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Die Schweizer Armee im Spiegel der Jahrzehnte

Das Museum Altes Zeughaus in Solothurn wagt sich nach jahrzehntelanger Ausstellung von historischem Kriegsgerät auf neues Terrain.

Verzicht auf Polemik: Die Ausstellung «IdentifiNation» reflektiert die Geschichte der Schweizer Armee.
Verzicht auf Polemik: Die Ausstellung «IdentifiNation» reflektiert die Geschichte der Schweizer Armee.
Keystone

In der Ausstellung «IdentifiNation» werden die Rolle der Armee und deren Stellenwert in der Bevölkerung hinterfragt. Ein altes Dienstbüchlein prangt auf der Einladung. Zum Empfang erzählen Schweizer über ihre Zeit als Soldaten. Da sprechen ein Swisscoy-Soldat, eine Offizierin oder ein Mann, der sich mit Absicht untauglich schreiben liess.

Zäher Weg zum eidgenössischen Militär

Im nächsten Raum zeigen Armeefilme Szenen aus den letzten 90 Jahren, aus der Aktivzeit und den 70er-Jahren, als der Drill im Gefolge der 68er-Jahre nachliess. Sie thematisieren Uniformität, Hierarchie und die Bedeutung der Armee für die Schweizer Identität. In den bewegten Bildern spiegelt sich die Wahrnehmung der Armee im Laufe der Jahrzehnte. Neben den Filmausschnitten schöpft das Zeughaus auch aus seiner eindrücklichen Sammlung.

Historische Uniformen der vor 1848 kantonal organisierten Armee zeigen den zähen Weg zum eidgenössischen Militär. Erst kurz vor dem Ausbruch des 1. Weltkriegs wurden alle Soldaten mit der feldgrauen Einheitsuniform ausgerüstet.

Gedanken zur Armee gefragt

In einem dritten Teil empfängt ein grossflächiger Umriss der Schweizer Grenze die Besucher im so genannten «Neutralitorium». Entlang der Grenzlinie zeigt ein Zeitstrahl das Geschehen und Konflikte seit dem Wiener Kongress 1815.

Die Besucher sind aufgerufen, auf einem typischen Armee-Formular ihre Meinung zur Armee abzugeben. Mit dem Einverständnis der Verfasser werden die Zettel aufgehängt und einzelne auch im Internet aufgeschaltet.

Zwischen Stammpublikum und Öffnung

Bisher empfing das Museum im rund 400 Jahre alten Zeughaus ein treues Stammpublikum, ein Publikum von Armeebefürwortern. Nun will das Zeughaus neben dieser Klientel auch Besucher mit anderen Ansichten anlocken.

Der Spagat zwischen historisch und aktuell ist heikel. So seien Provokationen aus Rücksicht auf das Stammpublikum bewusst vermieden worden, sagte Museumsleiterin Carol Nater der Nachrichtenagentur sda.

Die Ausstellung verzichtet auch darauf, Armee oder Rüstungspolitik zu kommentieren. Vielmehr zeigen die Filmausschnitte als unverfälschte Quellen die Färbung ihrer Zeit. Dieser Verzicht auf Polemik schafft Raum zum Nachdenken. Die sanfte Öffnung hat sich gelohnt.

(SDA)

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