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Zoobesucher zum Gaffen

Auf Friedrich Seidenstückers Zoobildern ist neben den Tieren eine zusätzliche Spezies zu entdecken: Menschen in freier Wildbahn. Die Fotos gibt es neu als Buch.

Friedrich Seidenstücker: Tochter und Papa (Bulette und Knautschke), um 1955.
Friedrich Seidenstücker: Tochter und Papa (Bulette und Knautschke), um 1955.
Fotografische Sammlung Berlinische Galerie
Friedrich Seidenstücker: Was für ein scheussliches Tier!, um 1958.
Friedrich Seidenstücker: Was für ein scheussliches Tier!, um 1958.
© Stiftung Stadtmuseum Berlin
Friedrich Seidenstücke: Braunbär, 1930er Jahre.
Friedrich Seidenstücke: Braunbär, 1930er Jahre.
Bildarchiv Preussischer Kulturbesitz
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Der Berliner Fotograf Friedrich Seidenstücker (1882-1966) war zweifellos ein grosser Zoo-Fan. Ansonsten hätte er den Zoologischen Garten Berlin wohl kaum fast täglich besucht, bis ins hohe Alter. 1923 erhielt er sogar eine offizielle Erlaubnis zum Fotografieren. Es waren aber nicht alleine die Tiere, die ihn faszinierten.

Nilpferde und andere Menschen

Es waren die Menschen, die er überall im Alltag ablichtete, meist auf der Strasse, oft im Zoo, fast immer in skurrilen Momenten. Manchmal wirkt es so, als hätte er aus der Perspektive der Tiere fotografiert und nicht umgekehrt. Viele seiner Fotos lösen ein Schmunzeln aus. Wie lange er wohl für diese Top-Shot-Momente ausharren musste, kann nur erahnt werden.

Als «Poet des Gewöhnlichen» bezeichnet ihn der Hatje Cantz Verlag, bei dem vor wenigen Wochen der Bildband «Von Nilpferden und anderen Menschen» erschienen ist. Über 200 seiner Originalfotos sind derzeit auch in der Berlinischen Galerie, dem Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur zu sehen. Über 15'000 Besucherinnen und Besucher haben sich die Ausstellung in knapp einem Monat bereits angeschaut.

Nebst Zoobildern sind auch Strassenfotografien und Aktbilder zu sehen. Die gewaltige Zerstörung, die der Zweite Weltkrieg mit sich brachte, war ebenfalls ein wichtiges Thema für Seidenstücker. Ein Beispiel dafür ist seine Serie von Fotos des zerstörten Zoologischen Gartens Berlin. Selbst hier ist Optimismus zu spüren.

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