Aus welchem Buchcover ist dieser Ausschnitt?

Wir präsentieren jede Woche einen Kulturschnipsel. Erkennen Sie, was dahintersteckt?

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Mit Kultur lässt sich gut angeben – auch wenn man ein Werk oder einen Künstler gar nicht richtig kennt. Wir drehen den Spiess um: Erkennen Sie anhand des Schnipsels, um welchen Text, Film, Song oder welches Kunstwerk es sich handelt?

Vorschläge bitte unten in der Kommentarspalte eintragen. Um den Rätselspass zu bewahren, schalten wir die Antworten erst in ein paar Tagen online. Die Lösung wird jeweils nach einer Woche mit der neuen Aufgabe zusammen bekannt gegeben.

Die Lösung der letzten Woche: Der Ausschnitt stammt aus dem Gedicht «Der Erlkönig» von Johann Wolfgang von Goethe.

Er hat es 1782 für ein Singspiel in Form einer Ballade geschrieben.

Der Titel des Gedichts ist einem Übersetzungsfehler von Goethes Zeitgenossen, dem deutschen Autor Johann Gottfried Herder, zu verdanken. Denn die Originalgeschichte stammt aus Dänemark. Dort heisst der Erlkönig «Ellerkonge», was eigentlich korrekt übersetzt Elfenkönig heisst.

Der Erlkönig

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind.
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?
Siehst Vater, du den Erlkönig nicht!
Den Erlenkönig mit Kron’ und Schweif?
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.

Du liebes Kind, komm geh’ mit mir!
Gar schöne Spiele, spiel ich mit dir,
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht?
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind,
In dürren Blättern säuselt der Wind.

Willst feiner Knabe du mit mir geh’n?
Meine Töchter sollen dich warten schön,
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.

Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düsteren Ort?
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh’ es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau.

Ich lieb dich, mich reizt deine schöne Gestalt,
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!
Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an,
Erlkönig hat mir ein Leid getan.

Dem Vater grauset’s, er reitet geschwind,
Er hält in den Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not,
In seinen Armen das Kind war tot.

Das Gedicht aus der Zeit des Sturm und Drang wurde unter anderem von Franz Schubert vertont.

Quelle: Youtube

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.04.2018, 11:32 Uhr

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