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Die Erfindung der Paparazzi

In Federico Fellinis Meisterwerk «La dolce vita» kam der Paparazzo vor 50 Jahren zu seinem ersten Auftritt. So unverfroren wie heute war er noch lange nicht.

Andreas Saurer

Die Paparazzi zeigen uns, was die Berühmten so tun. Paparazzi jagen Prominente mit ihren Kameras. Manchmal allein, aber meist im Rudel. Nur dank ihnen wissen wir, was George Clooney, Michelle Hunziker oder Silvio Berlusconi privat den ganzen Tag – und in der Nacht – so treiben. Paparazzi haben den Mercedes, in dem Prinzessin Diana und ihr Begleiter Dodi al-Fayed sassen, in Paris verfolgt, bevor dieser in der Nacht zum 1.September 1997 im Pariser Alma-Tunnel in einen Pfeiler krachte. In vielen Ländern sind berühmte Paparazzi längst selbst Teil des Jetset. Sie sind gleichermassen eine Plage und ein notwendiges Übel. Denn ohne sie könnte die internationale Regenbogenpresse einpacken.

Inzwischen gibt es auch Paparazzi, die sündhaft viel verdienen, ohne dass ihre Bilder gedruckt werden: Die Masche von Fabrizio Corona, dem «König» der italienischen Paparazzi, zum Beispiel bestand darin, seine berühmten und betuchten Opfer – darunter Hunziker oder Fussballstar Francesco Totti – über die Existenz der Bilder ins Bild zu setzen und ihnen gegen eine Entschädigung deren Nichtveröffentlichung zu garantieren. Erpressung also – in einigen Fällen ist er inzwischen verurteilt worden. Britische Paparazzi sind dafür berühmt, dass ihnen auf dem Weg zum ultimativen «Schuss» keine Methode zu perfid ist. Paparazzi bewegen sich auf dem schmalen Grat zwischen Pressefreiheit und Schutz der Privatsphäre, auf die sich auch Politiker und Prominente in der Regel berufen. In Kalifornien gilt seit 2006 ein Gesetz, das den Handlungsspielraum der Paparazzi stark einschränkt. Der dortige Gouverneur, Ex-Schauspieler Arnold Schwarzenegger, hat selbst einschlägige Erfahrungen mit der Aufdringlichkeit der Paparazzi, die in den USA zuweilen gar in der Form der «Stalkerazzi» auftreten: Diese weichen Prominenten rund um die Uhr nicht von den Fersen.

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