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Reisen in ein zerrissenes Land

Der israelische Schriftsteller Nir Baram bereiste 2014 und 2015 die von Israel besetzten Gebiete im Westjordanland. Seine Berichte in Buchform sind bewegend und ernüchternd.

Das israelische Militär räumte den Container weg: palästinensische Schule im Westjordanland. Foto: Reuters
Das israelische Militär räumte den Container weg: palästinensische Schule im Westjordanland. Foto: Reuters

«Ich bin hergekommen, um über 1967 zu reden, und Arafat hat über 1948 geredet.» Diese Aussage, die Ehud Barak, der frühere israelische Premierminister, nach dem Scheitern der Gespräche in Camp David im Jahre 2000 machte, zitiert der junge Schriftsteller Nir Baram am Schluss seines Buches «Im Land der Verzweiflung». Er schreibt dazu: «Dieser entscheidende Satz, vielleicht der treffendste, den Barak in seinem ganzen Leben gesagt hat, markiert das fundamentale Unverständnis zwischen den beiden Seiten.» Während die Israelis über die Folgen des Sechstagekrieges von 1967 verhandeln wollen, geht es den Palästinensern um die Wunden der mit der Staatsgründung verbundenen Vertreibungen von 1948 – abgesehen von all den Konflikten, die das Land danach erschütterten: erste und zweite Intifada, der Libanonfeldzug, der Gazakrieg und – nicht zu vergessen – der alltägliche Kleinkrieg in den besetzten Gebieten mitsamt den Schikanen an den Checkpoints.

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