Tödliche Stille

Vor sechs Jahren zog es Autor Stefan Klein ins Grüne. Seitdem muss er zusehen, wie sein Paradies verschwindet. Ein realer Krimi.

Tiere findet man hier immer weniger: Ein Traktor in der totalen Abgeschiedenheit. Foto: Getty Images

Tiere findet man hier immer weniger: Ein Traktor in der totalen Abgeschiedenheit. Foto: Getty Images

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I.

Seit ich mich erinnern kann, waren die Glühwürmchen einer der Höhepunkte des Sommers. Wenn, meist um den Sonnenwendtag, überall im Garten Lichter tanzten, war ich nicht ins Bett zu bekommen. Es seien nur dem Namen nach Würmchen, in Wirklichkeit aber Käfer, erklärte meine Mutter. Ihr Licht diene den Männchen und Weibchen dazu, einander im Dunklen zu finden. Dafür riskierten sie, von einem Räuber gefressen zu werden. Noch heute kann ich mir wenig Ekstatischeres vorstellen, als in einer warmen Nacht inmitten eines Funkenregens von Signalen draufgängerischer Liebe zu sitzen: Mir scheint dann, es ist das grosse Fest des Lebens selbst, das da aufgeführt wird.

Ich habe lange keine Glühwürmchen mehr gesehen. Im ersten Jahr, als wir das Haus gerade gekauft hatten, waren sie noch da. Das Haus liegt am Rand eines winzigen Dorfs auf dem halben Weg zwischen Berlin und der Ostsee. Wir haben es gekauft, weil wir dachten, dass unsere Stadtkinder wenigstens am Wochenende im Matsch wühlen sollen. Die neuen Nachbarn begrüssten uns freundlich, fast überschwänglich, als wir das Dorf mit unseren drei Kindern besichtigten. «Vielleicht kommt wieder etwas Leben hierher», meinte eine Dame im Rentenalter, die sich als die Gattin eines pensionierten Pastors vorstellte.

Alle Einwohner im arbeitsfähigen Alter hatten den Ort seit dem Mauerfall verlassen und ihre Häuser an Berliner Paare verkauft, die sich nun auf dem Land hinter sorgsam restaurierten Fassaden und zwischen manikürten Staudenrabatten ihren Ruhestand einrichteten. Von den früheren Anwohnern zurückgeblieben waren nur ein alleinstehender Mann und der 90-jährige Herr M., er hatte nach dem Tod seiner Frau seine Jugendliebe zu sich in Haus geholt. Im Schuppen des Paares flatterte eine Schar Hühner um einen roten Traktor sowjetischer Bauart herum, und auf dem Dach nistete ein Storch.

Ein richtiges Bullerbü habt ihr da gefunden.

Unser kleiner Garten, in dem der Vorbesitzer Kartoffeln angebaut hatte, endete im Schilf, durch das ein von Weiden bestandener Entwässerungsgraben führte. Jenseits davon zogen sich Felder und Wiesen sanft einen Hügel hinauf, auf dem im Frühjahr Kraniche standen. Ein von Holunder und Wildrosen gesäumter Weg führte zu einem kleinen See.

Als Freunde uns in diesem ersten Sommer besuchen kamen, waren sie fassungslos angesichts einer solchen Idylle nur 100 Kilometer nördlich der Hauptstadt: «Ein richtiges Bullerbü habt ihr da gefunden.» Durch das Gras hüpften Kröten, aus den ritzen alter Feldsteinmauern züngelten Ringelnattern und Blindschleichen, Eidechsen räkelten sich in der Sonne, abends flatterten Fledermäuse um den Gartentisch. Und zwei Abende lang sahen wir die Glühwürmchen um die Weiden tanzen.

Nur die Glühwürmchen fehlten

Nie hätten wir erwartet, dass – im Jahr 2010 und mitten in Deutschland! – auf so kleiner Fläche so viel Tierleben beheimatet sein konnte. Lag es daran, dass sich das Dorf in einem ausgewiesenen Naturpark befindet? Auf den Feldern stand Getreide, das als Futter für eine Rinderzucht im Nachbardorf angebaut wurde.

«Unsinn!», schimpfte der 90 Jahre alte Herr M. «Wissen Sie, was der Name unseres Dorfes bedeutet? Er kommt aus dem Slawischen und heisst ‹Weideort›. Früher war alles hier Grünland. Erst vor ein paar Jahren haben sie die Wiesen umgebrochen. Aber auf diesem Boden wird sich Ackerbau nie lohnen.»

