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Die Schwarzmaler

In der Literatur haben düstere Utopien Hochkonjunktur. Fehlt Autoren wie Dave Eggers oder Michel Houellebecq die Fantasie, sich eine schöne Welt auszudenken?

«Die Katastrophe» (1966), wie sie ihr Grossmeister Friedrich Dürrenmatt malte. Foto: CDN, Schweizerische Eidgenossenschaft
«Die Katastrophe» (1966), wie sie ihr Grossmeister Friedrich Dürrenmatt malte. Foto: CDN, Schweizerische Eidgenossenschaft

Für den Propheten Jesaja war das Paradies der Ort, an dem die Wölfe neben den Lämmern liegen. Für den Propheten Marx lag es am Ende der Geschichte, da der Mensch heute dies, morgen jenes tun könnte, «morgens jagen, nachmittags fischen, abends Viehzucht treiben, nach dem Essen kritisieren». Paradiesvorstellungen entstanden aus den Defiziten der Gegenwart: Elend, Mangel, Rechtlosigkeit, Unterdrückung. Fiktive Gegenwelten wurden auf fernen Inseln angesiedelt wie auf «Utopia» des Thomas Morus (1516) – die einer ganzen Literaturgattung den Namen gab.

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