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Revolutionäres Christentum

Der amerikanische Philosoph und Politologe Larry Siedentop hebt die Bedeutung des christlichen Denkens für den westlichen Liberalismus hervor. Eine längst fällige Rehabilitation.

Christentum und Moderne sind keine Gegensätze: Eine Katholikin macht ein Foto beim Papstbesuch auf Sri Lanka (14. Februar 2015).
Christentum und Moderne sind keine Gegensätze: Eine Katholikin macht ein Foto beim Papstbesuch auf Sri Lanka (14. Februar 2015).
Stefano Rellandini, Reuters

Unter vielen westlichen Intellektuellen gehört es zum guten Ton, schlecht über das Christentum zu reden. Sie sehen darin eine rückständige Religion, die es verpasst habe, mit der Moderne und deren Anforderungen Schritt zu halten, und die deswegen dem Fortschritt der Zivilisation im Wege stehe. Wenn sie sich dennoch einmal mit dieser Religion beschäftigen, dann höchstens in der Form einer zur Überheblichkeit neigenden Belustigung: Man schmökert beispielsweise schmunzelnd in der skurrilen «Kriminalgeschichte des Christentums» von Karlheinz Deschner oder erfrischt sich in der von Eugen Drewermann psychologisch weichgezeichneten Wohlfühloase, die er als das Christentum ausgibt.

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