Das Land gehöre dem Nachfolgebetrieb der einstigen DDR-Genossenschaft, er befinde sich in finanziellen Schwierigkeiten. Bald werde ein neuer Besitzer die Flur übernehmen, behauptete M. Man erzähle in den Nachbardörfern von einem Westdeutschen, der alles Land in der Gegend aufkaufe und Kraftwerke errichten wolle, um die Feldfrüchte darin zu verbrennen. Er, sagte Herr M., könne das nicht glauben.

Ein paar Monate später fanden alle Bewohner der Nachbardörfer einen Prospekt im Briefkasten. Darin wurde dafür geworben, sich gegen eine nicht besonders hohe Gebühr gleichzeitig an Kabelfernsehen, superschnelles Internet und Fernwärme anschliessen zu lassen. All das werde eine R. Medien GmbH in Kürze auch dieser Gegend anbieten.

Im nächsten Frühjahr donnerten neue Traktoren durchs Dorf. Die Fahrer thronten in allseits umschlossenen, schwarzen Kabinen hoch über der Strasse; und ich hätte gewettet, dass man drei Sowjettraktoren aufeinander stellen müsste, um das Kabinendach zu erreichen. Und weil die Maschinen überbreit waren, hinterliessen sie sämtliche Bäume am Wegrand mit abgebrochenen Ästen, ganz so, als hätte sich eine Horde Elefanten eine Schneise gebahnt. Auch stellten wir fest, dass der Entwässerungsgraben am Ende unseres Gartens ausgebaggert worden war.

Seit 1989 sind rund 80 Prozent aller damals in Deutschland lebenden Insekten verschwunden.

Im Übrigen schien fast alles beim Alten zu sein. Der Storch nahm auf dem Dach von Herrn M. Quartier, und je wärmer es wurde, umso öfter krochen die Schlangen und eine Echse heraus. Auch die Fledermäuse zeigten sich wieder. Nur die Glühwürmchen fehlten.

Damals konnte ich mir noch nicht vorstellen, welch ein dramatisches Insektensterben Wissenschaftler feststellen würden. Seit 1989, dem Jahr der Wiedervereinigung, sind rund 80 Prozent aller damals in Deutschland lebenden Insekten verschwunden, einfach ausgelöscht worden.

II.

Einen Termin mit dem neuen Grossbauern zu finden war schwer, R. war nur an einem einzigen Tag in der Woche in der Gegend. Er lebte nahe der holländischen Grenze. Ich stellte meinen Wagen auf dem Parkplatz vor einem mir bis dahin unbekannten Fertigteilgebäude im Nachbardorf ab. Neben meinem Auto stand ein schwarzer Porsche mit dem Kennzeichen einer niedersächsischen Kreisstadt: R. war da. In der Baracke hing der stechende Geruch von noch nicht ausgedünstetem Bodenbelag.

Eine Angestellte erwartete mich. Sie bat mich, Platz zu nehmen. «Herr R. hat noch im Reaktor zu tun», sagte sie. «Reaktor?», fragte ich. Sie zeigte auf ein Gebilde auf der Rückseite der Baracke, das wie eine viel zu gross geratene mongolische Jurte aussah. «Hier kommt die Ernte rein. In dem Reaktor vergären die Feldfrüchte zu Gasen.»

Die ganze Wand hinter ihrem Schreibtisch war von einer Flurkarte bedeckt. Grün waren die Flächen, die R. gehörten, rot solche, die er gepachtet hatte. Die Karte zeigte die gesamte Region, von unserem Dorf bis hin zur mehr als 20 Kilometer entfernten ehemaligen Residenzstadt der Grafen, denen einmal der Landstrich gehört hatte: überall grüne und rote Schraffur. Neben der Karte hing eine Liste von R.s niedersächsischen Firmen. Der Liste entnahm ich, dass die Belegschaften der verschiedenen Unternehmen untereinander im direkten Wettbewerb standen. Wer Monat für Monat den meisten Strom erzeugte, bekam eine Prämie.

Für ein paar Tage hing über den Feldern Verwesungsgeruch

Ich liess mich in den Besuchersessel sinken und blätterte in den Zeitschriften, die auf dem Beistelltisch lagen. Sie hiessen top agrar und Agrarmanager. Es ging um Rapspreise und die Pflege wunder Euter. Zwischen den Artikeln waren Anzeigen mit Überschriften wie «Halali» und «Auf meinem Feld dulde ich keine Besucher» geschaltet. Es war Werbung für Spritzmittel, die Insekten und Pflanzen zu töten versprachen, welche gegen herkömmliche Gifte resistent geworden waren. Im Hintergrund hörte man den Lärm von Dieselmotoren.

Nach einer halben Stunde erschien R. Er war ein untersetzter Mann mittleren Alters, durchschnittlich auch als Erscheinung. Hätte er keine mit dem Firmenlogo bedruckte Faserweste, sondern einen grauen Anzug getragen, hätte ich in ihm einen Manager eines mittelständischen Unternehmens, vielleicht zur Produktion von Bremsbelägen, vermutet.

