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Reuige Folterknechte bitten den Papst um Absolution

Der Historiker Arnold Esch erzählt aus dem Alltag des Spätmittelalters. Seine Quelle: die Vatikanbehörde.

Mancher, der sich an den Gewaltakten der spanischen Inquisition beteiligte, suchte hinterher Gewissenserleichterung: Der um 1500 entstandene Stich zeigt Mönche, die auf das Geständnis eines Folteropfers warten.Foto: Hulton Archive (Getty Images)
Mancher, der sich an den Gewaltakten der spanischen Inquisition beteiligte, suchte hinterher Gewissenserleichterung: Der um 1500 entstandene Stich zeigt Mönche, die auf das Geständnis eines Folteropfers warten.Foto: Hulton Archive (Getty Images)

Als er zwölf Jahre alt war, schreibt ein Mönch in einer Bittschrift an den Papst, habe er sich bei einer Hinrichtung nützlich gemacht. Er habe sich ein Schwert gegriffen und die beiden Räuber zum Galgen begleitet. Später habe er einem der Gehängten den Fuss durchbohrt, um zu prüfen, ob er wirklich tot sei. Da es Klerikern im Mittelalter verboten war, an Folter, Hinrichtungen oder Verstümmelungen teilzunehmen, wandte sich der Mönch nun in einem Schreiben an den Papst mit der Bitte um Absolution.

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