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«Auch ich rege mich über die jüdischen Moralkeulen auf»

Yves Kugelmann, Chefredaktor der jüdischen Zeitschrift «Tachles», hat die UBS-Kampagne mit dem mutmasslichen Antisemiten Le Corbusier kritisiert. Die Diskussion verläuft für ihn nun in die völlig falsche Richtung.

Wollte eine Debatte über die UBS und nicht über Le Corbusier entfachen: Der Publizist Yves Kugelmann.
Wollte eine Debatte über die UBS und nicht über Le Corbusier entfachen: Der Publizist Yves Kugelmann.
Archivbild TA

Die UBS zieht ihre Le-Corbusier-Inserate zurück, Zürich überdenkt noch mal, ob ein Platz nach dem Architekten benannt wird. Sind Sie zufrieden mit der Entwicklung der Diskussion? Die Debatte ist absurd und läuft in eine falsche Richtung. Alle reden über Le Corbusier, anstatt über die UBS und das historische Bewusstsein. Die erste Stellungnahme der UBS war wieder einmal symptomatisch: Es wurde erst auf öffentlichen Druck anstatt durch Erkenntnis reagiert. Ich wäre aber auf jeden Fall dagegen, wenn man einen Corbusier-Platz verhindern oder die Banknoten mit seinem Abbild zurückziehen würde. Bei der UBS ist der Sachverhalt anders: Die Bank benutzte Le Corbusier in einer Kampagne, in der es um die Aufarbeitung der Vergangenheit geht. Das ist aus meiner Sicht ein Fehlgriff. Ob jedoch Le Corbusier ein Antisemit war oder nicht ist eine absurde Diskussion.

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