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Roland Barthes, mon amour

Lesen war für ihn die intensivere Variante des Lebens: Am 12. November wäre der französische Intellektuelle Roland Barthes 100 Jahre alt geworden. Sein Werk hat mein Leben verändert, sagt der Literaturkritiker Stefan Zweifel.

Ohne die Literatur würde es die Liebe gar nicht geben, davon war Roland Barthes überzeugt. Foto: Fabian Cevallos (Carbos, Dukas)
Ohne die Literatur würde es die Liebe gar nicht geben, davon war Roland Barthes überzeugt. Foto: Fabian Cevallos (Carbos, Dukas)

Und plötzlich sass er da, neben mir in dieser warmen Novembernacht, unter einem Wärmepilz, wie sie bei uns in der Schweiz verboten sind. Aber in Paris, diesem ewigen Traum eines intensiveren Lebens, da sass ich unter einem solchen Heizpilz, draussen vor dem Café Flore, bestellte einen Wodka mit Grapefruitsaft, da er diesen Drink so geliebt hatte, der in zwei verschiedenen Gläsern serviert wird, dazu Eis und eine Zange. Soll ich den Wodka mischen mit dem Saft, soll ich beides gesondert kosten? Ist dieses Wort «kosten» nicht schon peinlich? In welchem Jahrhundert lebe ich? In welchem Jahrhundert lebe ich mit ihm, meinem imaginären Lebenspartner: Roland Barthes?

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