Bühnenbilder wie «havarierte Ware» behandelt

Der italienische Starregisseur Franco Zeffirelli protestiert in einem Brief vehement gegen die Ausmusterung seiner Aida-Inszenierung aus dem Repertoire der Scala.

Spricht von einer «Rache» seitens der Scala: Regisseur Franco Zeffirelli.

Spricht von einer «Rache» seitens der Scala: Regisseur Franco Zeffirelli. Bild: Wikipedia

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Franco Zeffirelli macht dem neuen Scala-Intendanten Alexander Pereira zu schaffen. Der 91-jährige italienische Starregisseur protestiert vehement gegen die Ausmusterung seiner Aida-Inszenierung des Jahres 2006 aus dem Repertoire des Mailänder Opernhauses.

Die Bühnenbilder seiner letzten «Aida» seien einem Theater in der kasachischen Hauptstadt Astana verkauft worden, berichtete Zeffirelli in einem Schreiben, in dem er eine Klage gegen das Mailänder Opernhaus ankündigte.

Zeffirelli sprach von einer «Rache» seitens der Scala, die ihn vollkommen vergessen habe, heisst es in einem offenen Brief des Regisseurs nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA. Dabei sei seine letzte «Aida» die absolut beste Inszenierung dieser Verdi-Oper, meinte Zeffirelli.

Die Bühnenbilder seien von der Scala wie eine «havarierte Ware» behandelt und in Kasachstan verkauft worden. Er verlange eine Erklärung «ohne Lügen» seitens der Scala.

Das Theater weist die Kritik zurück

«Verbittert und überrascht» reagiert die Scala auf das Schreiben von Zeffirelli. In einer Medienmitteilung weist das Theater Zeffirellis scharfen Worte, dessen Geschichte seit 1953 eng mit der Scala verflochten sei, zurück. 21 Opern mit Bühnenbildern des Maestro seien über 500 Mal an der Scala aufgeführt und öfters restauriert worden.

Zeffirellis letzte «Aida» aus dem Jahr 2006 sei an der Scala 47 Mal in acht Jahren aufgeführt worden, erst danach habe das Opernhaus Regisseur Peter Stein mit einer neuen Inszenierung beauftragt und die Bühnenbilder des toskanischen Maestro an das Opernhaus in Astana verkauft. Das kasachische Theater wird Zeffirellis «Aida» am 19. November aufführen.

Zeffirellis Rechte respektiert

Beim Deal mit dem kasachischen Opernhaus seien Zeffirellis Rechte respektiert worden, versichert nun die Scala. Der 91-jährige Regisseur sei vom Opernhaus Astanas kontaktiert worden, das ihn unter anderem eingeladen habe, die Produktion mit einem Assistenten aufzunehmen.

Laut dem Vertrag verpflichte sich das Theater in Astana, der Scala jederzeit kostenlos die Bühnenbilder zurückzugeben, sollte das Mailänder Opernhaus in einer nächsten Saison wieder Zeffirellis «Aida» planen. (lri/sda)

Erstellt: 28.10.2014, 16:45 Uhr

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Franco Zeffirellis «Aida»

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