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Tanz der Atome

Der römische Dichter Lukrez hat das schönste Gedicht gegen den Gottesglauben geschrieben. Seine Bibel des Atomismus, eine Feier des diesseitigen Lebens, ist jetzt neu auf Deutsch zu haben.

Titus Lucretius Carus – kurz Lukrez – hat den Zufall unserer Welt eindringlich beschrieben. Foto: Arnold Spencer (Getty Images)
Titus Lucretius Carus – kurz Lukrez – hat den Zufall unserer Welt eindringlich beschrieben. Foto: Arnold Spencer (Getty Images)

Es gibt keinen klangvolleren Gegengesang zu den grossen Büchern der Religionen, die uns Menschen, wie das Wort «religio» besagt, an den Glauben «fesseln», als das Lehrgedicht «De rerum natura» des römischen Dichters Lukrez. Der konnte, 60 v. Chr, nicht ahnen, wie viel Wut und Zerstörung die Religionsstifter Jesus und Mohammed in die Welt tragen würden, indem sie ihren Anhängern ein ewiges Jenseits versprachen. Er wollte uns von solchem Jenseitsglauben heilen und ganz ins Hier und Jetzt erlösen. Ins Spiel der Wellen auf dem Wasser, ins Schimmern der Purpurschnecken und ins Flimmern der Sonne. Heimholen aus dem Übersinnlichen ins ganz und gar Elementare. Er war der Dichter der Atome und ahnte schon, was die Wissenschaft Jahrtausende später entdeckte.

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