«Schlechte Comedy hat nirgends Platz»

Michael Elsener und Dominic Deville treten das Erbe von «Giacobbo/Müller» an. Im Interview sagen sie, was Satire im SRF kann – und was nicht.

«Für Late-Night-Shows gibt es keine Ausbildung»: Michael Elsener (links) mit Dominic Deville.

«Für Late-Night-Shows gibt es keine Ausbildung»: Michael Elsener (links) mit Dominic Deville. Bild: Urs Jaudas

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War es lustig, als sich SVP-Nationalrat Andreas Glarner im Nationalrat ein Pflaster auf den Mund klebte, um gegen die EU zu protestieren?
Dominic Deville: Nein, für mich ist das weder Comedy noch Satire. Das ist ein Plakatsujet, das er in die Wirklichkeit zu übertragen versuchte. Ein wehrhafter Schweizer mit zugeklebtem Mund.

Michael Elsener: Politiker, die so mit einem Requisit arbeiten, waren mit Sicherheit in einem Public-Speech-Seminar, in dem man ihnen sagte: «Schau, du musst ein Symbol verwenden, wenn du deine Botschaft rüberbringen willst.» Ich würde Politiker auf diesem Weg bestärken, denn es macht uns Satiriker das Leben viel einfacher.

Deville: In unserer Sendung wollten wir das Bild von Glarner zwei- oder dreimal verwenden. Das ist ja das Brutale: Solche Bilder werden stark verbreitet, aber halt nicht im positiven Sinne. Für uns war das Sujet aber selbst als Satire zu billig und zu flach.

Elsener: Man könnte Glarners Auftritt aber auch als ein neues Phänomen verstehen: als Fake Comedy. Fake News sind ja Nachrichten, die keine sind. Fake Comedy wäre dann eine Comedy, die nur so tut, als wäre sie eine. Glarner wäre also ein Fake Comedian. Sollte ein Fake Comedian mal lustiger sein als ein normaler Comedian, dann hätten wir ein Problem.

Deville: Aber das ist hier ja gerade nicht der Fall. Andreas Glarner ist inzwischen ja auch ein älterer Herr, der mit seiner Aktion offensichtlich nochmals mit der Krawallkeule auf den Putz hauen wollte. Das ist keine Satire, das ist Einfallslosigkeit.

Ist Glarners Auftritt nicht auch Ausdruck eines grossen Satire-Jekamis? Heute wollen alle lustig sein. Selbst Politiker.
Deville: Heute kann jeder in den sozialen Medien wie Twitter und Facebook ein Satiriker sein. Ist doch toll. Ich befürworte grundsätzlich jeden Output. Wir haben da auch schon Leute gefunden, die nun für uns schreiben.

Eine Demokratisierung des Humors dank dem Internet?
Deville: Ja, aber das erschwert uns das Leben definitiv. Wenn etwas Wichtiges geschieht, dann ist es schon eine Challenge, etwas zu finden, was schlauer ist oder weiter geht. Ich gebe zu: Twitter und Co. sind auch ein Fluch!

SVP-Parlamentarier Andreas Glarner protestiert anlässlich der Debatte über die Selbstbestimmungsinitiative im Juni 2018 gegen die EU. Foto: Alessandro della Valle (Keystone)

Elsener: Für mich ist es eher entspannend, dass der Newsfluss heute so schnell ist. Wenn alles abgefrühstückt ist, interessiert mich eher, was drunterliegt. Warum macht ein Andreas Glarner das? Warum regt uns das auf? Und was bedeutet es, wenn sich die politische Kultur im Nationalrat so verändert, dass der Präsident bei einer solchen Aktion nicht mit dem Glöckchen läutet und sagt: «Entschuldigen Sie, aber das geht nicht.»

Deville: Ich finde, Comedy und Satire dürfen auch in der Politik Raum haben. Aber schlechte Comedy hat nirgends Platz.

Elsener: Die Politiker haben halt keine Komik-Ausbildung.

Deville: Das lasse ich nicht gelten. Die habe ich auch nicht!

Elsener: Aber du bist trotzdem kein Fake Comedian, du bist ein Naturtalent.

Nervt die ewige Frage, wo die Grenzen der Satire sind?
Deville: Ich mag grundsätzlich keine Grenzen.

