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Das Land der intelligenten Leseförderung

Norwegen ist Gastland der Frankfurter Buchmesse, die morgen Mittwoch ihre Tore öffnet. Stars wie Karl Ove Knausgard und Maja Lunde werden auftreten.

Martin Ebel
Seine sechsbändige autobiografische Saga «Min Kamp» wird weltweit gelesen: Kultautor Karl Ove Knausgard. Foto: Bernd von Jutrczenka (Keystone)
Seine sechsbändige autobiografische Saga «Min Kamp» wird weltweit gelesen: Kultautor Karl Ove Knausgard. Foto: Bernd von Jutrczenka (Keystone)

Von Mittwoch bis Sonntag ist Frankfurt wieder Zentrum des internationalen Rechte- und Lizenzhandels. Und das Schaufenster der weltweiten Buchproduktion. 7200 Verlage aus 150 Ländern stellen in den Messehallen aus, 280'000 Besucher werden erwartet. Von Mittwoch bis Freitag sind nur Fachbesucher zugelassen, am ganzen Wochenende darf das breite Publikum auch erstmals Bücher auf der Messe kaufen.

In den Hallen und auf dem zentralen Platz, der Agora, kämpfen Podien, Lesungen, Präsentationen und Promi-Auftritte um Aufmerksamkeit. Überall werden auch Preise verliehen, die bedeutendsten rahmen die Messewoche ein: Am Montag erhielt Saša Stanišic den Deutschen Buchpreis, am Sonntag erhält der Fotograf Sebastião Salgado den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Ehrengast ist diesmal Norwegen, ein Leseland par excellence; 15 Bücher lesen die 5,3 Millionen Norweger pro Kopf und Jahr im Durchschnitt. Mehr als die Hälfte hat im vergangenen Jahr eine Bibliothek besucht. Der Staat fördert die Literatur auf intelligente Weise, indem er von jedem Buch eine gewisse Menge kauft und an Bibliotheken verteilt. Ausserdem hat er kürzlich den Mehrwertsteuersatz für Bücher von 25 Prozent auf null gesenkt. Stipendien für Autoren können sich auch einmal auf fünf Jahre erstrecken. Und in den Schulen, so hört man, gibt es täglich 15 Minuten freie Zeit fürs Lesen.

Sonderzug mit Kronprinzessin

Norwegens Literatur ist auch im Ausland erfolgreich. Dafür sorgt die Vermittlungsorganisation Norla, die auch den Gastlandauftritt organisiert hat, mit viel Geld für Übersetzungen. Ob es mit all diesen Massnahmen zu tun hat, dass die norwegische Literatur derzeit so stark ist? Es gibt ja nicht nur den Kultautor Karl Ove Knausgard, den Philosophie-Erklärer Jostein Gaarder, die Bestsellerautorin Maja Lunde mit ihren Umweltromanen («Geschichte der Bienen»), den Nobelpreisanwärter Dag Solstad und den Krimiautor Jo Nesbo. Insgesamt werden 100 norwegische Autoren in Frankfurt erwartet.

Einige von ihnen sind am heutigen Dienstag mit einem Sonderzug angereist, in Begleitung von Kronprinzessin Mette-Marit, die die Literaturförderung zu ihrem persönlichen Anliegen gemacht hat und in Frankfurt einen Sammelband mit Erzählungen ihrer Landsleute («Heimatland») vorlegt.

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