Jean-Jacques Rousseau ist nun Welterbe

Zum ersten Mal überhaupt ist eine Schweizer Dokumentensammlung ins Weltdokumentenerbe der UNO-Kulturorganisation UNESCO aufgenommen worden: Es sind Sammlungen über Jean-Jacques Rousseau.

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Zu den Sammlungen, die in den Bibliotheken der beiden Westschweizer Städte gelagert sind, gehören Manuskripte von Rousseaus wichtigsten Werken, Korrespondenz, Bücher über den Aufklärer, aber auch Raubdrucke, Bilder sowie die Totenmaske des Gelehrten.

«Es handelt sich um ein immenses Archiv über eine der wichtigsten Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts», sagte der Direktor der Bibliothèque de Genève, Jean-Charles Giroud, am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Giroud bedauert, dass nicht mehr historisch wertvolle Unterlagen aus der Schweiz zum Weltdokumentenerbe zählen. Das vergleichbare Österreich ist mit einem Dutzend Objekten auf der Liste aufgeführt.

Hoffen auf Nachahmer

Die ausnehmend schwache Schweizer Präsenz liegt weniger an fehlenden Beständen hierzulande als an nicht vorhandenem Wissen über das Weltdokumentenerbe. «Die Aufnahme der Rousseau-Archive ebnet hoffentlich den Weg, um weitere wichtige Schweizer Sammlungen und Dokumente auf die Liste setzen zu lassen», sagte Giroud.

Der Prozess sei für die Institutionen, die hinter den Sammlungen stünden, allerdings mit viel Arbeit verbunden, räumte er ein. Unter anderem gelte es, die Authentizität der Sammlungen zu belegen und Argumente für deren Weltbedeutung zu präsentieren.

«Dokumentarisches Erbe»

Das Programm Weltdokumentenerbe «zum Erhalt des dokumentarischen Erbes der Menschheit» wurde von der UNESCO 1992 lanciert. Bisher wurden insgesamt 238 wertvolle Buchbestände, Handschriften, Partituren, Bild-, Ton- und Filmdokumente aufgenommen.

Die Unterlagen von zwei internationalen Organisationen mit Sitz in der Schweiz zählen bereits seit 2007 beziehungsweise 2009 zum Weltdokumentenerbe: Das Archiv der Internationalen Agentur für Kriegsgefangene (1914-1923) sowie die die Bestände des Völkerbundes (1919-1946), der Vorläuferorganisation der Vereinten Nationen.

(dj/sda)

Erstellt: 27.05.2011, 17:29 Uhr

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