Elsener: Für mich gibt es darauf keine pauschale Antwort. Satire darf alles, sie ist frei. Es kommt aber darauf an, wer sie macht. Damit eine Pointe stark ist, muss sie möglichst böse, wahr und klar sein. Das schaffe ich nur, wenn ich meine Haltung zu einem Thema den Zuschauern vermitteln kann, dann kann ich zu jedem Thema etwas machen.

«Nicht alle müssen alles gucken. Und ich muss und will auch nicht allen gefallen.»Michael Elsener

Wirklich zu jedem Thema?
Deville: Beim Fall Khashoggi haben wir gezögert, dann aber trotzdem etwas gemacht. Auch wenn es der Wahnsinn ist, was da geschah.

Der saudiarabische Journalist wurde im Konsulat von Istanbul ermordet und zersägt.
Deville: Zunächst fielen uns auch nur Zersägewitze ein, was in die völlig falsche Richtung ging. Aber das ist eine Schwierigkeit, mit der wir oft zu kämpfen haben: Politisch unkorrekte oder schlechte Witze fallen einem immer als Erstes ein. Bei Khashoggi gab es dann aber dieses Bild, das zeigt, wie der saudische Kronprinz dem Sohn Khashoggis kondoliert. Da war für uns klar, dass wir das satirisch aufarbeiten wollen. Wir haben uns dann überlegt, wie der Prinz gegenüber dem Sohn sein Beileid ausdrückt.

Elsener: Es gibt viele Themen, bei denen ich nicht von Anfang an sagen kann, was meine Haltung dazu ist. Bei #MeToo ist es beispielsweise so, weil unter einem einzigen Hashtag sehr vieles zusammengefasst wird: Anzüglichkeit, Lohnungleichheit, Vergewaltigungsvorwürfe. Ich finde es aber auch okay, wenn man mal einräumt, dass man auch grad nicht weiss, was man dazu sagen soll. Ich kann eine Sache erst kommentieren, wenn ich weiss, was ihr Kern ist.

Gibt es eine Einengung des Humors? Witze, die man vor zehn Jahre noch machen konnte, aber heute nicht mehr? Etwa zu Ueli Maurers Ohren?
Deville: Es geht nicht darum, ob man einen Witz vor zehn Jahren hätte machen können, sondern darum, zu erkennen, welche Witze schon damals doof und unpassend waren. Für uns steht die Frage im Vordergrund, über wen wir Witze machen wollen. Das Bittere ist, all die alten Ueli-Maurer-Witze würden heute noch immer funktionieren. So ist das auch mit Johann Schneider-Ammann, bei dem man sagen könnte: Er redet, wie er redet, da kann er nichts dafür. Trotzdem macht man Witze darüber.

Elsener: Schneider-Ammann weiss doch, dass er nicht der beste Redner ist, sucht sich aber trotzdem einen Job aus, in dem es in erster Linie ums Reden geht. Da ist es völlig okay, wenn ich einen Witz darüber mache. Schneider-Ammann hat für mich zudem ein grosses komisches Potenzial. Das Vertrauen in die Finanz- und Wirtschaftswelt hat sehr stark gelitten. Es brauchte also jemanden, der hinsteht und den Leuten das Vertrauen zurückgibt. Und dann kommt einer wie Schneider-Ammann, der es eben gerade nicht kann. Das ist eine ziemliche Fallhöhe.

«Ich bin auf den verdammten Sonntagabend gekommen. Da sinkt man tiefenentspannt ins Grab.»Dominic Deville

Deville: Schneider-Ammann funktioniert halt immer. Ich muss nur seinen Namen erwähnen, und die Leute sind schon so getriggert, dass sie lachen. Wir haben auch einen Witz zu Magdalena Martullo-Blocher gemacht, weil sie wie der Klon ihres Vaters aussieht. Doch darauf wollen wir jetzt nicht immer herumreiten. Deshalb blocke ich solche Witze ab, wenn sie in unserer Autorensitzung mal doch vorgeschlagen werden.

Wollen Sie Einfluss auf die Meinungsbildung bei Abstimmungen nehmen?
Elsener: Ich halte mich grundsätzlich an die SRF-Standards. In Debatten schalte ich mich ein, wenn ich das Gefühl habe, sie nehme auf Gegner- und Befürworterseite eine seltsame Dynamik an. Ich zwinge aber niemandem meine Meinung auf. Aber wenn sich jemand nach meiner Sendung hinterfragt, umso besser.

