Ist Downloaden nun strafbar?

Das Urhebergesetz wird modernisiert, der Bundesrat hat heute den Gesetzesentwurf präsentiert. Was dies für den Konsumenten bedeutet.

Der Bundesrat passt das Urheberrecht ans Internet-Zeitalter an. (Video: SDA/Tamedia)

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Schnell eine Folge von «Walking Dead» streamen oder einen alten AC/DC-Knaller downloaden: Das könnte man auf Netflix oder Spotify machen. Mancher geht dafür allerdings auf kostenlose Piratensites. Schon seit Jahren will der Bundesrat gegen solche Angebote im Internet vorgehen und das Urheberrechtsgesetz anpassen lassen. Den entsprechenden Gesetzesentwurf und die Botschaft hat er nun verabschiedet. Jetzt muss das Parlament darüber entscheiden. Grosse Änderungen sind da nicht mehr zu erwarten. Was also wird das angepasste Urhebergesetz für die Konsumenten bedeuten? Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

  • Darf ich in der Schweiz weiterhin Musik, Serien, E-Books und Filme von Internet-Plattformen wie etwa Piratebay herunterladen?
    Ja, das Herunterladen zum Eigengebrauch ist laut der Botschaft des Bundesrats nach wie vor erlaubt. Als Eigengebrauch gilt die Verwendung im privaten Bereich, in der Familie oder unter Freunden. Eine Ausnahme dazu ist das Herunterladen von Videogames und Computersoftware.
  • Wieso sind Film- und Serien-Downloads in der Schweiz legal – und in anderen Ländern nicht?
    In der Schweiz wird bei einem Kauf eines Abspielgeräts wie etwa einem iPhone oder einem Tablet eine pauschale Urheberrechtsabgabe von ungefähr 13 Franken erhoben. Ob der Käufer mit seinem Gerät später Downloads tätigt, spielt keine Rolle. Im Zeitalter von populären, kostenpflichtigen Streaming-Diensten wie Spotify oder Netflix fallen Downloads von «illegalen» Sites ausserdem nicht mehr so ins Gewicht wie früher.
  • Bleibt das Streamen auf kostenlosen Sites wie Fmovies.org oder Kinox.to legal?
    Ja.
  • Je nach Einstellung laden Streaming- oder Fileshare-Sites während des Downloads gleichzeitig Files hoch. Ist das problematisch?
    Ja. Das Hochladen und Anbieten von urheberrechtlich geschützten Inhalten ist verboten. Wer es dennoch tut, kann vom Rechteinhaber belangt werden. Es empfiehlt sich, die Upload-Funktion stets zu deaktivieren.
  • Ändert sich mit der Botschaft des Bundesrats überhaupt etwas?
    Für den Konsumenten nicht. Schweizer Hosting Provider sollen aber keine Piraterieplattformen beherbergen dürfen und müssen bei Urheberrechtsverletzungen die betroffenen Inhalte rasch entfernen. Ausserdem sollen Forscher und Bibliotheken ihre Bestände für bestimmte Zwecke ohne eine explizite Erlaubnis der Rechteinhaber nutzen können. Kulturschaffende profitieren zudem neu von einer effizienteren Verwertung der Video-on-Demand-Rechte.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.11.2017, 15:26 Uhr

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