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Wie der Menschenfotograf die Geburt einer Stadt sah

Heute erscheint der grossartige Fotoband «Brasilia» von René Burri. Die vielen bisher unveröffentlichten Aufnahmen sind Zeugen einer Utopie.

Rene Burri signiert sein bekanntestes Foto von Che Guevara bei der Verleihung des Swiss Press Photo Life Time Achievement Award, 2006.
Rene Burri signiert sein bekanntestes Foto von Che Guevara bei der Verleihung des Swiss Press Photo Life Time Achievement Award, 2006.
Keystone
«Er zeigt ihnen stolz das Gebäude, an dem er mitgebaut hat»: «Arbeiterfamilie in Brasilia (1960)».
«Er zeigt ihnen stolz das Gebäude, an dem er mitgebaut hat»: «Arbeiterfamilie in Brasilia (1960)».
René Burri (Magnum), Reuters
Rene Burri raucht in seiner Ausstellung im Museum für Gestaltung in Zürich am 18. Oktober 2005 eine Zigarre.
Rene Burri raucht in seiner Ausstellung im Museum für Gestaltung in Zürich am 18. Oktober 2005 eine Zigarre.
Keystone
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In der perfekten Utopie ist der unfertige Mensch ein Störfaktor. Er passt schlecht in ein Milieu, das so cool und clean ist, dass jedes individuelle Verhalten als Abweichung erscheint. Dass auch die utopische Stadt ohne Menschen eigentlich bestens funktioniert, sieht man bei der Herstellung der Zukunftsstadt Brasilia. René Burri war 1960 dabei, als diese aus dem Boden gestampft wurde. Seine Fotografien sind Zeugen dieser zwei Gesichter utopischen Denkens: Da sie festhalten, wie das Humane das Ideologische unterläuft (und umgekehrt), wurde René Burri oft als Menschenfotograf bezeichnet. In «Brasilia», dem heute erscheinenden Fotoband, kommt dies exemplarisch zum Ausdruck: Ein Paar steht verloren in der weiten Ebene, die Äste eines Baumes zeigen wie Finger in den Himmel, und am Horizont zieht ein Hochhaus wie ein Gewitter auf.

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