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«Der Linken reicht die Armut nicht»

Der führende Kopf der linken Bewegungen in den USA: Bhaskar Sunkara. Fotos: Reto Oeschger

Sie geben mit «Jacobin» ein smartes linksradikales Magazin heraus. Ist das intellektuell nicht frustrierend in einer Zeit, in der die US-Medien als «Fake News» beschimpft werden?

«Jacobin» gewinnt Leser, grosse Medien berichten über Sie. Ist Ihr Magazin die schicke Alternative für junge Linke?

Gross hat «Jacobin» über die Wahlsiege von Alexandria Ocasio-Cortez und Julia Salazar berichtet. Letztere wird für die demokratischen Sozialisten in New Yorks Senat ziehen.

«Die moralische Empörung angesichts der Armut sollte eigentlich reichen, um sich politisch zu engagieren.»

Die Linke muss sich also um die «forgotten men» kümmern,wie Trump sie nennt?

Aber?

Verliert sich die Linke zu sehr in Kämpfen einzelner Gruppen?

Allerdings wählen Menschen oft Politiker, die andere Klasseninteressen haben als sie.

«Das Ziel des Sozialismus ist doch: kein Boss über dir und kein Knecht unter dir.»

Wenn Sie als demokratischer Sozialist die Leute erreichen wollen, müssen Sie dann ans fundamental Gute im Menschen glauben?

«Jacobin» zeigt, dass man diese Idee zeitgemäss verpacken kann. Aber klingt die politische Rhetorik dazu nicht wie aus dem 19. Jahrhundert?

«Medicare for all» ist eine zentrale Forderung von Bernie Sanders, dem bekanntesten Politiker, der sich als demokratischer Sozialist bezeichnet. Kann er noch etwas ausrichten?

So, wie das Sanders im Wahlkampf getan hat?

«Es braucht eine Linke, die empirisch denkt und über Grundkenntnisse der Ökonomie verfügt.»

Sie haben Geschichte an der George Washington University studiert, aber sich den Marxismus selbst angeeignet. Lesen Sie heute noch viel Theorie?

«Jacobin» schreibt auch mal über Beyoncé. Hierzulande scheint die Zeit vorbei zu sein, als die Theorie sexy war und man sie mit Popkultur verband.

Sind das nicht alles kapitalistische Konsumprodukte?