Ich trug ihm meine Anliegen vor – eine Grundstückssache und die Bitte, seine Maschinen mögen in den Dörfern um der Kinder willen ihre Geschwindigkeit drosseln. R. versprach, beides in meinem Sinne zu regeln.

Eine vermeintliche Idylle: Sommer in der Uckermark. Foto: Patrick Pleul/DPA

Dann begann er davon zu reden, wie es heute noch möglich sei, von Landwirtschaft zu leben. Ich hatte ihn nicht danach gefragt. «Man muss die Produkte veredeln», sagte er. «Und wir verwerten gleich doppelt. Die mit dem Faulgas der Feldfrüchte angetriebenen Generatoren liefern uns Strom, und die Abwärme können wir als Fernwärme verkaufen. Noch in diesem Sommer lassen wir Rohrnetze für das Warmwasser in den Dörfern verlegen. Gärrückstände können wir als Dünger auf den Feldern entsorgen. Alles, was wir zukaufen müssen, sind der Diesel für die Traktoren und die Pflanzenschutzmittel. Spritzen muss man, sonst gibt es keine Erträge. Finden Sie das keinen wunderbar geschlossenen Kreislauf?»

«Jedenfalls kassieren Sie doppelte Prämien, wenn Sie Elektrizität aus ihren Feldfrüchten machen», antwortete ich. «Erstens subventioniert sie der Staat für die bewirtschafteten Flächen, zweitens für den Strom, den sie erzeugen.» R. sagte etwas von Investitionssicherheit. Und dass er für ein paar Zehntausend Liter Dieselöl, die seine Traktoren jährlich verbrauchen, lediglich den halben Steuernachlass bekomme, während die Bauern, die ihre Maschinen mit selbsterzeugtem Rapsöl betreiben, dafür überhaupt keine Steuern zahlen müssen, was sehr ungerecht sei.

Greifvögel könnten sich an liegen gebliebenen Tierkadavern vergiften.

Wir sprachen dann über die Jagd. R., so stellte sich heraus, nutzte die Aufenthalte in seinen Ländereien, um das in der Uckermark so reichlich vorhandene Wild zu schiessen. Auch dabei fühlte er sich vom Staat gegängelt. Ein Gesetz verbot ihm, seine Flinten wie bisher mit Bleischrot zu laden, Greifvögel könnten sich an liegen gebliebenen Tierkadavern vergiften. Die nunmehr vorgeschriebene Stahlmunition trage nicht so weit, habe weniger Durchschlagskraft. Sie könne als Querschläger sogar den Jäger gefährden, klagte er: Was das für ein Land sei, in dem Vögel mehr zählten als das Leben von Menschen?

III.

Einer meiner Lieblingsspaziergänge im Dorf führte zum See. Man folgte dem Fahrweg auf die Felder, lief an einer aufgegebenen Kiesgrube vorbei und querte schliesslich die Wiesen. Der Weg über die Wiesen, von Heckenrosen, einem stattlichen ausgewilderten Kirschbaum und Birnbäumen gesäumt, war der Höhepunkt der kleinen Wanderung. Im Frühjahr, wenn die Wildblumen blühten, fühlte ich mich in die Tausende Farbpunkte eines impressionistischen Gemäldes versetzt. Im Sommer brummte und schwirrte die Flur von Insekten, im Herbst verwandelte der Raureif die Grashalme und Disteln in Grafiken.

Aber obwohl die wilde Kirsche im Frühjahr in voller Pracht blühte, lag der Baum eines Tages am Boden. Jemand hatte ihn abgesägt. An seinem Stumpf führten Traktorenspuren vorbei. Auch auf den Wiesen hatte sich ein Traktor zu schaffen gemacht, hinter das Fahrzeug war eine zweiachsige Maschine gespannt. Auf jeder Ache sass eine Reihe rotierender Klingen, die das Erdreich aufschlitzten.

Das Getreide habe für sie keinen Wert

Über den Messern schwebte ein breiter Kasten; von dort rieselte Saatgut in die Schnitte im Boden. Der Traktor fuhr nicht viel länger als eine Stunde auf den Wiesen herum, und sobald er davongerollt war, verschwanden die Schlitze unter dem Gras. Erst, als die ersten warmen Tage kamen und wir die Farben der Wildblumen erwarteten, sahen wir, was geschehen war. Statt eines bunten Durcheinanders aus Glockenblumen und Schafgarbe reckten sich tiefgrüne, flache, fleischige Halme empor.

