Des Teufels Haartracht

Iraner sollen keine «homosexuellen und satanistischen» Frisuren tragen. Dies sagt der oberste Herrencoiffeur des Landes.

Unerwünschte Frisur: Ein junger Iraner im Zentrum von Teheran. (Archivbild)

Unerwünschte Frisur: Ein junger Iraner im Zentrum von Teheran. (Archivbild) Bild: Reuters

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Iranische Männer sollen keine Frisuren nach westlichem Vorbild tragen. Mohammed Govahi, Irans oberster Herrencoiffeur hat seinen Kollegen die neuen Regeln für islamkonforme Haarschnitte durchgegeben. Wie der «Guardian» berichtet, sprach sich Govahi in den iranischen Medien gegen «satanistische Frisuren» aus.

Gemeint sind offenbar vor allem gegelte Spitzen und Undercuts. Govahi: «Jedem Salon, der solche Teufelsanbeter-Frisuren schneidet, wird die Lizenz entzogen.» Verboten sind laut Govahi auch Frisuren, «wie sie von Homosexuellen getragen werden.» Um welche Schnitte es sich dabei handelt, spezifizierte der Chef des Coiffeur-Verbands nicht weiter.

Pferdeschwänze sind schon verboten

Govahi betonte, die neuen Regeln stimmten mit den von Revolutionsführer Ayatollah Ali Khamenei vorgegebenen Grundsätzen überein.

Neu sind solche Verbote nicht. Vor fünf Jahren schon untersagte der Iran bereits Pferdeschwänze für Männer.

Irans Präsident Hassan Rohani vertritt seit seinem Amtsantritt vor gut zwei Jahren eine liberalere Politik was solche Themen betrifft. Erst letzte Woche etwa sagte er öffentlich, es sei nicht Aufgabe der Polizei, den Bürgern Vorschriften zu Kleidung und Aussehen zu machen. Damit stellt sich Rohani jedoch gegen die konservativen Religionsgelehrten, welche die Polizei durchaus als Vollzieher islamischer Gesetze sehen. ()

Erstellt: 06.05.2015, 11:41 Uhr

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