Die neue SRG-Direktorin Nathalie Wappler will keinen Meinungsjournalismus. Wo hört das Hinterfragen auf, wo beginnt Meinung in der Satire?
Elsener: Grundsätzlich ist es so, dass kein Witz und keine Comedy neutral ist. Humor zielt immer auf etwas, auf eine Person oder eine Institution. Meine Haltung ist eine progressive und hinterfragende. Ich denke, dass ich ohne Ideologie und Denkblockade funktioniere. Wenn ein grüner Politiker, einer von der SP oder der FDP im Parlament etwas erzählt und ich finde: «Was ist denn mit dem los, hat der in der letzten Nacht nur eine Stunde geschlafen?», dann mach ich etwas dazu. Es wird immer Leute geben, die sich beschweren.

Deville: Wir erhalten nach jeder Show Mails von Leuten, die uns kritisieren, weil wir links oder gar linksradikal seien. Dazu können wir eigentlich nur sagen: Wenn du der Meinung bist, es sei links, wenn man Waffenlieferungen an irgendwelche Kriegstreiber kritisiert, dann ist das für uns okay, denn für uns ist das nicht links, sondern normal, dass man das anprangert. So war das auch bei unserem Konflikt mit dem Ombudsmann, der meinte, wir hätten mit unserer Nummer zum Atomausstieg gegen das redaktionelle Vielfaltsgebot verstossen. Aber hey, ein Atomkraftwerk, das nicht viel jünger als die Pyramiden ist, ist einfach ein Scheiss und nicht vernünftig.

Ein Beitrag zu Christa Rigozzis Doppelrolle als Werbeträgerin und «Arena»-Moderatorin wäre bei SRF möglich?
Elsener: Ja, dafür ist das Fernsehen, glaube ich, genug selbstironisch.

Deville: Das glaube ich auch. Ich habe letztens in der Sendung Christa mit einem Laubbläser aus dem Tessin gepustet. Ich habe noch nichts dazu von SRF gehört.

Muss der Humor am Sonntagabend konsensfähig sein?
Elsener: Bis jetzt habe ich das gemacht, was ich selbst gut finde. Die Zuschauer wissen, dass ich sie auch mal vor den Kopf stossen werde. Das ist Teil des Deals zwischen Satirikern und Publikum.

Deville: Auch wir werden am Sonntagabend weiter das machen, wovon wir überzeugt sind. SRF weiss, dass es uns nicht beschneiden kann. Obwohl wir auch wissen, dass wir uns an einige Dinge halten sollen – wir loten aber die Grenzen aus, das ist unsere Aufgabe bei einem Satireformat. Und klar, auf unserem Sendeplatz am Freitagabend haben wir Dinge ausprobiert, die wir gut oder lustig fanden – und bei denen es uns wurst war, ob sich ein grosses Publikum dafür interessiert.

Die zwei Schweizer Komiker sprechen über ihre Late Night-Formate. Video: Urs Jaudas, Philippe Zweifel, Anja Stadelmann

Elsener: Macht ihr denn ein anderes Programm, wenn ihr am Sonntag auf Sendung geht?

Deville: Nein, aber wenn die Leute nach der Hälfte der Sendung ausschalten und genau dann der Part kommt, auf den wir Wert legen, in den wir Ideen und Zeit investiert haben, dann muss man sich schon überlegen, ob man wirklich unmittelbar davor Programm mit dem Rücken zum Publikum machen will.

Ihre grössten Erfolge waren Viralhits, die Ihnen ab und an gelungen sind. Jetzt sind Sie auf dem alten Sendeplatz von «Giacobbo/Müller», die mit jeder Sendung 360000 Zuschauer erreichten. Angst?
Deville: Für uns gibt es keine Quotenvorgaben. Aber selbstverständlich haben wir Respekt vor diesem Sendeplatz. Mein Headwriter wusste im ersten Moment nicht, ob er sich freuen oder weinen sollte.

Elsener: Es ist ein Abenteuer. Für Late-Night-Shows gibt es ja keine Ausbildung, es ist ein «Learning on the Job».