Im Sommer hatte das Hochleistungsgras, das der Traktor eingesät hatte, die Fläche übernommen. Die Wiese war jetzt so gleichmässig sattgrün, als hätte ein Maler seine Rolle darüber gezogen, und die Insekten machten sich rar. Im Sommer erschien der Traktor, um die Mahd einzufahren.

Das Schilf zwischen unserem Garten und den Feldern begann sich ebenfalls zu verändern. Im Röhricht machten sich Brennnesseln breit, wo vorher Schilfhalme standen, wucherte jetzt Klettenlabkraut. Man musste auch keine Gummistiefel mehr anziehen, um das Land zu betreten, der Wasserspiegel war durch das Ausbaggern des Entwässerungsgrabens abgesunken.

Alles kontrolliert: Längst ist die Natur zur bäuerlichen Industrielandschaft geworden. Foto: Tilo Grellmann/DDP

Im Herbst rollten die Erntemaschinen auf die Äcker. Am Tag danach lief ich mit meiner Schwiegermutter über die Felder. Plötzlich blieb sie stehen, starrte auf den Boden. «Was ist?», fragte ich. Sie bückte sich und hielt mir eine zerrupfte Ähre entgegen. «Sie dreschen überhaupt nicht. Sie werfen das Getreide, so wie es ist, in den Häcksler.» «Warum sollten sie auch dreschen?», antwortete ich. «Kommt ohnehin alles gemeinsam in den Reaktor.»

«Das Getreide hat für sie keinen Wert», meinte sie. «Das Korn ist Biomasse. Wie der Halm auch», antwortete ich. «Letztlich wird alles zu Gas und verbrannt.» Den Rest des Weges legten wir schweigend zurück. Ich wusste, in den Nachkriegsjahren hatte meine Schwiegermutter gehungert.

IV.

In jenem Jahr stand zum letzten Mal Wintergetreide auf den Feldern hinter unserem Garten. In der nächsten Saison liess R. Zuckerrüben und Mais einsäen, das versprach eine höhere Gasausbeute. Von Ende Juni an blickten wir nun auf eine übermannshohe Mauer aus Maishalmen. Und da die Pflanze auch immer mehr andere Felder in der Umgebung bedeckte, musste man nun durch grüne Schluchten fahren, um uns zu erreichen. Unser Dorf war eine Insel in einem Ozean aus Mais.

Ich begann, die Landschaft mit anderen Augen zu sehen. Bis dahin war die Welt für mich in zwei Teile zerfallen. Der eine Teil waren die Städte, die künstliche Welt. In der Stadt kontrolliert der Mensch das Leben. Der andere Teil war das Land: die Wiesen und Felder, die Wälder, die Seen, die Berge. Das Land, das war die Natur.

Jede Welt hatte ihre Farbe. Die Städte waren grau, die Natur ist grün. Schon deswegen ähnelten alle Städte und alle Landschaften einander so sehr, dass es zweitrangig war, ob ich durch ein Mittelgebirge wanderte, auf einer Almwiese lag oder über die Felder der Uckermark radelte. Überall dort war Natur. Natur hiess ganz einfach: nicht Stadt. So hatten es mich meine Eltern gelehrt. Sie brachten mir bei, die Schönheit einer Landschaft zu sehen, und dass Menschen Gäste in der Natur sind.

R. lebte nicht von der Natur – er befand sich im Krieg mit der Natur.

Einmal zweifelte ich an dem, was meine Eltern erzählten. Das war, als ich in einem Schulbuch der dritten oder vierten Klasse auf einen Abschnitt stiess, der die Flurbereinigung lobte. Vor wenigen Jahren sei der Kaiserstuhl umgebaut worden, ein erloschener Vulkan am Oberrhein, hiess es. Auf einem ersten Foto stapften Weinbauern mit Kiepen auf dem Rücken durch Hohlwege steile Hänge hinauf. Auf dem zweiten Foto waren die Hänge verschwunden. Stattdessen war eine breite, kahle Terrasse zu sehen, auf die eine Asphaltstrasse führte. Beide Bilder seien am selben Ort entstanden, versicherte der Text. Ein drittes Foto, es zeigte Bagger und Planierraupen, erklärte die Metamorphose; man habe am gesamten Kaiserstuhl die Hänge abgetragen, damit die Weinbauern mehr ernten und die Trauben mit Traktoren einbringen können. Ich stellte mir vor, dass man den riesigen Berg so abgetragen hatte, wie mein jüngerer Bruder, der damals noch im Sandkasten spielte, zur Schaufel griff und seine kleinen Bauwerke zerstörte.

