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Von wegen Askese

Zum 150. Geburtstag von Max Weber legt der Journalist und Autor Jürgen Kaube eine neue Biografie vor. Sie zeigt, wie gut der grosse Soziologe seine Widersprüche aushielt. Im Leben wie im Werk.

Rausch und Rationalität: Der Soziologe Max Weber. Foto: The Granger Collection, Keystone
Rausch und Rationalität: Der Soziologe Max Weber. Foto: The Granger Collection, Keystone
The Granger Collection, Keystone

«Charisma», «entzauberte Welt», «Wertfreiheit», «protestantische Ethik»: Max Weber ist auch heute noch ein probater Stichwortgeber. Was kann da eine Biografie leisten, etwa jene von Jürgen Kaube, die der Redaktor der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» zum 150. Geburtstag des Soziologen vorlegt?

Zunächst einmal liefert Kaube das Bild eines Gelehrtenlebens, von dem man annehmen könnte, es sei grau gewesen, weil Weber in seinen Schriften die Askese als die Bedingung von Kultur ausgemacht hatte. Weber war aber kein Asket, im Gegenteil. Er war ein exzessiver Mensch – auch und gerade bei der Arbeit: Schon als Student lud er sich ein gewaltiges Pensum auf, erprobte seine Kräfte an wenig erforschten Themen und entfaltete dabei eine enorme Produktivität. In den ersten zehn Jahren nach seiner Promotion veröffentlichte Weber 4000 Druckseiten, darunter seine Habilitation, die er in anderthalb Jahren zu Papier brachte.

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