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«Und dann ist Stimmung»

Literaturprofessor und Twitter-Fan Stephan Porombka über gestreamte Bücher und die klassische Wasserglaslesung.

«Das ist für die Verfechter der alten Buchkultur natürlich schlimm»: Stephan Porombka.
«Das ist für die Verfechter der alten Buchkultur natürlich schlimm»: Stephan Porombka.
S. Porombka

Amazon bezahlt neuerdings einige Autoren nach Anzahl gelesener Seiten. Was halten Sie davon? Das ist ein interessantes Experiment, bei dem man nicht gleich in Kulturpessimismus verfallen sollte.

Droht durch ein solches Bezahlmodell keine inhaltliche Trivialisierung? Genau diesen Reflex kann ich nicht verstehen. Das Modell ist ja noch nicht mal realisiert – wie kann man denn jetzt schon alles monothematisch, flach und schlimm finden? Es ist mir ein Rätsel, auf was sich solche Warnungen beziehen, ausser auf ein generell negatives Lebensgefühl, bei dem konsequent immer Abwehrhaltungen abgerufen werden, sobald es Neuerungen gibt. Man kennt ja dieses Lamento schon aus der Musikbranche bzw. den Streamingdiensten. Da hiess es auch schon, dass die neuen Monetarisierungsmöglichkeiten das Ende des grossen Zeitalters der Popmusik bedeuten. Fakt aber ist, dass derzeit neue kreative Strategien der Musikproduktion und des Musikhörens entwickelt werden.

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