Diese Bilder kamen mir beim Gedanken an mein Gespräch mit R. Wenn ich jetzt durch die Felder vor unserem Dorf ging, überlegte ich, wie er dieses Land, das ihm gehörte, wohl wahrnehmen würde. Der vom Gletscherschliff der letzten Eiszeit gewellte Boden der Uckermark, der mich an das Voralpenland meiner Kindheit erinnerte, war für ihn nur ein Produktionsmittel. Die in die Senken gestreuten Teiche und Seen, die für mich den besonderen Reiz dieser Landschaft ausmachen, waren für ihn nutzlose Flächen, Hindernisse, die die Wege der Maschinen länger und damit kostspieliger machten. Die Pflanzen, die dem Land ihre Farbe gaben, waren die Währung seines Geschäfts – wenn er selbst diese Pflanzen ausgesät hatte. Alle anderen Pflanzen waren Wettbewerber, die seiner Feldfrucht Nährstoff raubten. Auch jedes Tier, das durch die Feldern zog, ernährte sich auf R.s Kosten. Kleine Tiere wie Insekten knabberten an seinem Ertrag, grosse Tiere wie Wildschweine zertrampelten ihn. R. lebte nicht von der Natur – er befand sich im Krieg mit der Natur.

V.

Zu meinen schönsten Eindrücken der Uckermark gehörte die Rapsblüte. Wenn Anfang Mai die Äcker zu leuchten begannen, bestieg ich gewöhnlich mein Fahrrad und steuerte die Moränenlandschaft an, die sich von unserem Dorf bis hin zur Oder erstreckte. Stundenlang konnte ich die manchmal flachen, manchmal welligen, schier endlosen gelben Flächen durchfahren , berauscht von der Intensität einer Farbe, betört von einem süsslichen Duft.

Ob Zierpflanzenzucht wie in den Niederlanden oder Rapsanbau wie in Nordrhein-Westfalen: Hauptsache Fläche, auf der der Einsatz grosser Traktoren und Maschinen sich lohnt. Foto: Hans-Juergen Burkard/Laif

Wenn ich nun im Frühjahr losradelte, blieb das Hochgefühl aus. Vielmehr überlegte ich, dass ich mir die Felder noch nie genau angesehen hatte, dass ich gar nicht wusste, was sich unter der strahlend gelben Oberfläche ihrer Blüten verbarg, und dass mich das auch nie interessiert hatte. Im Grunde betrachtete ich die Landschaft genauso eigennützig wie R. Er wollte seinen finanziellen, ich wollte meinen ästhetischen Ertrag.

Am Rand des ersten Rapsfeldes stoppte ich und beugte mich herunter. Ich sah Millionen Mal denselben Stängel. Von jedem Stängel standen waagrecht und in regelmässigen Abständen, wie die Stufen einer Treppe, lange, nicht besonders ansehnliche Blätter ab. In ihrem oberen Drittel verzweigten sich die Stängel in weitere Stängel, darauf sassen die Blüten. Die Stängel ragten aus einer Ackerkrume, die so makellos, so gleichmässig graubraun, so frei von jeder Verunreinigung war, als hätte jemand sie mit Zunge geschleckt.

Sonst sah ich nichts. Allenfalls ein paar Grashalme hatten sich zwischen die Rapsstängel verirrt. Und nirgends ein Zeichen, das auf die Existenz eines Tiers schliessen lies. Kein Käfer, keine Schnecke, nicht einmal eine Milbe regte sich auf dem Boden. Auch Schmetterlinge schien es keine zu geben. Und obwohl das Feld genug Pollen enthalten musste, um Hunderte Bienenvölker zu nähren, summte keine einzige Arbeiterin darin herum.

Dieses Land war menschgemachte Ödnis.

Überhaupt war es sehr still, denn auch der Himmel über dem Acker war leer. Soweit ich sehen und hören konnte, kein Vogel. Das Feld war tot, lebloser als eine Wüste. Verglichen damit war die Sahara der Garten Eden. Alles, was die Natur ausser dem Raps je hervorgebracht hatte, war ausgelöscht worden.

Die Rapsfelder, östlich unseres Dorfes gelegen, gehörten R. nicht. Aber auf den Äckern vor unserer Haustüre herrschte das gleiche Bild: Wo Mais stand, gedieh kein anderes Leben. Entlang der kleinen Strasse, die unser Dorf mit dem nächsten verbindet, hatte R. Zuckerrüben gesät. Nun war dort nichts als blanke Erde und das Laub der Rüben zu sehen. Wie hatte ich mir je einbilden können, unser Dorf liege in der Natur? Dieses Land war menschgemachte Ödnis.

VI.

Die Stille, die ich bis dahin als so wohltuend empfunden hatte, wurde mir unheimlich. Nicht, dass ich den Krach der Grossstadt vermisste. Unser Berliner Schlafzimmer öffnet sich zwar auf den Hof, sodass keine Autos zu hören sind. Doch von fünf Uhr morgens an machen die Vögel Lärm. Weshalb wurden wir auf dem Land nicht von den Stimmen der Amseln, Meisen und Finken belästigt?

