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Tödliche Stille

Vor sechs Jahren zog es Autor Stefan Klein ins Grüne. Seitdem muss er zusehen, wie sein Paradies verschwindet. Ein realer Krimi.

Stefan Klein
Tiere findet man hier immer weniger: Ein Traktor in der totalen Abgeschiedenheit. Foto: Getty Images
Tiere findet man hier immer weniger: Ein Traktor in der totalen Abgeschiedenheit. Foto: Getty Images

I.

Seit ich mich erinnern kann, waren die Glühwürmchen einer der Höhepunkte des Sommers. Wenn, meist um den Sonnenwendtag, überall im Garten Lichter tanzten, war ich nicht ins Bett zu bekommen. Es seien nur dem Namen nach Würmchen, in Wirklichkeit aber Käfer, erklärte meine Mutter. Ihr Licht diene den Männchen und Weibchen dazu, einander im Dunklen zu finden. Dafür riskierten sie, von einem Räuber gefressen zu werden. Noch heute kann ich mir wenig Ekstatischeres vorstellen, als in einer warmen Nacht inmitten eines Funkenregens von Signalen draufgängerischer Liebe zu sitzen: Mir scheint dann, es ist das grosse Fest des Lebens selbst, das da aufgeführt wird.

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