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Der Vater der Historischen Sozialwissenschaft

Zum Tod des deutschen Historikers Hans-Ulrich Wehler.

Ein Linker war er nie: Hans-Ulrich Wehler.
Ein Linker war er nie: Hans-Ulrich Wehler.
Keystone

Hans-Ulrich Wehler, der Vater der Historischen Sozialwissenschaft und führende Kopf der Bielefelder Schule, hat Mitte der Siebziger den Paradigmenwechsel seines Fachs von der Geschichte grosser Männer und Ereignisse hin zur Analyse von sozialen Strukturen und Prozessen begründet und in seiner Zeitschrift «Geschichte und Gesellschaft» immer wieder für die Einbeziehung soziologischer, ökonomischer und sogar psychoanalytischer Ansätze plädiert. Ein dezidierter Linker oder gar 68er war der Sozialdemokrat freilich nie, im Gegenteil. Einige Thesen seines Opus magnum, der fünfbändigen «Deutschen Gesellschaftsgeschichte», stiessen auch bei Weggefährten auf Kritik – so etwa der Versuch, Hitlers Aufstieg mit Max Webers Charisma-Begriff zu beschreiben, die Epochenwende von 1968 als «postpubertäre» Reaktion auf eine gar nicht so muffige Adenauer-Zeit zu verkleinern, oder seine aggressive Abrechnung mit dem DDR-«Sultanismus».

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