Bietet Berlin den Vögeln mehr Lebensraum und Nahrung?

Daran, dass die Vögel in der Stadt lauter singen, um sich Gehör zu verschaffen, konnte es nicht liegen. Als ich nämlich eines Morgens auf dem Land ungewöhnlich früh aufwachte, stellte ich fest, dass die Geräuschkulisse hier eine ganz andere war als in Berlin. Dort gab ununterbrochen irgendein Vogel Töne von sich, meist sangen sogar viele wild durcheinander, wie die aufgebrachten Fans einer Fussballmannschaft. Auf dem Land dagegen vernahm ich selten mehr als eine einzelne Stimme, die nach einer Weile auch noch verstummte. Dann herrschte Stille, bis endlich schüchtern irgendwo ein neues Lied ansetzte.

Könnte es sein, dass auf dem Land weniger Vögel singen, weil es dort weniger Vögel gibt? Dass Berlin ihnen zwischen Müll, Beton und Asphalt mehr Lebensraum und mehr Nahrung bietet als die Felder in unserem offiziellen Naturpark? Die Sache war interessant und beängstigend. Ein Bekannter verwies mich an einen Mann, der angeblich alles über die Vögel der Uckermark wusste. Herr H., ein promovierter Zoologe, wohnte im Nachbardorf und hatte sich schon zu DDR-Zeiten so umtriebig mit dem Naturschutz befasst, dass die Stasi eine Akte unter dem Kennwort «Ornithologe» anlegte und diese mit 390 Seiten Aufzeichnungen über ihn füllte. In den Wirren der Wende stieg H. unvermittelt zum Umweltdezernenten des Landkreises auf, er hielt sich auf dem Posten bis zu seiner Pensionierung vor gut zehn Jahren. Seitdem hat er sich in den «kleinräumigen Naturschutz» zurückgezogen: Er hängt Fledermauskästen auf und er zählt Vögel.

«In der DDR ging man ja nicht gerade zimperlich mit der Natur um, sogar von kleinen Flugzeugen sprühten Bauern Gift über die Felder»,erzählt H.

H. empfing mich auf der Veranda seines am Dorfrand gelegenen Hauses. Während ich versuchte, irgendwie mit einer riesigen Tasse Mokka fertig zu werden, die seine Frau mir hingestellt hatte, schauten wir über die Äcker. Dann stellte ich meine Frage. Einen Moment lang entglitten H. die Mundwinkel, als hätte ich wissen wollen, ob man nass werden kann, wenn man in einen Regenschauer gerät. «So gut wie alle Singvögel, von denen diese Gegend einmal so voll war, sind selten geworden», sagte er. «Wann haben Sie denn zuletzt eine Lerche gesehen? Noch vor 15 Jahren flogen sie in riesigen Schwärmen über die Felder. Heute müssen sie froh sein, wenn es ihnen gelingt, einmal am Tag den Gesang einer einzelnen Lerche in der Ferne zu hören. Grauammer, Schafstelze, Kiebitz, Rebhuhn, sogar die Spatzen ...»

«Sie machen sich rar», sagte ich. «Ja», sagte er. «Und nicht nur die Vögel. Es gibt bei uns auch so gut wie keine Feldmäuse mehr. Und keine Kröten. Als Kinder sind wir an den Rändern der Teiche bis zu den Knöcheln durch Kröten gewatet. Können Sie sich das vorstellen?»

Ich schwieg. «Alles begann, als nach der Wende die Äcker aufgeräumt wurden», fuhr H. fort. «In der DDR war man ja nicht gerade zimperlich mit der Natur umgegangen, sogar von kleinen Flugzeugen sprühten die sozialistischen Bauern das Gift über die Felder. Aber zugleich war man schlampig, das rettete die Vielfalt der Pflanzen und Tiere.» Er erzählte und erzählte. «An den Wegrändern wucherten die Büsche, niemanden kümmerte es. So fanden die Vögel Nistplätze mehr als genug. An den Söllen, den Teichen mitten in der offenen Landschaft, die uns die Gletscher hinterlassen haben, kettete man Bullen an. In deren Mist krabbelten die Käfer, von denen sich wiederum die Vögel ernährten.»

