Die besten Ausstellungen des 21. Jahrhunderts

Picasso und Pipilotti: Mit den 20 besten Kunstausstellungen schliessen wir unsere Rückblicke auf die letzten 20 Kulturjahre ab.

Die Lichtkunst und ihre Schöpferin: Für ihre grosse Retrospektive im Kunsthaus Zürich 2016 posiert die Video-Künstlerin Pipilotti Rist in der Installation «Pixelwald». Foto: Keystone

Die Lichtkunst und ihre Schöpferin: Für ihre grosse Retrospektive im Kunsthaus Zürich 2016 posiert die Video-Künstlerin Pipilotti Rist in der Installation «Pixelwald». Foto: Keystone

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Im Jahre 2005 verstarb der grosse Schweizer Kunsthistoriker und Kurator Harald Szeemann, der mit seinen thematischen und assoziativ-impressionistischen Ausstellungen die Art und Weise des Ausstellungsmachens revolutioniert hat. Seine Nachahmer oder Jünger finden sich jedoch eher in der freien Kuratorenszene, während die grossen Kunstmuseen gerne auf monografische Ausstellungen setzen, die mit einem zugkräftigen Künstlerstar bei einem vertretbaren Aufwand am meisten Publikum versprechen. Wir stellen unsere Highlights vor.

20. Georgia O’Keeffe, 2003
Mit dieser grossartigen Retrospektive im Kunsthaus Zürich hebt die Kuratorin Bice Curiger die malerischen Qualitäten der längst zum Mythos gewordenen Georgia O’Keeffe hervor.

19. Herzog & de Meuron, 2004
Das Schaulager in Münchenstein feiert seine Architekten mit einer von Theodora Vischer kuratierten Megaschau, in der die künstlerische Dimension des Entwurfsprozesses in diesem immer wieder überraschenden Architekturbüro betont wird.

18. Donald Judd, 2004
Das Kunstmuseum Basel zeigt in der ersten Retrospektive das Werk des grossen amerikanischen Minimalisten Donald Judd, der 1994 verstorben ist. Rund 40 seiner meist raumgreifenden, aus Eisen oder Holz gefertigten Werke sind in der Ausstellung von Bernhard Mendes Bürgi zu sehen, die in einer Koproduktion mit mehreren europäischen Museen entstanden ist.

«Untitled» aus der Ausstellung zu Donald Judd. Foto: Tanja Demarmels/ Kunstmuseum Basel, Pro Litteris, Zürich

17. Mahjong, 2005
Die herausragende, von Bernhard Fibicher kuratierte Ausstellung im Kunstmuseum Bern bietet einen einmaligen Überblick über die chinesische Gegenwartskunst. Sie basierte auf Werken der Sammlung von Uli Sigg, die für ihre hohe Qualität bekannt ist.

16. Willem de Kooning, 2005
Mit Willem de Koonings späten Gemälden gelingt Bernhard Mendes Bürgi im Kunstmuseum Basel eine Ausstellung, in der einen die Farbflächen des in den Niederlanden geborenen und in den USA zu Berühmtheit gelangten Malers förmlich anspringen: Gestische Malerei at its best.

15. Hans Holbein der Jüngere, 2006
Endlich wieder einmal eine Altmeisterausstellung in der Schweiz! Das Kunstmuseum Basel zeigt in einer fantastischen, von Christian Müller kuratierten Ausstellung das Werk des genialen Hans Holbein des Jüngeren.

Hans Holbein d. J.: «Der Leichnam Christi im Grabe», Ausstellungsansicht des Kunstmuseum Basel. Foto: Keystone

14. Vincent van Gogh, 2009
Die Ausstellung von Vincent van Goghs Landschaftsbildern im Kunstmuseum Basel, die von Nina Zimmer kuratiert wurde, trumpfte mit rund 80 Gemälden des Maler-Superstars auf. Sie sprengte damit alle Grenzen und wurde zu einem veritablen Blockbuster.

13. Matthew Barney, 2010
Die Filme und die dazugehörigen bizarren, meist mit einer diffusen sexuellen Energie aufgeladenen Objekte des amerikanischen Multimediakünstlers sind das Kunsthighlight des Jahres. Die Ausstellung im Schaulager Münchenstein wurde von Neville Wakefield kuratiert.

12. Steve McQueen, 2013
Mit der Megaschau zu Steve McQueens Gesamtwerk wird das Schaulager auch in diesem Jahr zum Pilgerort der internationalen Kunstwelt. Der Spielfilm «12 Years a Slave» des vielseitig begabten Künstlers erhielt 2014 übrigens den Oscar für den besten Film. Zur Rezension

11. Steiner & Lenzlinger, 2013
In den Monaten, bevor beim Kunstmuseum in Chur mit dem Erweiterungsbau begonnen wird, der sich inzwischen bestens bewährt hat, lädt das Schweizer Künstlerpaar Steiner und Lenzlinger zu einem so sinnlichen wie philosophischen Museumsbesuch ein, der die besondere Geschichte des Bündner Kunst­museums unmittelbar erlebbar macht.

