Weshalb das Glühbirnenverbot Kunstwerke bedroht

Das Ende der Glühbirne stellt mehrere Museen vor Probleme. Ein deutscher Kurator sieht sogar das kulturelle Erbe in Gefahr.

Relikt aus früheren Zeiten: Ein Mitarbeiter einer Messeaufbaufirma streicht auf dem Messegelände in Hannover ein Plakat, auf dem eine Glühbirne abgebildet ist.

Relikt aus früheren Zeiten: Ein Mitarbeiter einer Messeaufbaufirma streicht auf dem Messegelände in Hannover ein Plakat, auf dem eine Glühbirne abgebildet ist. Bild: Keystone

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Der Direktor der Kunsthalle Bremen, Wulf Herzogenrath, sieht durch das europaweite Glühlampenverbot auch das kulturelle Erbe in Gefahr. «Es gibt in jedem Museum Kunstwerke mit schönen Glühbirnen, die kann man nicht einfach ersetzen», sagte der Kunsthistoriker der Nachrichtenagentur dapd. Die Form der Beleuchtung sei Teil der authentischen Wirkung eines Kunstwerkes.

In der Bremer Kunsthalle kommen ihm zufolge zwei bedeutende Arbeiten nicht ohne Glühlampen aus: der «Lichtraum» von Otto Piene und der «Videosynthesizer» von Nam Jun Paik. In jedem Museum oder Ausstellungshaus in Deutschland sei die Situation vergleichbar. Viele Künstler der 60er Jahre hätten in ihren Werken, in denen es oft um Alltagsmaterialien ging, Glühlampen verwendet.

Museen haben vorgesorgt

Dennoch wird der drohende «Kulturverlust» die Kunsthalle laut Herzogenrath nicht treffen: «Wir haben einen Vorrat, der für uns und das Leben meiner Kinder reicht.» Seiner Einschätzung nach haben alle Museen und Galerien ähnlich vorgesorgt.

Die Europäische Union hat die Produktion von und den Handel mit konventionellen Glühlampen und Halogenbirnen verboten. Seit September 2009 sind 100-Watt-Birnen nicht mehr erhältlich. Seit September 2010 sind klare 75-Watt-Birnen untersagt, ein Jahr später folgen die 60-Watt-Leuchten. Im September 2012 müssen auch die 40- und 25-Watt-Birnen vom Markt genommen sein.

Die Kunst- und Architekturszene forderte in einer Petition bereits eine Rücknahme des Glühbirnenverbotes. Zu den Unterzeichnern gehörten neben Herzogenrath unter anderen die Künstler Andreas Gursky, Georg Baselitz, Thomas Demand und Carsten Höller.

(miw/dapd)

Erstellt: 26.12.2010, 12:34 Uhr

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