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Wer hat Angst vorm Nihilisten?

Das Jugendbuch «Nichts» hat mit seiner Hauptfigur eine Kontroverse ausgelöst.

Pierre Anthon hat es heftig erwischt. «Nichts bedeutet irgendetwas, das weiss ich seit langem. Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun», verkündet die zentrale Figur im Jugendbuch «Nichts» der Dänin Janne Teller. Also setzt sich der junge Philosoph auf einen Zwetschgenbaum ab und schreit seine existenzialistischen Wahrheiten in die Welt: « . . . alles fängt nur an, um aufzuhören. In demselben Moment, in dem ihr geboren werdet, fangt ihr an zu sterben.» Das Leben ist nur Tun-als-ob.

Die Klassenkameraden fürchten sich vor Pierres Sprüchen, auch die Icherzählerin Agnes. Also versuchen sie ihn zu überzeugen, dass es doch Bedeutung gibt im Leben. Ein Spiel soll es beweisen: Reihum geben alle den Gegenstand ab, der ihnen am meisten bedeutet. Keiner kann kneifen, denn die anderen entscheiden, was abzugeben ist. Für Agnes geht es harmlos aus, sie wird nur ihre neuen Sandalen los. Doch bald eskaliert das Unternehmen: Ein Mädchen muss seine Unschuld abliefern, ein Junge seinen Zeigefinger. Natürlich geht das nur mit roher Gewalt. Als Pierre Anthon sich auch durch den Berg voller Opfergaben nicht von seiner Position abbringen lässt, drehen die Jugendlichen durch.

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