist und keine klaren Konturen hat. Es gibt auch keinen ersten Satz, der alles in Bewegung setzt. Nur provisorische Sätze, die ich in handschriftlichen Notizen festhalte. Aus diesem Gestrüpp von Ideen und Notizen entwickelt sich dann ein Text, den ich in den Computer tippe und weiterbearbeite. Der Computer ist ein herrliches Instrument. Durch ihn hat sich die Art des Schreibens vollkommen verändert. Wollte man früher nachträglich einen Abschnitt in einen Text einfügen, musste man das Manuskript mit der Schere zerschneiden, um den neuen Textteil dazwischenzukleben. Ich war die erste Autorin meines Verlags, die 1985 von der Schreibmaschine zum PC wechselte. Einen Amstrad, gross, schwer und nach heutigen Begriffen sehr archaisch. Es war, als tippte man den Text auf eine endlose Rolle blauen Klopapiers.

Meine Arbeitstage sind klar strukturiert. Wenn ich morgens um acht aufstehe, bin ich in Gedanken bereits bei meinem Buch. Ich vermute, das hat mit dem Unterbewusstsein zu tun, das kurz nach der Schlafphase noch sehr angeregt ist. Das Unterbewusste ist für uns Schriftsteller wichtig. Es hilft uns, von der Oberfläche in die Tiefe zu tauchen. Darum bin ich in dieser Zeit gern für mich allein, während mein Mann das Frühstück vorbereitet.

Am Morgen brauche ich etwa drei Espressi, um in Fahrt zu kommen. Ich schreibe bis zum Mittag, esse etwas Kleines, lege mich kurz hin und schreibe danach weiter. Später gehe ich auf einen Spaziergang mit meinem Mann. Bei uns im Süden ist das Nachtessen sehr wichtig. Das nimmt Zeit in Anspruch, doch das ist gut so. Schriftsteller ist ein einsamer Beruf. Da ist es umso wichtiger, dass man sich von der Arbeit lösen kann. Nach dem Essen schreibe ich oft noch ein wenig weiter, selten länger als bis zehn oder halb elf. Meistens überarbeite ich Geschriebenes, setze die Bestandteile eines Texts neu zusammen oder schleife so lang an den Sätzen, bis sie jene Leichtigkeit bekommen, die ich mir von ihnen wünsche.

Die Landschaft, in der man lebt, prägt die Bücher, die man schreibt.

Die Entstehung eines Romans vergleiche ich mit einer Wanderung: Sie ist kurvenreich, führt durch unbekanntes Gelände, gewährt überraschende Aussichten und Perspektiven. Auch Blockaden gehören dazu. Meistens entstehen sie dann, wenn ich auf meiner Wanderung einen falschen Weg eingeschlagen habe. Oft vergeht eine gewisse Zeit, bis ich das merke. Dann hilft es, ein paar Tage zu warten, eine Distanz zum Text zu gewinnen und dann zu entscheiden, wie es weitergehen soll: Ob der eingeschlagene Weg der richtige ist oder eine Umkehr besser wäre.

Mein Mann ist mein erster Leser. Das ist sehr praktisch für mich, weil ich ihm jederzeit etwas zeigen kann, wenn ich mir bei einer Passage nicht sicher bin. Er ist Naturwissenschafter und hat ein belletristisches Verständnis für Literatur, was mir eine Vorstellung davon gibt, wie der Text bei meinem Publikum ankommt.

Die Landschaft, in der man lebt, prägt die Bücher, die man schreibt. Das Glarnerland, wo ich aufgewachsen bin, ist zwar schön, aber auch eng. Wäre ich nie von dort weggezogen, hätte ich andere Bücher geschrieben. Die Aussicht auf die Weite hier im Tessin ist für mich sehr wichtig geworden. Denn die Stoffe, die ich in meinen Büchern behandle, sind selten leicht und unbeschwert. Das kann mich auch bedrücken. Dagegen hilft, ab und zu den Blick zu heben und sich von dieser Landschaft, dieser Heiterkeit mittragen zu lassen. Sehen Sie, es gibt hier kaum schroffe Konturen. Die Landschaft ist sehr mild. Selbst die Berge haben weiche Formen und strahlen eine Liebenswürdigkeit aus. Hermann Hesse sagte einmal: Diese Landschaft nimmt einen liebevoll in den Arm. Und es stimmt! Sie tut mir und meinen Büchern gut.»

Eben erschien von Eveline Hasler «Tochter des Geldes: Mentona Moser – die reichste Revolutionärin Europas. Roman eines Lebens» (Verlag Nagel & Kimche 2019).

Erstellt: 10.04.2019, 20:02 Uhr

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