Vorbilder gibt es zuhauf. Die meisten Late-Night-Shows kommen aus Amerika. Wie unterscheidet sich eine Schweizer Ausgabe von diesen?
Deville: Die Frage zum Schweizer Humor! Die musste ja kommen. Unser Humor ist nicht weniger bissig. Der Unterschied liegt vor allem in den Produktionsbedingungen. Mein Kernteam besteht aus zwölf Leuten, das von Böhmermann aus 140. John Oliver hat noch viel mehr Mitarbeiter. Die werkeln bis zu einem Jahr an einer grossen Aktion, das ist für uns nicht möglich. Dank Social Media bekommen die Leute in der Schweiz immer mit, wenn Böhmermann und Oliver ein grosses Ding raushauen. Früher, als «Giacobbo/Müller» an den Start ging, wurde man gerade mal mit Harald Schmidt verglichen.

Scheitern ist also eine Möglichkeit?
Deville: Ich glaube an den Erfolg meiner Sendung, aber selbst wenns nicht funktionieren sollte: Ich bin auf den verdammten Sonntagabend gekommen – mit einer Show, in der ich mit Baseballschlägern die Schweiz zertrümmert, mit den «gilets jaunes» im Chor gesungen und einen Nationalratssessel exorziert habe. Ich werde tiefenentspannt ins Grab sinken können.

Elsener: Das war dein Lebensziel?

Deville: Nein, aber im Unterschied zu dir wollte ich gar nie ins Fernsehen. Meine Mutter hat mich angemeldet!

Elsener: Das sagten die Mister-Schweiz-Kandidaten auch immer. Ich finde das Fernsehen nach wie vor einfach das beste Medium für Satire.

Wie schmerzhaft sind negative Rückmeldungen des Publikums?
Elsener: Mich irritiert der grassierende Kommentarzwang gewisser Leute. Wenn ich durch die Einkaufspassage gehe und beim Optiker steht «Brillen 20% Rabatt», dann geh ich auch nicht rein und schreie: «Gehts euch noch, 20% Rabatt?!!»

Deville: Die Leute zahlen halt für uns und haben deshalb das Gefühl, sie seien dazu verpflichtet, ihren Senf dazuzugeben.

Elsener: Die No-Billag-Abstimmung hat gezeigt, dass die Zuschauer ein breites Angebot wollen. Nicht alle müssen alles gucken. Und ich muss und will auch nicht allen gefallen.

Deville: In der Comedybranche kam es nicht überall gut an, dass ich als absoluter No-Name nach 100 Jahren «Giacobbo/Müller» eine Sendung mit einem eigenen Namen bekam – neben Schawinski und Aeschbacher. Aber ein echter Shitstorm blieb aus, Ärger machen nur noch drei verbliebene Internet-Trolls.

Was wäre der Traum-Scoop?
Elsener: Für mich ist Satire im Normalfall unterhaltend. Im besten aller Fälle bewegt sie eine fehlgeleitete Person oder eine Institution dazu, sich zu verändern, weil der Druck zu gross wird.

Deville: Wir haben eine Deville Alt-Right-Show geplant, mit Frakturschrift und anderen rechten Insignien.

Elsener: Wirklich?

Deville: Ja. Aber es ist sogar im spassigen Rahmen unglaublich schwierig, rechte Comedy zu machen. Und man stelle sich vor, die eigentlich kritisch gemeinte Sendung ist erfolgreicher als die anderen Folgen, weil die Leute die Witze ernsthaft gut finden. Etwa solche über Frauen oder Ausländer.

Warum gibt es keine rechte Satire?
Elsener: Fox News hat das mal probiert. Das Resultat ist auf Youtube zu sehen – und auch für einen apolitischen Ameisenbären wohl nur schwer verdaulich.

Deville: In der Satire geht es darum, Stereotype zu brechen. Aber die Rechten neigen halt zu den Stereotypen. Wir sahen das bei Andreas Thiel: Als er rechte Comedy machen wollte, war er nicht mehr lustig. Zuerst dachte ich, er werde nach dem Koran-Bashing dasselbe mit der Bibel machen. Aber da kam nichts.

Elsener: Vielleicht kommt das noch?

Deville: Das wäre dann die längste Pointe der Welt!

Aber eine Late-Night-Show, die linke Politiker analytisch auseinandernimmt, wäre möglich.
Deville: Klar, aber das machen wir ja auch. Wenn eine SP-Politikerin einen Blödsinn verzapft, gehen wir auf sie los.

