Zum Hauptinhalt springen

Die ganz grossen Fragen

In Zusammenarbeit mit dem neuen Portal Philosophie.ch erläutert Redaktion Tamedia in einer Serie die ganz grossen Fragen. Heute: Was ist plausibler – die Existenz Gottes oder die Nichtexistenz Gottes?

Rafael Ferber
Gibts ihn wirklich? Gott in der «Erschaffung Adams» von Michelangelo.
Gibts ihn wirklich? Gott in der «Erschaffung Adams» von Michelangelo.

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir zuerst die Begriffe, d. h. die Bedeutung der Ausdrücke, «Existenz» und «Gott», klären. Erst nach dieser Klärung wissen wir, wonach wir fragen. Beide Ausdrücke sind nämlich mehrdeutig. Hinsichtlich der Bedeutung des Ausdrucks «Existenz» können wir zwischen realer und semantischer Existenz unterscheiden. Reale Existenz ist eine durch Sinneserfahrung belegbare Existenz, die auch kausal wirksam ist. So ist etwa das Morgenrot sichtbar und wirkt auf unsere Augen. Allerdings würden die meisten unter uns im Morgenrot, griechisch Eos, heute nicht mehr wie Homer eine Göttin, nämlich die Göttin mit dem Namen Eos, sehen. In der semantischen Existenz dagegen wird die Bedeutung von Wörtern selber zum Gegenstand, worüber wir sprechen. So haben für die meisten von uns die Götter der griechischen Mythologie wie etwa die Göttin Eos keine reale, sondern nur eine semantische Existenz. Eos ist für uns aber nicht mehr eine reale Göttin.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.

Abo abschliessen