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Todesmärsche vor der Haustür

Die Türkei leugnet den Genozid an den Armeniern. Dabei gibt es für die Vertreibungen eindeutige Belege wie das Tagebuch der Schweizerin Clara Sigrist-Hilty.

Clara Sigrist-Hilty unterwegs mit bewaffnetem Begleiter im Jahr 1915. Foto: Archiv für Zeitgeschichte, ETH Zürich
Clara Sigrist-Hilty unterwegs mit bewaffnetem Begleiter im Jahr 1915. Foto: Archiv für Zeitgeschichte, ETH Zürich

«Wieder werden die Armenier gesammelt. Fritz vermag die Sütçü-Familie nicht zu retten», schreibt Clara Sigrist-Hilty am 16. März 1917 in ihr Tagebuch. Am Tag nach der Hochzeit mit Fritz Sigrist verliess sie ihre Heimat in Werdenberg, um ins Osmanische Reich zu ziehen. Ihr Ehemann, ein Ingenieur, war dort zuständig für die Linienführung der Bagdadbahn. Das riesige Bauprojekt, das zwischen 1903 und 1940 auf einer Strecke von 1600 Kilometern realisiert wurde, stand unter deutscher Führung. Auch finanziert wurde die Bahn zu grossen Teilen von deutschen Banken.

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