Schweizer haben 2017 weniger Bücher gekauft

Die Verkaufszahlen sind nochmals um 2,9 Prozent gesunken. Das liegt nur zum kleineren Teil am Preis.

Zu den bestverkauften Titeln gehörten 2017 die Bücher von Martin Suter, Elena Ferrante und Dan Brown. Trotzdem verzeichnete SBVV einen Rückgang des Umsatzes. (Archivbild)

Zu den bestverkauften Titeln gehörten 2017 die Bücher von Martin Suter, Elena Ferrante und Dan Brown. Trotzdem verzeichnete SBVV einen Rückgang des Umsatzes. (Archivbild) Bild: Sabina Bobst

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Der Marktreport 2017, der im Auftrag des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbandes (SBVV) von GFK Entertainment erstellt wird, ergibt für 2017 einen Rückgang des Umsatzes mit Büchern von 2,9 Prozent gegenüber 2016. Die Preise sind um 0,4 Prozent gesunken, die verkauften Stückzahlen aber um 2,5 Prozent. Erfasst sind alle Verkäufe, auch der Onlinehandel, ausgenommen Lieferungen an Schulen und Bibliotheken und E-Books-Verkäufe. Ein Viertel des Handels mit gedruckten Büchern wird online abgewickelt, durch inländische oder ausländische Anbieter (Amazon).

In den letzten 10 Jahren ist der Umsatz mit Büchern in der Deutschschweiz um ein Viertel (25,2 Prozent) gesunken. Ein Grossteil des Verlustes geht auf gesunkene Buchpreise infolge der Frankenstärke zurück. Bücher sind heute knapp 20 Prozent billiger als 2007, das «Durchschnittsbuch» (alle Publikationsformen) kostet heute 20 Franken.

15 Millionen Bücher gingen 2017 über den Ladentisch, physisch oder virtuell. Mehr als ein Drittel (34,4 Prozent) davon waren Romane, 21,4 Prozent Kinder- und Jugendbücher; deren Umsatz sank stark, um 7 Prozent. Zu den stärksten Titeln 2017 gehörten Martin Suters «Elefant», die Neapel-Saga von Elena Ferrante und Dan Browns «Origin».

Weniger als ein Zehntel waren E-Books, allerdings gibt es da nur Schätzungen. Der SBVV geht davon aus, dass sich anders als im Musik- oder Filmgeschäft «keine fundamentale Verschiebung Richtung digitaler Medienträger» abzeichnet. Diesen Strukturwandel habe der Buchhandel hinter sich. Der Marktreport zitiert den CDO der weltgrössten Verlagsgruppe Penguin Random House, Markus Dohle, der davon ausgeht, dass sich international das Verhältnis gedruckte Bücher zu E-Books bei 80 zu 20 einpendeln wird.

Dass der Euro-Franken-Kurs solche Auswirkungen auf den Umsatz hat, liegt daran, dass nur ein geringer Anteil, nämlich 17,6 Prozent, von Schweizer Verlagen stammen, der Rest aus Deutschland (vor allem) und Österreich. Umgekehrt kommen nur 3 Prozent der in Deutschland verkauften Bücher aus der Schweiz; ein Mini-Anteil, der immerhin gehalten werden konnte. Insgesamt hat auch in den Nachbarländern der Buchmarktumsatz eingebüsst, in Deutschland waren es 2 Prozent, in Österreich 4 Prozent.

Erstellt: 21.02.2018, 11:12 Uhr

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