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«Boulevard ist ein überholter Kampfbegriff»

Die sinkende Qualität der Medien bilde eine Gefahr für die Demokratie, so das Fazit einer Studie von Professor Kurt Imhof. Der Medienexperte Karl Lüönd kann mit Imhofs Kritik nichts anfangen.

Gemäss der Studie der Universität Zürich besteht Grund zur Sorge bezüglich der Qualität der hiesigen Medien. Ist die Qualität tatsächlich gesunken? Man müsste Herrn Imhof fragen, ob er denn die alten Verhältnisse mit der Parteipresse wieder haben möchte. Damit stünde er ziemlich alleine. Als ich in den späten 1960er-Jahren im Journalismus begann, war der Aufwand, den man für eine Geschichte betreiben konnte, viel kleiner als heute. Beim «Luzerner Tagblatt» hätten wir Lokalreporter nie ins Ausland telefonieren dürfen, ohne zu fragen.

Wie sehen Sie die Situation verglichen mit vor 20 Jahren, als die Parteipresse schon fast verschwunden war? Die unzähligen kleinen Blätter bestritten den Inland- und Auslandteil vorwiegend über Agenturmeldungen. Es gab damals die unsägliche SPK, die Schweizerische Politische Korrespondenz, eine bürgerliche Ideologiemaschine. Da wurde überall derselbe Text abgedruckt.

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