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Bourdieu ist tot – es lebe Bourdieu!

Als einer der Ersten hat der französische Soziologe Pierre Bourdieu vor dem globalen, entfesselten Kapitalismus gewarnt. Er starb vor zehn Jahren. Und er fehlt uns.

Kritische Distanzierung von der Lebenswelt: Pierre Bourdieu im März 1993.
Kritische Distanzierung von der Lebenswelt: Pierre Bourdieu im März 1993.
Keystone

Am Pariser Collège de France, dem Olymp des französischen Geisteslebens, findet am 23. Januar ein Kolloquium zu Ehren Pierre Bourdieus statt. Anlässlich seines 10. Todestags wird eine druckfrische Publikation seiner Vorlesungen über den modernen Staat aus den Jahren 1989 bis 1992 vorgestellt. «Sur l’État» präsentiert Bourdieus Denken in Aktion, als ein «work in progress» vor Publikum: einmal mit spontanen Wortschöpfungen und brillanten Formulierungen, dann wieder angestrengt, selbstzweiflerisch und unzufrieden mit den gebotenen theoretischen Perspektiven auf komplexe historische Dynamiken. Mehrere seiner früheren Mitarbeiter haben in mühsamer Arbeit die Mitschnitte der Vorlesungen transkribiert und editiert. Das Resultat überzeugt: Bourdieu est mort – vive Bourdieu!

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