Die Barbie-Falle

In Deutschland wurde zum zweiten Mal ein Negativpreis für das absurdeste Gender-Marketing verliehen. Wem würden Sie ihn in der Schweiz geben?

Ein Barbie-Produkt hat dieses Jahr die Auszeichnung «Goldener Zaunpfahl» erhalten, den Preis für das absurdeste Gender Marketing. Bild: Keystone

Ein Barbie-Produkt hat dieses Jahr die Auszeichnung «Goldener Zaunpfahl» erhalten, den Preis für das absurdeste Gender Marketing. Bild: Keystone

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«Der goldene Zaunpfahl» 2018 ging an einen Barbie-Experimentierkasten. «Du kannst alles sein» und «Spielend einsteigen in Naturwissenschaften und Technik» will Barbie im weissen Laborkittel ihren Fans sagen. Ihr Forschungsgebiet beschränkt sich leider auf die Entwicklung von rosa Kleidern, Waschmaschinen und Schuhregalen.

Doch Barbie und ihre Fans sind nicht die einzigen Opfer vom «Piraten-Prinzessinnen-Schema». Rückständige oder limitierende Rollenbilder und sexistische Darstellungen von Frauen und Männern jeden Alters in der Werbung finden wir auch bei uns in der Schweiz. Zeit, die schlimmsten Beispiele zu küren.

Klicken Sie sich durch die Galerie und stimmen Sie ab: Welche Kampagne hätte den «Goldenen Zaunpfahl» verdient? Werbung auswählen und dann auf «Next step» klicken.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.04.2018, 12:52 Uhr

Sexistische Werbung

Die Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich definiert sexistische Werbung wie folgt: «Werbung ist dann sexistisch, wenn sie ein Geschlecht, meistens die Frau, in traditionell beschränkter Funktion als sexuell verfügbares Wesen oder nur mit stereotypen Eigenschaften darstellt; wenn sie Körper oder Körperteile wie Hintern und Brüste als Blickfang einsetzt und so voyeuristische Instinkte bedient. Ausschlaggebend ist dabei der Gesamteindruck, den eine Werbung vermittelt.»

Gender-Marketing

Unter Gender-Marketing versteht man das Konzept, die unterschiedlichen Bedürfnisse, Interessen und Verhaltensweisen von Frauen und Männern bei Produktentwicklung, dem Vertrieb und vor allem dem Marketing zu berücksichtigen.

Einerseits basiert Gender-Marketing auf Erkenntnissen verschiedener Studien, unter anderem aus der Psychologie. Man geht davon aus, dass Frauen und Männer unterschiedliche Vorlieben bei Optik und Haptik von Produkten haben. Kritiker bemängeln am Gender-Marketing-Konzept, dass es sich oft rückständiger und stereotyper Rollenbilder bedient, die diskriminierend und sexistisch sind.

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