Die Pestizide machen keine Ausnahme. Sie bringen jedes Insekt um

Nach einer kurzen Pause sprach H. weiter: «Auch die Wälder waren ein einziges Durcheinander - kein Wunder, eine Motorsäge kostete ja ein Vermögen. Als die Produktionsgenossenschaften privatisiert wurden, konnte man sich solchen Verhau nicht mehr leisten. Die Feldwege wurden begradigt, die Büsche abrasiert, Sölle zugeschüttet, das Totholz aus den Wäldern abtransportiert. Ein paar Jahre später hatten sich die ersten Lohnunternehmer computergesteuerte Traktoren angeschafft. Von GPS-Signalen aus dem Weltraum gelenkt bearbeiteten die neuen Maschinen die Felder bis an den letzten Zentimeter am Ackerrand. Sie haben die Vögel, die Mäuse, die Kröten buchstäblich beiseitegedrängt. Und dann kam der Biogas-Boom.»

«Die Preise für Ackerland sind explodiert», sagte ich. «Plötzlich lohnte es sich, aus Rinderweiden Felder zu machen», erwiderte H. Er machte eine ausladende Bewegung in Richtung der Felder. «Vor 20 Jahren waren das Wiesen. Im Frühling stand alles in Blüte. Und im Sommer tummelten sich die Insekten zwischen den Blumen und Gräsern. Das ganze Land summte und brummte. Heute fährt im März, vor der Aussaat die Spritze über die Felder, um allen Bewuchs zu vernichten. Was bleibt, ist die blanke Ackerkrume. In die bringen sie dann gebeiztes Saatgut aus. Wenn daraus ein Keimling wächst, ist die ganze Pflanze vergiftet». Ich fragte: «Womit?» Seine Antwort: «Insektizide. Bei manchen Kulturen werden sogar noch Neonicotinoide verwendet. Das sind Nervengifte, die für Insekten Tausende Male toxischer sind als DDT.»

Im Jahr 1962 hatte die amerikanische Biologin Rachel Carson eine vergiftete Zukunft beschrieben.

Obwohl die Anwendung einiger dieser Wirkstoffe eingeschränkt wurde, dürfen andere immer noch zum Beispiel auf Rapsfeldern oder in Obstkulturen verspritzt werden. Auch das Beizen von Zuckerrüben-Saatgut ist nach wie vor erlaubt. «Und wenn Sie Biogas herstellen wollen, dann liefern Ihnen Zuckerrüben mehr Energie als jede andere Feldfrucht.»

Die Rapsfelder auf meinen Radtouren, der Rübenacker bei unserem Dorf und die Glühwürmchen kamen mir in den Sinn: Tausende Male giftiger als DDT.

«Auch für die Käfer?», fragte ich. «Natürlich», sagte H. «Die Pestizide machen keine Ausnahme. Sie bringen jedes Insekt um. Je kleiner das Tier, umso stärker die Wirkung. Käfer, Hummeln, Bienen – sie alle sterben. Und sobald die Insekten ausbleiben, fehlt den Vögeln und den Amphibien die Nahrung. Eigentlich spielt es gar keine Rolle, dass in der ausgeräumten Landschaft die Vögel keine Nistplätze, die Kröten keine Tümpel mehr haben. Sie würden ohnehin verhungern.»

Im Jahr 1962 hatte die amerikanische Biologin Rachel Carson eine vergiftete Zukunft beschrieben, in der keine Vögel mehr singen, weil Pestizide die Tierwelt ausgelöscht haben. Das Buch hiess «Der stumme Frühling» und bewirkte, dass DDT verboten wurde. Heute sehen wir nirgends verendende Tiere. Die neuen Gifte tun unmerklich ihr Werk. Als die Bauern noch DDT versprühten, fielen die Vögel tot vom Himmel. Heute schlüpfen sie gar nicht erst aus dem Ei, weil die Nahrungsgrundlage fehlt.

«Die Situation ist dramatischer als die düstersten Szenarien, die Rachel Carson beschrieb», sagte H., als hätte er meine Gedanken gelesen. Ich wandte ein, dass noch keiner unserer Besucher das Ausbleiben der Insekten, Amphibien und Singvögel bemerkt habe. Und dass im Gegenteil die Aussicht von unserer Terrasse an manchen Tagen so spektakulär ist, dass ein Gast einmal die Uckermark mit der Serengeti verglichen hatte. Nach der Schneeschmelze stehen die Kraniche auf den Feldern, später tummeln sich dort die Hasen, die Rehe, das Damwild, in Sommer finden Wildschweine im Mais Unterschlupf. Wer sich nachts im Auto auf der kleinen Strasse zu unserem Dorf nähert, muss achtgeben, keinen Waschbären zu überfahren.

«In der Welt, die wir uns erschaffen haben, überleben nur noch die Grössten und Stärksten», antwortete H. «Die Kraniche schlagen sich die Bäuche mit dem Mais voll, den die Erntemaschinen hinterlassen. Das Damwild und die Wildschweine bedienen sich an den reifen Kolben. Die Waschbären plündern unseren Müll. Aber nennen Sie das Natur? Mir kommt es vor, als hätten wir unser Land in einen riesigen Zoo umgewandelt. Früher ernährten sich hier Tausende Arten von Tieren, grosse und kleine. Heute halten sich noch ein paar Dutzend Arten in nennenswerten Populationen. Und die leben von unserer Gnade.»

