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«An Menschen wurden solche Substanzen bislang nicht getestet»

Im Film «Limitless» lässt eine Gedächtnispille Menschen innert Tagen Chinesisch lernen. Wie weit entfernt ist dieses Szenario? Mediziner Andreas G. Franke über die Möglichkeiten des Hirndopings.

Herr Franke, im Film «Limitless» geht es um einen Schriftsteller, der dank einer neuen Hirndoping-Pille statt 20 Prozent 100 Prozent seiner Hirnleistung nutzen kann. Liegen tatsächlich so viele Hirnressourcen brach? Wie Experimente gezeigt haben, gibt es Menschen mit sogenannten Inselbegabungen, die auch als «Savants» bezeichnet werden. Jemand fliegt zum Beispiel über New York und kann später jedes Haus, das er von oben gesehen hat, aus dem Gedächtnis genau zeichnen. Wir wissen also, dass das Hirn Ressourcen hat, die wir nicht nutzen. Allerdings gehen solche Fähigkeiten meistens zulasten anderer kognitiver Funktionen, sodass beispielsweise Inselbegabungen häufig bei Patienten mit einer bestimmten Form des Autismus auftreten.

Leistungssteigernde Substanzen wie etwa das rezeptpflichtige Modafinil gibt es schon seit einiger Zeit. Im Film wird nun aber das Gedächtnis gedopt, nicht die Konzentration. Wie sieht da der Stand der Forschung aus? Die Steigerung des Gedächtnisses ist am ehesten ein sekundärer Effekt, der mittelbar über die Steigerung anderer, wesentlich einfacherer kognitiver Fähigkeiten hervorgerufen wird. Dies geschieht dann über verminderte Müdigkeit und Ermüdbarkeit und gesteigerte Aufmerksamkeit. Es gibt zwar Laborversuche mit gedächtnisverbessernden Substanzen an Mäusen, die dann tatsächlich schneller durch ein Labyrinth gefunden haben, aber an Menschen wurden solche Substanzen bislang nicht getestet.

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