Basel verabschiedet sich von Trudi Gerster

Im Basler Münster haben zahlreiche Trauergäste von der verstorbenen Märchenkönigin Trudi Gerster Abschied genommen. Regierungspräsident Guy Morin würdigte Gerster als Erzählerin und Politikerin.

Märchenkönigin Trudi Gerster wurde mit einer öffentlichen Abdankungsfeier im Basler Münster geehrt.
Video: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Zahlreiche Trauergäste haben sich am Montagnachmittag im Basler Münster eingefunden, um Abschied von Trudi Gerster zu nehmen. Die Schweizer Märchenkönigin war am 27. April im Alter von 93 Jahren gestorben.

An der Trauerfeier würdigte der Basler Regierungspräsident Guy Morin die Verstorbene als Märchenerzählerin und Politikerin. Genauso wie sie beim Erzählen die Märchen intensiv miterlebt habe, habe sie sich auch intensiv in der Gesellschaft eingesetzt.

Die Märchen von Trudi Gerster hätten Generationen von Kindern in der Schweiz sehr viel bedeutet und täten dies heute noch, sagte Morin im Basler Münster. Ihre Erzählungen hätten vielen Kindern eine Heimat gegeben. In der Märchenwelt, erzählt von der Märchenfee Trudi Gerster, fühlten sie sich aufgehoben und geborgen.

Durch die Feier führt Benedict Schubert, Pfarrer an der Peterskirche in Basel. Zudem wirken gemäss einem in der Kirche aufgelegten Handzettel der Bündner Liedermacher Linard Bardill, das Euler Quartett und der Organist Felix Pachlatko mit.

Unbequeme und hartnäckige Politikerin

Von 1968 bis 1980 war Trudi Gerster indes auch Grossrätin des Kantons Basel-Stadt. Sie sei als eine der ersten Frauen nach Einführung des Frauenstimmrechts ins Parlament gewählt worden. Als Parlamentarierin und Politikerin sei sie unbequem und hartnäckig gewesen, Kollegen hätten sie geachtet und ihr Respekt gezollt.

«Ich wäre froh, wenn die Politik soviel innere Wahrheit wie die Märchen hätte», zitierte Morin Trudi Gerster aus dem Dokumentarfilm «Die Märchenkönigin». Ihrer Familie drückte er namens der Regierung Mitgefühl und grosse Achtung vor dem Wirken der Verstorbenen aus: «Es braucht solche Menschen wie Trudi Gerster, sie sind heilsam.» (kpn/sda)

Erstellt: 06.05.2013, 17:31 Uhr

Bildstrecke

Trudi Gerster ist gestorben

Trudi Gerster ist gestorben Die Schweizer Märchenkönigin Trudi Gerster starb in Basel im Alter von 93 Jahren.

Artikel zum Thema

Ausstellung über Trudi Gerster in Zürich

Das Landesmuseum plant eine Ausstellung über die am Wochenende verstorbene Schweizer Märchenerzählerin. Mehr...

Die gute Fee

Hintergrund Die grosse Schweizer Märchenkönigin Trudi Gerster ist mit 93 gestorben. Sie war aber nicht nur die Stimme der Nation, sondern kämpfte auch in der Politik für die Rechte der Frauen. Ein Nachruf. Mehr...

Die «Märlikönigin» Trudi Gerster ist tot

Die grosse Schweizer Märchenerzählerin Trudi Gerster ist mit 93 gestorben. Ihren ersten grossen Erfolg feierte sie bereits mit 19 – an der Landesausstellung von 1939. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Segeln hart am Wind: Die Teilnehmer der Skûtsjesilen - Meisterschaften im niederländischen Friesland schenken sich nichts. (15. August 2018)
(Bild: Siese Veenstra/EPA) Mehr...