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«Wir träumen einen brutalen Traum»

«Fantasy bietet eine Möglichkeit, über grosse Fragen der Gegenwart nachzudenken»: Carolyne Larrington, Oxford-Professorin, am deutschen Seminar der Uni Zürich. Fotos: Urs Jaudas

Wie haben Sie «Game of Thrones» entdeckt?

Dabei sehen die meisten Mittelalter-Fachleute solche Fantasy-Filme eher kritisch, oder?

Weshalb spielen Fantasy-Geschichten so oft in mittelalterlich aussehenden Welten?

Das Mittelalter als Kulisse der Gegenwart?

Jede neue Leserschaft verändert die Geschichte wieder.

Kann jeder ins Fantasy-Mittelalter hineinlesen, was er will?

Umberto Eco sagte, es gebe verschiedene Arten, vom Mittelalter zu träumen. Welchen Traum träumen wir gerade?

«Game of Thrones» ist eine Geschichte über Machtpolitik.

Ist das eine Neuauflage des finsteren Mittelalters?

In früherer Zeit gab es fröhlichere Mittelalterfilme. Gibt es diesen leichteren Blick noch?

«Für das Bezahlfernsehen kann man fast tun, was man will.»

Aber ist diese Vorstellung auch richtig?

Weshalb wird die Gewalt so sehr betont?

Ermutigt das immer extremere Geschichten?

«Die Bedeutung der Fans wird weiter zunehmen.»

In den USA wird die Beiläufigkeit kritisiert, mit der «Game of Thrones» Vergewaltigungen zeigt. Das präge das echte Leben, heisst es.

Aber wohl auch nicht gierig konsumieren?

Sagt eine so hohe Frequenz von Vergewaltigungen in einer Erfolgsserie nicht auch etwas aus über die Gegenwart?

Fasziniert uns die Mittelaltergewalt, weil Gewalt aus dem heutigen Leben immer mehr verschwindet, wie der Psychologe Steven Pinker glaubt?

Flirten wir also eher mit unseren Ängsten? Das kann uns alles auch passieren?

«Die Vorwürfe, die Show sei neoimperialistisch, scheinen mir unfair.»

Wird da Europas Mittelalter globalisiert?

Sie schreiben, dass die Macher der Serie sowohl mit historischen wie fantastischen Bausteinen arbeiten. Verzerrt ein solcher Mix nicht unser Geschichtsbewusstsein?

Sollte «Game of Thrones» auch in der Schule verwendet werden?

«Früher kamen die Studenten in meine Altenglischklassen, weil sie Tolkien liebten.»

Sind TV-Serien eskapistisch, eine Flucht?

Das wäre schön, wenn die Menschlichkeit und nicht die Nationalität entscheidend wäre.

Manche sagen, das Mittelalter kommt zurück. Nicht nur die Mauern, auch das Chaos.