Zum Hauptinhalt springen

Schweizer Buchpreis für Monique Schwitter

Der Roman «Eins im Andern» von Monique Schwitter ist mit dem Buchpreis ausgezeichnet worden. Ihre Lust am Schreiben hat mit Liebesbriefen begonnen.

Bevor die Jury entschied, wurde dreieinhalb Stunden diskutiert: Die Gewinnerin des Schweizer Buchpreises 2015, Monique Schwitter. (28. August 2015)
Bevor die Jury entschied, wurde dreieinhalb Stunden diskutiert: Die Gewinnerin des Schweizer Buchpreises 2015, Monique Schwitter. (28. August 2015)
Christian Beutler, Keystone

Die Gewinnerin des Schweizer Buchpreises 2015 heisst Monique Schwitter. Die mit 30'000 Franken dotierte Auszeichnung wurde der Zürcherin im Theater Basel im Rahmen des Festivals BuchBasel überreicht.

Schwitters Roman sei «die Liebesbiografie einer Frau, kräftig, humorvoll, nachdenklich», hiess es in der Jurybegründung. Trotz seiner strikten Struktur - die Erzählerin ordnet die verschiedenen Lieben ihres Lebens den zwölf Aposteln zu - wirke es nie künstlich erzwungen.

Gewinnerin ohne Dankesrede

Schwitter, die seit 2010 in Hamburg lebt, hatte keine Dankesrede vorbereitet. Für die Verleihung des Deutschen Buchpreis, für den sie ebenfalls nominiert war, habe sie eine gehabt, sagte sie. Aber da sie sie nicht halten konnte, habe sie beschlossen, künftig nur noch für sich und die Leser zu schreiben - «wie ich es immer tue».

Das Rennen sei knapp gewesen, sagte Jury-Präsidentin Corina Caduff vor der Öffnung des Preisträger-Couverts. Die Diskussion habe dreieinhalb Stunden gedauert. Auf der Shortlist standen auch Martin R. Deans «Verbeugung vor Spiegeln», Dana Grigorceas «Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit», Meral Kureyshis «Elefanten im Garten», Ruth Schweikerts «Wie wir älter werden». Sie erhielten zweite Preise in Höhe von je 2500 Franken.

Die Kraft der Literatur

Schwitter, glaubt an die Kraft der Literatur. Ihre Lust am Schreiben habe mit Liebesbriefen begonnen, sagte die Wahl-Hamburgerin einmal. 1972 in Zürich geboren, studierte Schwitter Theaterregie und Schauspiel in Salzburg. Sie war an den Schauspielhäusern von Zürich, Frankfurt, Graz und Hamburg engagiert. Während dieser Zeit glänzte Schwitter mit eigenen Inszenierungen und musikalischen Programmen. Darüber hinaus veranstaltete sie Soiréen und literarische Salons.

Für ihren Debütband «Wenn's schneit beim Krokodil» wurde Schwitter 2006 mit dem Robert-Walser-Preis und dem Förderpreis der Schweizer Schillerstiftung ausgezeichnet. Danach erschienen 2008 der Roman «Ohren haben keine Lider» und das Theaterstück «Himmels-W».

Schwitter verabschiedete sich 2010 von der Bühne und lebt seitdem als freie Schriftstellerin in Hamburg. 2011 veröffentlichte sie den Erzählband «Goldfischgedächtnis». Seit 2012 ist sie Mitglied der Hamburger Freien Akademie der Künste. Im Juli kam die Autorin am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb ins Final.

SDA/slw

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch