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Die Kunst des Plakatabreissens

Das Tinguely-Museum Basel zeigt eine Ausstellung der Affichisten: Kunst, die Action und Illegalität verband.

Wolf Vostell: «Ihr Kandidat», 1961. © Pro Litteris, Zürich; Bonn; Foto: Axel Thünker
Wolf Vostell: «Ihr Kandidat», 1961. © Pro Litteris, Zürich; Bonn; Foto: Axel Thünker

Plakate abreissen ist normalerweise entweder Vandalismus oder Stadtreinigung. Nicht so für die Affichisten, eine Künstlergruppe aus dem Umfeld der Nouveaux Réalistes, die in den 50er- und 60er-Jahren die raue «Poesie der Grossstadt» mit beiden Händen packten, von der Wand ab- und auf Leinwand aufzogen. Für die Affichisten war der Plakat­abriss eine Kunstform zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit: kollektiv, anonym, assoziativ und illegal. Im Schutz der Dunkelheit streiften sie durch die Boulevards von Paris, um aus vorgefundenen Motiven und Materialien (Papier, Leim, Blech, Mauer- und Holzreste) Neues zu collagieren: Bilder urbaner Kultur, heimlich von Bauzäunen und Häuserwänden gekratzt.

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