Frauenleasing

Güzin Kar beschäftigt sich heute mit dem Pornostar aus dem Bundeshaus.

Unsere Kolumnistin Güzin Kar.

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Also, meine lieben Damen, jetzt hat es auch der Letzte gemerkt: Wir Frauen sind ein Sicherheitsrisiko. Ob im Bundeshaus, auf der Strasse, in Sport oder Wirtschaft, früher oder später explodiert die Gebärmutter und ergiesst ihre Hysterie unkontrolliert über Land, Leute, Gesellschaft und Medien.

Das darf, das muss sogar gesagt werden, egal, was diese Genderquäker uns weismachen wollen. In der Türkei sollen Frauen deshalb nicht mehr laut lachen, anderswo dürfen sie aus guten Gründen nicht Auto fahren, hierzulande nicht nebenamtlich in Pornos spielen, wenn sie hauptamtlich beim Bund arbeiten.

Das Smartphone abgeben

Der betreffenden Dame musste gekündigt werden, da sie sich erpressbar gemacht habe, hiess es. Zwar habe ich nicht begriffen, wodurch sich eine Pornodarstellerin, die sich nackt zeigt, erpressbar machen könnte, aber beim Thema Sicherheit darf man nicht kleinlich sein, und Frauen sollten ihre Smartphones an der Pforte des Bundeshauses deponieren müssen, finde ich.

Eigentlich sollten Frauen überhaupt kein Smartphone besitzen dürfen, denn früher oder später ruinieren sie durch dessen unsachgemässen Gebrauch den Ruf der Firma, der Familie, der Religion, des Vaterlandes. Männer ruinieren nicht einmal den eigenen Ruf, selbst dann nicht, wenn ihr iPhone randvoll gefüllt ist mit Pornofilmen oder sie auf ihrem Facebook- oder Twitteraccount ungeniert ihre Zuneigung bekunden gegenüber Damen mit etwas preiswerterem Erscheinungsbild, wie es Daniela Katzenberger auszudrücken pflegt; wobei sich

Frau Katzenberger selber im Vergleich mit den überdimensionierten Pirelli-Lippen, albernen Posen und Gehirnblondierungen ausnimmt wie eine Mischung aus Audrey Hepburn und Marie Curie. Niemand scheint Anstoss daran zu nehmen, dass kluge und gebildete Herren auf so etwas abfahren, und dass sie sowohl kritisch über Heidegger reflektieren als auch mit offenem Hosenbund vor den Nacktbildern einer Ex-Dschungelcamp-Teilnehmerin sitzen können (das umgekehrte Vorgehen wäre seltsamer, das gebe ich zu).

Ein Freund von mir hat einer Dame aus der Sonderangebotsliga Geld angeboten für eine Nacht mit ihm. Sie lehnte ab. Und keiner fragt, ob er diese Korrespondenzen während seiner Arbeit unterhielt, keiner will wissen, was seine Partnerin dazu meint, was ja auch richtig ist.

Frauen auf Probe

Wer jetzt aber denkt, wo ein Publikum, da auch Akteurinnen, also legt los, liebe Damen, der verkennt, dass für Frauen andere Regeln gelten. Die Begriffe Körper und Sex sind bei uns praktisch automatisch an Ehre und Moral geknüpft und können zu hochdramatischen Verwicklungen führen, gerade am Arbeitsplatz. Also, was tun? Ich plädiere nachdrücklich dafür, Frauen von nun an nur noch probeweise anzustellen, und die Probezeit auf sagen wir dreissig Jahre anzusetzen. Sollten bis zu deren Ende keine Auffälligkeiten zur Schau gestellt worden sein, könnte man die Dame fest anstellen oder nahtlos in Rente schicken.

Vielleicht sollte man das Frauenleasing auf andere Lebensbereiche ausdehnen, zum Beispiel auf die Ehe oder auf Freundschaften. Sehr effektiv wäre es natürlich, dem Weibsvolk das Internet zu verbieten, denn dann könnten die Männer auch wieder konzentrierter arbeiten und wären nicht so abgelenkt von den vielen Bildern. Liebe Frauen, ich hoffe sehr, dass Sie soeben nicht laut gelacht, sondern sanft errötend ihre Augen niedergeschlagen haben.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.08.2014, 16:03 Uhr

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