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Die Schubkraft der Obsessionen

Üppig wie die Filme des grossen italienischen Regisseurs ist der Bilderrausch, den die Ausstellung «Fellini, la Grande parade» im Lausanner Fotomuseum Elysée zeigt.

Brigitta Niederhauser
Das berühmteste Bad der Filmgeschichte: Anita Ekberg in der Fontana di Trevi in Fellinis «La dolce vita» (1960).
Das berühmteste Bad der Filmgeschichte: Anita Ekberg in der Fontana di Trevi in Fellinis «La dolce vita» (1960).
PD

Sie kamen alle, wenn in den Zeitungen Roms wieder das kleine Inserat erschien. «Federico Fellini ist bereit, alle zu empfangen, die ihn sehen wollen», stand da, und sie kamen zu Hunderten: Finstere Riesen, geschmeidige Gigolos und süsse Lustknaben, welke Schönheiten und unschuldige Mädchen, Greise, Zwerge, Monster und Verrückte warfen sich für Fellini in Pose, und der Meister nahm sich Zeit, sie alle zu begutachten. «Ich habe sie sehr genau beobachtet und von allen ein wenig gestohlen», wird er später sagen. Er führte Buch über das willige Personal, katalogisierte sie gewissenhaft als «exotische Männer» oder «hurenhafte Frauen». Auf tausend Kandidatinnen und Kandidaten soll Fellini jeweils höchstens zwei für einen Film ausgewählt haben.

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