«Bettmümpfeli»-Erzählerin Karen Meffert gestorben

Sie war eine der ersten Schweizer Frauen, die für Radio und Fernsehen gearbeitet hatten. Berühmt wurde sie aber mit ihren Gutenachtgeschichten. Karen Meffert starb im Alter von 83 Jahren.

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Dreizehn Jahre lang erzählte Meffert am Schweizer Radio das «Bettmümpfeli», kleine Gutenachtgeschichten, von denen viele auch aus ihrer eigenen Feder stammten. Es habe ihr viel Freude gemacht, diese prägnanten Geschichten zu schreiben und zu erzählen, sagte Meffert in ihrem letzten Interview vom Oktober 2010 mit der Fernsehzeitschrift «Tele». Am Anfang sei sie aber nicht ganz sicher gewesen, ob das gut laufe.

Die phantasievollen Kurzmärchen in Mundart wurden dann aber für unzählige Kinder zum abendlichen Ritual - bis ins Jahr 1980, als die «Bettmümpfeli» durch eine Sportsendung ersetzt wurden. Den Gutenachtgeschichten blieb Meffert trotzdem treu: Sie veröffentlichte bis Mitte der 90-er-Jahre zahlreiche Langspielplatten und Kassetten mit Geschichten «für di Chline». Dazu kamen mehrere «Bettmümpfeli»-Bücher.

«Chummerchischte»

Vor den Gutenachtgeschichten - also in den 60er-Jahren - war Meffert für die Radiosendung «Chummerchischte» verantwortlich, in der sie Kindern und Jugendlichen bei der Lösung von Alltagsproblemen beistand. Manchmal habe es sie traurig und nachdenklich gestimmt, was sie zu hören bekommen habe, sagte sie im selben Interview. Häufig behandelt wurden Sorgen wie etwa fehlende Kommunikation in der Familie, die rigiden Kleidervorschriften oder etwa, dass die Jugendlichen kein «Bravo» lesen durften.

Parallel zu ihren Radiosendungen arbeitete die zweifache Mutter auch noch für das Schweizer Fernsehen, wo sie als Redaktorin, Moderatorin und Produzentin tätig war - zuerst für Kindersendungen, später aber auch für Formate wie «Ratgeber», «Seniorama» und «Treffpunkt».

Männer sind «Hasenfüsse»

1989 gab sie ihre Tätigkeit bei Radio und Fernsehen auf und gründete die Stiftung «Schule für angewandte Gerontologie», weil sie sich mit Fragen des Alterns beschäftigen wollte. «Die Menschen werden unmündig geboren und im letzten Lebensabschnitt wieder entmündigt», sagte sie damals in einem Interview. 1994, im Alter von 67 Jahren, eröffnete sie die «Werkstatt für Sprechkultur», in der sie ihren Geschlechtsgenossinnen die Angst vor öffentlichen Auftritten nehmen wollte. Viele Frauen würden sich nicht trauen, ihre Meinung kundzutun, sagte sie damals.

Männer waren in diesen Kursen nicht vorgesehen. «Männer stören», sagte sie 1998 dem «Tages-Anzeiger». Viele seien Hasenfüsse, feige und langweilig. Auch in ihrem Privatleben hatten Männer einen schweren Stand. Eine ebenbürtige Beziehung sei leider immer wieder gescheitert, sagte sie im selben Interview. «Weil ich die stärkere Person war als die Männer, die ich kannte.»

Wie aus der Todesanzeige im «Tages-Anzeiger» vom Dienstag hervorgeht, starb die Mutter zweier erwachsener Töchter kurz nach Weihnachten in Zürich. (sda)

Erstellt: 04.01.2011, 10:50 Uhr

Ihre Gutenachtgeschichten sind Teil des Schweizer Kulturguts: Karen Meffert.

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