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Schweizer haben wieder Lust auf Bücher

Nach Jahren mit massiv sinkenden Umsätzen ist der Schweizer Buchmarkt 2013 erstmals wieder gewachsen. Einheimisches Schaffen profitiert allerdings kaum.

Es geht wieder aufwärts im Schweizer Buchhandel: Die Branche erzielt einen Jahresumsatz zwischen 430 und 450 Millionen Franken.(Bild: Sabina Bobst)
Es geht wieder aufwärts im Schweizer Buchhandel: Die Branche erzielt einen Jahresumsatz zwischen 430 und 450 Millionen Franken.(Bild: Sabina Bobst)

Gründe für das Umsatzplus von 1,7 Prozent auf dem Buchmarkt seien stabilisierte Preise und mehr Verkäufe, teilte der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband (SBVV) am Montag mit. Im Zeitraum von 2007 bis 2012 war der Deutschschweizer Buchmarkt mit einem Umsatzrückgang von 12,2 Prozent konfrontiert gewesen. Der gesamte Branchenumsatz wurde nicht explizit kommuniziert, er dürfte aber gemäss den vorliegenden Informationen zwischen 430 und 450 Millionen Franken liegen.

Eine Studie, die Media Control im Auftrag des SBVV durchführte, beziffert die Zahl der verkauften Bücher alleine für die Deutschschweiz auf rund 20 Millionen. 17 Millionen davon wurden durch den Schweizer Buchhandel abgesetzt. Etwas über ein Drittel davon fällt auf die Sparte Belletristik. Jedes fünfte gekaufte Buch war ein Kinderbuch.

Online-Handel stagniert

Zahlen aus Deutschland wiesen darauf hin, dass der Online-Handel im letzten Jahr kaum mehr zugelegt habe, heisst es in dem Bericht weiter. Dieses Ergebnis könne mit einiger Sicherheit auch auf die Deutschschweiz übertragen werden.

Der Anteil der E-Books am Gesamtumsatz liegt nach Schätzungen derzeit bei rund 8 Prozent. «Dies ist zwar eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr, der Anteil von E-Books liegt damit jedoch noch weit entfernt von den Zahlen im angelsächsischen Buchmarkt, wo sich der Umsatzanteil von E-Books bei rund 25 Prozent eingependelt hat», schreibt der SBVV.

Schweizer Verlage profitieren nicht

Wenig glücklich ist der Verband mit dem Umsatzanteil der Deutschschweizer Verlage an den insgesamt verkauften Büchern. Eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr stellte sich hier nicht ein: Der Umsatzanteil im Heimmarkt verharrte bei 14,7 Prozent.

In Deutschland (2,3 Prozent) und Österreich (2,6) waren die Umsatzanteile der Deutschschweizer Verlage sogar leicht rückläufig. Über die Hälfte dieser Umsätze werden gemäss Marktreport vom Diogenes-Verlag erzielt, dem einzigen Schweizer Unternehmen unter den 20 grössten deutschsprachigen Publikumsverlagen.

Es ist das Ziel des SBVV, den Anteil der Deutschschweizer Verlage am Buchmarkt Deutschland zu erhöhen. Hierfür brauche es eine stärkere Präsenz der Schweizer Literatur in Medien und der Öffentlichkeit, hiess es, weshalb sich die hiesige Buchbranche viel vom «Auftritt Schweiz» an der Leipziger Buchmesse im März verspricht. «Dass beim Marktanteil in Deutschland noch Luft nach oben besteht, zeigt der Blick nach Osten: Österreichische Verlage kommen in Deutschland auf einen Umsatz-Marktanteil von rund 7 Prozent», betonte der SBVV.

SDA/ldc

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