10. Venedig, 2008
Es muss ja nicht immer ein Künstler oder ein Künstlerpaar sein, auch eine Stadt kann zum Mittelpunkt einer dichten Ausstellung werden. Kurator Martin Schwander zeigt in der Fondation Beyeler, welche Spuren Venedig in den letzten 300 Jahren in der Kunst hinterlassen hat und wie diese wiederum unser Bild von Venedig geprägt haben.

9. Expedition ins Glück, 2014
100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs präsentieren Juri Steiner und Stefan Zweifel im Landesmuseum Zürich eine wunderbar assoziative kulturhistorische Ausstellung, welche die Zusammenhänge von Kunst, Gesellschaft und Politik in den letzten Jahren vor dem Krieg nachvollziehbar macht. Zur Besprechung

Paul Gauguin: «Contes Barbares». Foto: Museum Folkwang, Essen

8. Gauguin, 2015
Mit der unvergesslichen Gauguin-Ausstellung, kuratiert von Raphael Bouvier und Martin Schwander, landet die Fondation Beyeler einen absoluten Bestseller. 43 Gemälde und 8 Skulpturen aus aller Welt gibt es zu bewundern; darunter Rudolf Staehelins «Nafea», die damals leider zum letzten Mal in Basel zu sehen war, bevor sie in den Besitz der Ölmilliardäre von Katar übergeht. Zur Rezension

7. Francis Picabia, 2016
Eine sehr präzise und facettenreiche Ausstellung über einen umstrittenen Surrealisten. Realisiert wurde sie von Catherine Hug im Kunsthaus Zürich und zog dann weiter ans Museum of Modern Art in New York, dessen Kuratorenteam bei der Konzeption der Schau natürlich mit von der Partie war. Zum Beitrag

6. Pipilotti Rist, 2016
Besser kann zeitgenössische Kunst fast nicht sein: Videoqueen Pipilotti Rist verwandelt das Kunsthaus Zürich in eine blubbernde, blinkende Traumlandschaft. Kuratorin Mirjam Varadinis und Rist haben damit die vielleicht beste, ganz gewiss aber die originellste Kunsthaus-Schau der vergangenen Jahre gestemmt. Zur Rezension

Pablo Picasso: «Arlequin assis», Kunstmuseum Basel, Depositum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel, 1967. Foto: Succession Picasso/2013 Pro Litteris, Zürich

5. Die Picassos sind da! 2013
Was für eine Idee, und was für ein umwerfendes Resultat: Kuratorin Nina Zimmer sammelt möglichst alle Picassos ein, die sich in Basler Privatsammlungen befinden, und gestaltet mit ihnen und den kapitalen Werken des Kunstmuseums Basel, vermehrt um jene der Fondation Beyeler, eine hinreissende Ausstellung, die Besucher in Massen anlockt. Zum Beitrag

4. Swiss Pop Art, 2017
Pop Art können nicht nur Andy Warhol und Roy Liechtenstein, sondern auch Schweizer Künstler: Die Übersicht im Kunsthaus Aarau, kuratiert von Madeleine Schuppli und Katrin Weilenmann, besticht durch die Grosszügigkeit der Inszenierung und die Qualität der gezeigten Werke. Zur Besprechung

3. Bruce Nauman, 2018
Einmal mehr hat hier das Schaulager in Münchenstein mit der ganz grossen Kelle angerichtet und eine – später auch im Museum of Modern Art gezeigte – in jeder Hinsicht monumentale Gesamtschau dieses immer wieder frappierenden amerikanischen Konzeptkünstlers geschaffen. Kuratiert wurde die Schau von Kathy Halbreich von der Laurenz Foundation. Zur Rezension

2. Kosmos Kubismus, 2019
Dank der Zusammenarbeit mit dem Centre Pompidou in Paris konnte das Kunstmuseum Basel eine fantastische Kubismusschau durchführen, in der die reichen Bestände der Basler um jene aus den Pariser Museen auf das Glücklichste ergänzt wurden. Zur Rezension

«Harlekin und die Frau mit der Halskette» heisst das Gemälde von Pablo Picasso aus dem Jahr 1917.

1. Der junge Picasso, 2019
Mit dieser unvergesslichen Ausstellung über den frühen Picasso, die vorher im Musée d’Orsay gezeigt und in Riehen von Raphael Bouvier kuratiert wurde, setzte die Fondation Beyeler einmal mehr Massstäbe und sonnte sich einen Frühling lang in der Gunst des kunstsinnigen Publikums aus nah und fern. Zur Kritik

Diese Auswahl und ihre Reihenfolge sind natürlich subjektiv. Welche Ausstellungen hätten Sie gewählt? Bitte unten in der Kommentarspalte eintragen.


Hier finden Sie alle unsere Top 20

Erstellt: 06.12.2019, 17:14 Uhr

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