VII.

In diesen Sommerferien starb Herr M. Ein paar Wochen später zog seine Freundin aus dem gemeinsamen Haus zu ihrem Sohn in einem Nachbarort um, und mit ihr gingen die Hühner. Jetzt lebte nur noch ein einziger der ursprünglichen Bewohner im Dorf.

Auch sonst hatte sich die Gegend verändert. Am Rand mehrerer Dörfer standen jetzt die Riesenjurten. Die Felder entlang der Strasse zu unserem Nachbarort hatte Grossbauer R. mit Stahlträgern überspannen lassen, die sich über Hunderte Meter erstreckten und aussahen wie eine Bogenbrücke ins Nichts. Es handle sich um eine der grössten mobilen Beregnungsanlagen Europas, erklärten die Erbauer stolz. Die Brückenpfeiler standen auf Rädern, so dass sich die riesige Bewässerungsanlage am Stück über die Felder bewegen liess, um den Maisertrag noch weiter zu steigern.

Es war auch nicht länger möglich, nach der Ernte über die Stoppelfelder zu laufen. Gleich nachdem die Mähdrescher abgezogen waren, erschienen Traktoren, die den Boden aufschlitzten und die Gärrückstände des Vorjahrs ins Erdreich einspritzten. Für ein paar Tage hing Verwesungsgeruch über den Feldern, dann wurde die Saat ausgebracht. Die Natur musste arbeiten, 365 Tage im Jahr.

Zum Ende der Sommerferien fuhr ich nach München, um den Haushalt meiner Mutter aufzulösen; meine Familie blieb noch auf dem Land. Der Zug rollte durch Maisfelder; unmöglich bei einem flüchtigen Blick aus dem Fenster zu sagen, ob draussen noch Brandenburg, Sachsen oder schon Nordbayern war. Auch die übergrossen Jurten vor den Dörfern, in denen das Getreide vergor, waren überall gleich. Wo sich keine Reaktoren erhoben, standen flache, fensterlose, von Stacheldraht gekrönten Zäunen umgebene Hallen am Rand der Felder: Schweinemastställe. Aber ein Tier war nirgends zu sehen.

Keine Pflanze, kein Baum, keine Blüte zeichnete sich ab in der leeren Landschaft, kein Tier liess sich blicken.

Auf dem Dachboden meiner Mutter lagen meine alten Kinderbücher herum. In einer der eingestaubten Kisten fand ich einen Band im grellen Gelb der frühen 1970er-Jahre, in serifenlosen Kleinbuchstaben stand «erklär mir die erde» darauf. Ich erinnerte mich, wie oft ich dieses Buch als Kind angeschaut hatte, als ich ungefähr acht Jahre war, so alt wie mein Sohn heute ist.

Es war ein Kinderlexikon. Eine Doppelseite handelte vom Leben der Menschen im Jahr 2000. Die Abbildung dazu zeigte eine Stadt, bestehend aus hohen, etwas rundlichen und sehr bunten Häusern. Die Stadt füllte den Hintergrund aus, im Vordergrund erstreckten sich Autobahnen und Bahnstrecken, die durch Felder führten. Windschnittige Autos und Züge ohne Lokomotive waren zu sehen. Die, so der Text, erreichten enorme Geschwindigkeiten, von bis zu 250 Kilometern pro Stunde. Sie rollten durch einförmig graubraune, hellgelbe und braungrüne Felder.

Keine Pflanze, kein Baum, keine Blüte zeichnete sich ab in der leeren Landschaft, kein Tier liess sich blicken. Nur Technik leistete den Menschen Gesellschaft. Hinter den Scheiben der Züge erahnte man die Gesichter der Reisenden. Wahrscheinlich haben die Menschen in den Waggons nie erfahren, was ihnen fehlte.

Am selben Abend rief mich mein Sohn an. Aufgeregt berichtete er, er habe im Garten einen Laubfrosch gesehen.

Der Autor dieses Textes, Stefan Klein, 52, ist einer der erfolgreichsten Wissenschaftsautoren Deutschlands. Der gebürtige Münchner studierte Physik und analytische Philosophie. Dem Bücherschreiben wandte er sich zu, weil er «die Menschen begeistern wollte für eine Wirklichkeit, die aufregender ist als jeder Krimi». Mehr als ein Jahr stand «Die Glücksformel» (2002) auf den deutschen Bestsellerlisten. Klein lehrt derzeit als Gastprofessor an der Berliner Universität der Künste. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 24.11.2017, 10:34 Uhr

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