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Bombastische Possen

Wochenlange Staatstrauer, Hysterieanfälle und schliesslich das Mausoleum: Kommunistische Diktatoren-Bestattungen haben ihre ganz speziellen Eigenarten.

Nach dem Trauerzug: Kim Jong-un (m.) salutiert an der Beerdigungszeremonie. (28. Dezember 2011)
Nach dem Trauerzug: Kim Jong-un (m.) salutiert an der Beerdigungszeremonie. (28. Dezember 2011)
Keystone
Tausende Soldaten beteiligten sich an der Beerdigungszeremonie: Mitglieder des nordkoreanischen Militärs feuern nach dem Trauerzug Schüsse in die Luft. (28. Dezember 2011)
Tausende Soldaten beteiligten sich an der Beerdigungszeremonie: Mitglieder des nordkoreanischen Militärs feuern nach dem Trauerzug Schüsse in die Luft. (28. Dezember 2011)
Keystone
Vor dem Trauermarsch: Zentausende Soldaten vom dem Kumsusang-Palast. (28. Dezember 2011)
Vor dem Trauermarsch: Zentausende Soldaten vom dem Kumsusang-Palast. (28. Dezember 2011)
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Kommunistische Bestattungsplaner habens überhaupt nicht leicht. Denn sie müssen gleich mehrere höchst knifflige Probleme bewältigen, die das rein Organisatorische bei weitem übersteigen. Da wäre mal der von oben verordnete Atheismus: «Religion ist das Opium des Volkes», sagte bereits Marx, und so fallen sämtliche tradierten, ausgeklügelten religiösen Riten auf einen Schlag weg – ein schreckliches Vakuum, das irgendwie gefüllt werden will. Kommt hinzu, dass das Volk dem hingeschiedenen Diktator zumeist nicht wirklich wohlgesinnt war; folglich müssen Unmutsbekundungen unterdrückt und tiefe Trauer inszeniert werden. Und schliesslich soll das geköpfte Regime in der Öffentlichkeit möglichst geschlossen und harmonisch erscheinen, obschon hinter den Kulissen ja längst die Diadochenkämpfe toben. Kein Wunder also gerieten in den bisher 100 Jahren des real existierenden Kommunismus die Diktatorenbestattungen zu bombastischen Possen.

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