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Von der Spinnerei zum Geniestreich

Was hat der erste Bikini mit der Atombombe zu tun, und warum verdankt das Dixi-Klo seinen Durchbruch dem Papst? Antworten hat das amüsante Buch «Flipflops, iPod, Currywurst: Wer hat's erfunden?».

Wer hat den Bikini erfunden? Der Pariser Louis Reard, und zwar bloss, um einem anderen Designer eins auszuwischen, der kurz zuvor ein weitaus züchtigeres Modell vorgestellt hatte. Am 5. Juli 1946 stellte die Striptease-Tänzerin Micheline Bernardini den knappen Zweiteiler im Pariser Schwimmbad Molitor vor.
Wer hat den Bikini erfunden? Der Pariser Louis Reard, und zwar bloss, um einem anderen Designer eins auszuwischen, der kurz zuvor ein weitaus züchtigeres Modell vorgestellt hatte. Am 5. Juli 1946 stellte die Striptease-Tänzerin Micheline Bernardini den knappen Zweiteiler im Pariser Schwimmbad Molitor vor.
Keystone
Kein anderes Model hatte sich in diesem moralischen Unding ablichten lassen wollen, dessen Name an einen amerikanischen Atombombentest angelehnt ist. (1. Juli 1946)
Kein anderes Model hatte sich in diesem moralischen Unding ablichten lassen wollen, dessen Name an einen amerikanischen Atombombentest angelehnt ist. (1. Juli 1946)
Keystone
Wer das Sudoku wirklich erfunden hat, ist nicht ganz klar. Sicher ist nur, dass es kein Japaner war, wie der Name vermuten lassen würde. Hie und da wird der Schweizer Mathematiker Leonhard Euler als Urheber genannt. Seine Rätsel-Quadrate aus dem Jahr 1776 hatten jedoch Buchstaben statt Zahlen. Irgendwann schaffte es das Zahlen-Rätsel in die USA, wo es ein japanischer Verleger entdeckt haben soll. Seit 2004 ist Sudoku weltbekannt.
Wer das Sudoku wirklich erfunden hat, ist nicht ganz klar. Sicher ist nur, dass es kein Japaner war, wie der Name vermuten lassen würde. Hie und da wird der Schweizer Mathematiker Leonhard Euler als Urheber genannt. Seine Rätsel-Quadrate aus dem Jahr 1776 hatten jedoch Buchstaben statt Zahlen. Irgendwann schaffte es das Zahlen-Rätsel in die USA, wo es ein japanischer Verleger entdeckt haben soll. Seit 2004 ist Sudoku weltbekannt.
Keystone
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Viele grosse Erfindungen beruhen darauf, dass irgendjemand irgendwann besonders faul, genervt oder ein bisschen verrückt war oder mehr Glück als Verstand hatte. Meist werden grosse Erfindungen anfangs belächelt, nicht beachtet oder vielleicht sogar verteufelt. Und irgendwann sind sie so alltäglich, dass man sich kaum vorstellen kann, dass es mal eine Zeit gab, in der es diese Dinge nicht gab. Chips zum Beispiel, die Rote Karte im Fussball oder die Briefmarke.

Das Buch «Flipflops, iPod, Currywurst: Wer hat's erfunden?» macht rund 150 Zeitreisen in die Vergangenheit, in die Geschichten der Bierdeckel, Klopapierrollen oder der La-Ola-Welle. 1946 beispielsweise lud ein französischer Ex-Maschinenbauer und Hobbyschneider zu einer Pressekonferenz, an der er «vier Dreiecke mit ein paar Schnüren» vorstellen wollte. Um die maximale Aufmerksamkeit zu erhalten, nannte er seinen sowieso schon skandalös minimalistischen Badeanzug «Bikini». Wenige Tage zuvor hatten die Amerikaner unter grossen Protesten eine Atombombe über dem Bikini-Atoll im Pazifik abgeworfen. Eine prima PR-Aktion für den ersten Bikini der Welt, der noch viele Jahre einen schweren Stand haben sollte.

Wer hats erfunden? Ein Schweizer

Auch zwei Schweizer sind im Buch erwähnt. Den Klettverschluss hat der Ingenieur Georges de Mestral 1942 erfunden, nachdem sein Hund beim Gassigehen im Wald abhaute und später mit einem Fell voller Pflanzensamen wieder aus dem Dickicht auftauchte, die sein Herrchen mühselig entfernen musste. So kam er auf die Idee mit dem Klettverschluss.

Auch das Sudoku ist keine japanische Erfindung, sondern eine schweizerische. Bloss hatten Leonhard Eulers Quadrate aus dem Jahr 1776 Buchstaben statt Zahlen. Den grossen Durchbruch als Sudoku erlebte das Rätsel jedoch erst 2004 in Grossbritannien und danach in der ganzen Welt. Ähnlich erging es dem Dixi-Klo, das ein genervter US-Soldat erfunden hatte, der in Deutschland stationiert war. Als Papst Johannes Paul II. dort auf Besuch war, sah die ganze Welt die mobilen WC-Häuschen mit den Herzchen, die dort in grosser Zahl aufgestellt waren.

Unnützes Wissen

Eigentlich ist «Flipflops, iPod, Currywurst» ja ein Jugendsachbuch, es ist aber auch für Erwachsene eine kurzweilige Lektüre, zum Beispiel vor dem Einschlafen oder fürs stille Örtchen – ein Kompliment. Die Geschichten zu den jeweiligen Erfindungen sind flockig erzählt und mit teilweise kuriosen Zusatzinformationen aufgepeppt. Diese zählen in die Kategorie «Unnützes Wissen», was bedeutet, dass man sie so schnell nicht wieder vergisst.

Barbie beispielsweise ist nicht einfach nur eine Plastikpuppe, sondern hat eine richtige Biografie, die Mattel 1960 bekannt gegeben hat. Barbie heisst in Wirklichkeit Barbara Millicent Roberts und hat mehrere Doktortitel (Tier-, Kinder-, Zahn- und Frauenärztin) sowie die Pilotenlizenz. Und zum Bikini gibt es zu sagen, dass es ein japanisches Modell gibt, das mit Luftkissen versehen ist: Der Bikini ist demnach unsinkbar und mit ihm theoretisch auch die Trägerin.

Weitere Erfindungen: Siehe obige Bildstrecke.

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