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Schillerpreis geht an Philippe Jaccottet

Der Waadtländer Autor ist an den Solothurner Literaturtagen mit dem wichtigsten Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet worden.

Essayist und Übersetzer: Philippe Jaccottet (Mitte) mit Elisabeth Edl und Wolfgang Matz 2008 im Literaturhaus Zürich.
Essayist und Übersetzer: Philippe Jaccottet (Mitte) mit Elisabeth Edl und Wolfgang Matz 2008 im Literaturhaus Zürich.

Zum Auftakt der Solothurner Literaturtage ist an Auffahrt der Grosse Preis der Schillerstiftung an den 85- jährige Waadtländer Lyriker, Essayist und Übersetzer Philippe Jaccottet verliehen worden.Dieser wichtigste Schweizer Literaturpreis ist mit 30'000 Franken dotiert.

Jaccottet wurde am 30. Juni 1925 in Moudon VD geboren und lebt seit etwa 60 Jahren in Frankreich, zunächst in Paris und seit 1953 im südfranzösischen Grignan. Seine Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet. Er selber übersetzte überdies unter anderen Homer, Goethe, Rilke und Ingeborg Bachmann ins Französische.

«Ein Brückenbauer»

Weil der Schillerpreis der einzige Schweizer Literaturpreis ist, der in allen vier Landessprachen vergeben wird, gab es am Donnerstag im Stadttheater Solothurn Laudationes in französisch, italienisch und deutsch. Laudatoren waren die Autoren Pierre Chappuis und Fabio Pusterla sowie der Literaturkritiker Andreas Isenschmid.

Eine der Begrüssungsreden hielt ausserdem Jean-Frédéric Jauslin, Direktor des Bundesamts für Kultur (BAK). Er mochte sich in seiner Ansprache nicht auf einen literaturhistorischen Diskurs einlassen, sondern wollte dies seinen qualifizierteren Nachrednern überlassen.

Doch erinnerte Jauslin daran, dass Jaccottet als Übersetzer - ebenso wie die Schweizer Schillerstiftung - ein Brückenbauer über die Sprachgrenzen sei und damit ein Anliegen unterstütze, das dem BAK wichtig sei.

Nur alle vier bis sechs Jahre verliehen

Da die Schillerstiftung sparen muss, vergibt sie dieses Jahr keinen der kleinen Schillerpreise, sondern entscheidet lediglich zusätzlich über den Träger des von der Zürcher Kantonalbank gestifteten ZKB-Schillerpreises. Der Grosse Schillerpreis der Schweizerischen Schillerstiftung wird nur alle vier bis sechs Jahre verliehen.

Offiziell starten die Solothurner Literaturtage am Freitagmorgen mit Lesungen von Felix Kauf, Michel Mettler und Simon Froehling im Landhaus sowie einem Jugendprogramm im Alten Spital. Bis zum Sonntag werden fast 100 Literaturschaffende Lesungen und andere Veranstaltungen bestreiten. Einer der Stargäste ist Martin Suter.

SDA/oku

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