US-Regierung übt am Golf von Mexiko Zensur

Die Öl-Katastrophe am Golf von Mexiko entwickelt sich für BP und die US-Regierung zu einem PR-Desaster. Deshalb greift die US-Regierung nun auf Zensur zurück - Journalisten, Blogger und Künstler sind empört.

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Im Golf von Mexiko hat die US-Regierung neue Zensurmassnahmen ergriffen. Die US-Küstenwache hat eine Strafe in der Höhe von 40'000 US-Dollar für alle Journalisten und Fotografen ausgesetzt, die unmittelbar von der Ölkatastrophe berichten wollen, und private Sicherheitsdienste sollen an der Küste sogar Wachen aufgestellt haben, um Journalisten abzuschrecken, wie CNN berichtete. Nachdem der TV-Sender in einer Sondersendung die fehlende Transparenz der Behörden kritisiert hatte, wurde er nicht mehr ins Katastrophengebiet vorgelassen. Am Wochenende wurde es nun offiziell: Ohne ausdrückliche Genehmigung werden Medienleute nicht näher als rund 20 Meter ans von der Ölkatastrophe betroffene Gebiet herangelassen. Die maximale Höchststrafe liegt bei 250'000 US-Dollar und drei Jahren Freiheitsentzug. Mit den neuen Zensurmassnahmen der US-Behörden sollen wohl die Fehler bei der Bekämpfung der Ölkatastrophe vertuscht werden.

BP-Leute geben sich als Angehörige der Regierung aus

Ebenfalls betroffen ist Georgianne Nienaber, eine Mitarbeiterin des US-Blogs «Huffington Post». Nachdem sie an der Küste verendende Vögel fotografiert hatte, war sie wegen einer «Class D Felony» verklagt worden, was von der Schwere des Straftatbestandes mit Körperverletzung verglichen werden kann. Nun soll die «Huffington Post» 40'000 Dollar Strafe bezahlen. Aber damit nicht genug. Nienhaber äussert auch den Verdacht, dass inzwischen Leute aus der PR-Abteilung von BP mit der US-Küstenwache zusammenarbeiten, beziehungsweise sich als Angehörige der Küstenwache ausgeben.

Derweil haben sich Künstler aus der Region zusammengeschlossen und produzieren Bilder zum Thema BP-Oilspill. Obschon Sponsorengelder von BP unter anderem auch an die renommierte Londoner Tate-Galerie und ans British Museum gehen, dürfte diese spontane künstlerische Manifestation nicht ihrem Sinn entsprechen. Die Künstler und Aktivisten haben vor, ihre Kunst in einer Galerie von New Orleans und im Internet zu verkaufen. Der Erlös geht an die Non-Profit-Organisation «Gulf Aid». «Wir sind aufgebracht, haben Angst und sind verdammt wütend über das, was hier passiert», sagte der Aktivist Jonathan Ferraravon «Gulf Aid Art». «Und bleibt nur unsere Kreativität, um uns zu äussern, zu kommentieren, kritisieren und unsere Stimme hörbar zu machen. »

Erstellt: 06.07.2010, 15:43 Uhr

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