Zum Hauptinhalt springen

Sie bringen die Welt in Ordnung – mit Briefmarken und Gasmasken

Sammler lösen Kopfschütteln aus, manche Psychologen halten sie für krank. Doch wie ein neuer Bildband belegt, ist der «Homo collector» selbst der beste Experte seines Tuns.

Was macht ein 44-jähriger Mann, der sich eine Barbiepuppe kauft? Er lässt sie als Geschenk einpacken, um den Blicken zu entgehen. So hat es Marc Lagler früher gemacht. «Heute ist mir egal, was die Leute von mir denken.» Lagler ist kaufmännischer Angestellter. Seit 1972 sammelt er Barbies – 9000 sind es mittlerweile. Seine Sammlung ist die grösste im Land, und seine Favoritin unter den Blonden ist Neptune, «die Meerfrau mit den grünen Bob-Mackie-Designerkleidern». Sonst stehe er «eher auf die Dunkelhäutigen». Und: «Dünn sind sie alle. Die Diskussion über Magersucht kann ich nicht mehr hören.»

Andere Leute sammeln Skiliftbügel. Tortenschaufeln. Jeans, Nachttöpfe, Turnschuhe, Querflöten oder Gasmasken. Im Buch «Sammlerglück» sind 24 von ihnen porträtiert. Der Fotograf Hansueli Trachsel zeigt sie auf grossformatigen Schwarzweissfotos inmitten ihrer Schätze, darin versunken oder in Posen, mit denen sie sich selbst ausstellen; die Journalistin Regula Tanner hat kurze Texte in Ichform geschrieben, der mündlichen Rede abgehorcht und daher nahe bei den Personen. Dazu suchen sechs Akademiker in ihren Aufsätzen nach dem, was Sammler antreibt. Die Frage steht auch im Untertitel des Bands, dort mit einem Dreh ins grosse Ganze: «Warum sammelt der Mensch?»

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.