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«Ausschaffung» kommt zu Ehren

Eine Jury um den Radio-Moderator Hannes Hug hat das Wort, das Unwort und den Satz des Jahres gewählt. Die SVP, die Fifa und Wikileaks lieferten den Stoff.

Eine Unmenge von Wörter und Unwörter des Jahres werden im deutschsprachigen Raum von verschiedenen Organisationen alljährlich gesucht. Erst kürzlich wurde das Jugendwort des Jahres bekannt gegeben, jetzt präsentiert die Schweizer «Aktion Wort des Jahres» ihre Ausbeute, bald werden noch weitere folgen. Auffallend bei den jetzt präsentierten Wörtern und Sätzen ist, wie sehr sie an aktuelle Nachrichtenereignisse gekoppelt sind.

Aus rund 2000 Vorschläge hat die sechsköpfige Jury folgende Wörter und Sätze gekürt:

– Wort des Jahres: AusschaffungBegründung: «Die Jury stellt fest, dass es mit ‹Minarettverbot› im letzten Jahr und mit «Ausschaffung» in diesem Jahr, lediglich einer einzelnen politischen Gruppierung gelingt, gleichsam Themen zu setzen, den öffentlichen Diskurs zu bestimmen und neue Ausdrücke im Volksmund zu verankern. Die plakative Formulierung «Ausschaffung» hat den ursprünglich verwendeten Ausdruck «Rückführung» komplett aus der Alltagssprache verdrängt.»

– Unwort des Jahres: FIFA-EthikkommissionBegründung: «Aufgrund der wiederholten Korruptionsbeschuldigungen rund um die Fifa und ihrer Funktionäre, beabsichtigt der Weltfussballverband nun mit einer hausgemachten Kommission seine hausgemachten Probleme zu lösen. In diesem Zusammenhang den Begriff der Ethikkommission zu strapazieren, ist nach Ansicht der Jury ein glatter Widerspruch – ohne Wenn und Aber.»

– Satz des Jahres 2010:: «Die Schweiz ist eine frustrierende Alpen-Demokratie.»Begründung: «In den von Wikileaks veröffentlichten geheimen US-Dokumenten sind auch Depeschen über die Schweiz enthalten. Der ehemalige US-Botschafter Peter Coneway hielt diesen Satz 2008 in einem Protokoll fest. Ein kleiner Beitrag der Schweiz im grossen Wikileaks-Skandal – ohne richtigen Newswert. Die Jury befindet einstimmig: ‹Wir uns auch!›.»

– Jugendwort des Jahres 2010: hobbylosBegründung: «‹Hobbylos› ist für junge Menschen in der Schweiz eine verbale Allzweckwaffe. Das Wort steht für Antriebslosigkeit, Langeweile und Apathie, aber auch für Freude, grossen Spass oder Genialität. Ein Wort, das in der Erwachsenensprache kaum verwendet und auch nicht wirklich verstanden wird - alles was ein Jugendwort braucht.»

Sind Sie einverstanden mit dieser Wahl? Welche Wörter und Sätze sind Ihnen 2010 besonders aufgefallen? Vorschläge bitte unten anbringen.

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