Was finden Sie am Gegenüber toll?
Deville: Dass er mit seinem «Late Update» aus dem Stand auf den Sendeplatz am Sonntagabend kommt. Voll verdient übrigens.

Elsener: Dominic ist ausgebildeter Pädagoge, aber man merkt es ihm als Satiriker nicht an.

Apropos Rivalität: Ihnen ist klar, dass SRF Sie gegeneinander ausspielt und nur der Bessere eine Zukunft haben wird?
Deville: Das stimmt nicht.

Elsener: Unsere Sendungen sind bewusst verschieden aufgestellt und ergänzen sich.

Deville: Das Fernsehen hat «Deville Late Night» zwei Jahre lang für den Sendeplatz am Sonntagabend aufgebaut. Nur wollte das niemand glauben, nicht mal wir selber. Zusammen mit Michaels Show haben wir am Sonntagabend nun eine krasse Comedy-Rundumerneuerung. Da muss man SRF auch einmal loben! Und meine Mutter.

Erstellt: 25.12.2018, 11:14 Uhr

Gespräche zum Jahreswechsel

Wir unterhalten uns mit 13 Interviewpartnern über das, was die Schweiz und die Welt bewegt. Zu Beginn der Gespräche steht immer ein Bild aus dem vergangenen Jahr. Und unsere Frage: Was wird jetzt daraus?


  • 22. Dezember: Tony Blair über den Brexit und die Gefahr aus China

  • 24. Dezember: Deville und Elsener über Macht und Ohnmacht der Satire

  • 27. Dezember: Philipp Hildebrand über die Gefahren eines Handelskriegs

  • 28. Dezember: Lindsay Moran über das Handwerk des Spionierens

  • 29. Dezember: Herfried Münkler über Deutschland nach Merkel

  • 31. Dezember: Steven Pinker über die rosige Zukunft der Menschheit

  • 3. Januar: Axel Weber über das Verhältnis der Schweiz zur EU

  • 4. Januar: Jay Rosen über Trump und die Fehler der Medien

  • 5. Januar: Granit Xhaka und Lia Wälti über den Doppeladler und die Folgen

  • 7. Januar: J. Badran und T. Aeschi über die Schweiz im Wahljahr 2019

Michael Elsener & Dominic Deville

Zwei Jahre ist es her, dass Viktor Giacobbo und Mike Müller vom Sender gingen und eine Lücke in Sachen Satire hinterliessen. Ab 20. Januar gibt es nun wieder Politsatire am Sonntag: mit dem 33-jährigen Michael Elsener und dem 43-jährigen Dominic Deville. Während Elsener mit seinem neuen «Late Update»-Format ins Rennen geht, zieht Deville mit seiner Show um, die bereits seit 2016 läuft – von Freitagnacht auf den Sonntagabend. Beide können auf grosse Erfolge verweisen: Elsener mit seinem Facebook-Video zur No-Billag-Abstimmung, Deville mit seinem Trump-Clip, der im Internet über 17 Millionen Zuschauer fand.

Was kann und darf Satire im Staatsfernsehen?

Viktor Giacobbo und Mike Müller waren während knapp neun Jahren so etwas wie der Goldstandard, was Satire am Schweizer Fernsehen anbelangt: Im Schnitt schauten jeweils rund 360'000 Zuschauer zu, wenn die beiden am Sonntagabend die politische Aktualität zergliederten; Figuren wie Fredi Hinz und Mergim Muzzafer wurden zu nationalen Berühmtheiten.

Ab Januar 2019 übernehmen Michael Elsener und Dominic Deville den etablierten Satire-Sendeplatz – und wollen dort Neues versuchen. Vor allem dann, wenn sie eine Nationalratsdebatte, eine Initiative oder den Auftritt eines Politikers kommentieren: Wichtiger als die schnellen Pointen sind den beiden die Zusammenhänge, die sie aufzeigen wollen. Und dass sie einem Polit-Thema einen Dreh geben können. Ihre Satiresendungen sollen also wie Analysen und Leitartikel in einer Zeitung funktionieren.

Die Frage ist, ob das Fernsehpublikum solch neuen Formaten eine Chance gibt. Und wie politisch Satire bei SRF sein darf, ohne sich den Vorwurf einzuhandeln, sie sei einseitig. (atob/phz)

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